Du musst dich nicht entscheiden, ob du lieber einen Spaziergang machst oder Alpakas in einem eingezäunten Gelände bestaunst. Denn beides ist kombinierbar. Bei sogenannten Alpaka-Wanderungen kommst du den niedlichen Vierbeinern ganz nah und die Neugierde und Gelassenheit der Alpakas färben ab.

Bei dieser ganz besonderen Form des Gassigehens geben die Tiere den Ton an und der Stress des Alltags verschwindet mit jedem Schritt. Wir erklären, was dich erwartet, und stellen dir fünf spannende Wanderungen vor.

Alpaka-Wanderungen: Das erwartet dich auf einer Tour

Alpaka-Wanderungen sind tatsächlich weit verbreitet. Über 130 Anbieter finden sich in ganz Deutschland. Viele Höfe bieten ganzjährig Wanderungen mit den Herdentieren an und tatsächlich sind Alpaka-Wanderungen in so gut wie jedem Bundesland möglich. Je nach Anbieter gibt es in der kalten Jahreszeit saisonale Anpassungen, etwa Glühwein-Wanderungen im Winter oder Wanderungen mit Lagerfeuer-Rast.

Aktuelle Deals

Karte: Diese Alpkaka-Wanderungen gibt es in Deutschland

Die flauschigen Tiere sind zurückhaltend, verzaubern aber mit ihren großen Augen und strahlen Ruhe aus. Bei einer Wanderung mit einem Alpaka, das zu den Neuweltkamelen zählt, ist vor allem eines gefragt: Geduld. Denn das Schneller-weiter-höher-Prinzip ist den Vierbeinern fremd. Wenn Landschaftsabschnitte ihnen besonders gut gefallen, legen die zotteligen Kameraden gern mal eine Aussichtspause ein. Dann heißt es abwarten, Sensibilität ist gefragt. 

Die Touren dauern im Durchschnitt ein bis drei Stunden und sind auch für Kinder geeignet. Je nach Hof dürfen sie mit acht beziehungsweise zehn Jahren bereits selbst ein Alpaka an der Leine führen. Oftmals wird eine Pause für die Tiere eingeplant, bei der die Gäste ihr Alpaka mit Spezialfutter füttern dürfen. Hunde sind bei den Spaziergängen nicht gestattet.  

Flauschig, niedlich, neugierig: Eine Begegnung mit einem Alpaka öffnet das Herz und bremst den Stress.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

1. Laternen-Nachtwanderung in Baden-Württemberg

Der Alpakahof Kaut in Baden-Württemberg im Ostalbkreis bietet eine große Palette an Alpaka-Erlebnissen. Neben klassischen Alpaka-Touren können hier Kindergeburtstage oder Firmenfeiern auf dem Hof und in der Heu-Lounge ausgerichtet werden. Es ist auch möglich, die flauschigen Zeitgenossen als Ehrengäste für die eigene Hochzeit oder für den Garten zu mieten oder vom eigenen Zuhause aus eine Trekking-Tour zu starten.

Als Besonderheit bietet der Hof den Alpaka-Spaziergang jetzt auch als etwa einstündige Laternen-Nachtwanderung an. Die Teilnehmerzahl kann mit dem Hof individuell abgesprochen werden.

2. Alpakas und das Meer in Schleswig-Holstein

Die Halbinsel Nordstrand in Schleswig-Holstein bietet mit dem Alpakahöfle mitten im Naturschutzgebiet Wattenmeer ein Natur- und Tiererlebnis. Zehn Tiere leben auf dem kleinen Hof, die für eine kleine oder eine große Runde in malerischer Natur gebucht werden können.

Wer es nicht bei einem Ausflugstag belassen möchte, hat die Möglichkeit, die hofeigene Ferienwohnung zu mieten. Für Mieterinnen und Mieter der Unterkunft ist der Spaziergang mit den Alpakas kostenlos. 

3. Wanderung in vier Schwierigkeitsstufen in Thüringen

Die Alpakas vom Roten Berg in Thüringen sind sogar als Pädagogen bei der tiergestützten Demenz-Therapie im Altenheim im Einsatz. Wer einen Spaziergang mit ihnen erleben möchte, kann zwischen vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen wählen: Der zwei Kilometer kurze Spaziergang „Wutschenbach“ führt an Hügeln und Wiesen entlang, bei der Wanderung „Hopfengraben“ werden viereinhalb Kilometer und drei Stunden eingeplant.

Fortgeschrittene können zwischen der sechs Kilometer langen Route „Finstertal“, die mit vier Stunden veranschlagt ist, und der besonders intensiven „Dreiherrenstein“-Wanderung wählen. Letztere ist sieben Kilometer lang und nimmt etwa viereinhalb Stunden in Anspruch. Alle Wanderungen beinhalten eine Begrüßung mit Getränken und Snacks, eine Einführung und gemeinsames Füttern der Tiere. Auf den geführten Routen werden außerdem Fotopausen eingelegt.

4. Alpaka als Kuppler in Bayern

In landschaftlich herrlicher Lage sind die Frankenland-Alpakas in Bayern zu Hause. Hier gibt es die Möglichkeit, nur zu zweit mit einer Wegbeschreibung und einem Alpaka ausgestattet zu einer Wanderung aufzubrechen. Romantisches Highlight: Der Weg führt zu einer Lichtung, bei der auf Wunsch Sekt und Knabbereien vorbereitet werden können.

Ein schöner Moment und Ort, um auf einen Hochzeitstag anzustoßen oder gar einen Heiratsantrag zu machen. Wem stattdessen ein Alpaka unsterblich ans Herz wächst, kann eine Tier-Patenschaft übernehmen. Der Pate bekommt zweimal im Jahr Besuchsrecht und neben einem gemeinsamen Foto auch weiterführende Informationen über sein Lieblingsalpaka.

5. Auf den Spuren der Mongolen im Rheingau

Etwa 1500 Meter hinter dem Zisterzienserkloster Eberbach in dem von der Natur verwöhnten Rheingau befindet sich die Kisselmühle. Der Eventhof zählt zu den größten Zuchtstätten für Lamas und Alpakas in Europa. Auf einem fast acht Hektar großen Gelände genießen die Tiere ganzjährig Auslauf. Außerdem gibt es auch eine handvoll Großkamele und Rentiere zu entdecken.

Über Stock und Stein: Um die 100 Alpakas warten in der Kisselmühle auf Wanderungen.

Der Hof bietet vielfältige Trekking-Touren mit den Vierbeinern an. Mit Packtaschen versehen geht es beispielsweise auf die „Leise-Sohlen-Tour“. Die Wanderung führt durch angrenzende Waldgebiete und beinhaltet eine Picknickpause mit Brezeln, Frischkäse, Wein und Wasser. In den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter wird die Rast in die original mongolische Jurte verlagert. 

Übrigens: Vor dem berühmte Angespucktwerden müssen sich Besucherinnen und Besucher von Alpaka-Höfen normalerweise nicht fürchten. Üblicherweise findet diese Drohgebärde nur unter Artgenossen statt. Vorsicht ist dennoch geboten. Und ein altes peruanisches Sprichwort fasst die Gefahr treffend zusammen: „Schaue einem Alpaka nicht zu tief in die Augen, sonst verliebst du dich.“