Wo bestimmt das Coronavirus das Leben? Welche Länder schotten sich ab? Wo bleiben die Grenzen geöffnet? Auch wenn sich viele Fragen derzeit nicht beantworten lassen, wächst die Hoffnung auf eine Entspannung in der Touristikbranche. Vor allem Reisende, die vollständig geimpft sind, können optimistisch planen – denn für sie werden im nächsten Jahr mehr Ziele offenstehen als in diesem.

Die Reisetrends bei Tui

Tui erwartet vor allem bei Fernreisen einen überdurchschnittlichen Zuwachs. „Neben Zielen wie Malediven, Mauritius oder Seychellen kündigen weitere Länder wie Thailand und die USA an, die Einreise für Touristen zu ermöglichen“, sagt Tui-Sprecherin Anja Braun. „Beispiel USA: Allein die Ankündigung hat die Nachfrage beflügelt. Ein Badeurlaub in Florida oder eine Highway-Number-One-Tour in Kalifornien stehen bei vielen ganz oben auf der Wunschliste.“ Das würden sowohl die Anfragen in den Reisebüros als auch die Suche auf der Website bereits zeigen.

Blick auf Downtown in San Francisco.

„Die Klassiker und Gewinner in diesem Jahr – Griechenland, Mallorca und die Kanarischen Inseln– werden auch 2022 die wichtigsten Auslandsziele deutscher Urlauber bleiben“, sagt Braun. Das gelte auch für die leicht erreichbaren Autoreiseziele in Deutschland, Italien und Österreich. Thematisch seien Wellnessreisen und Aktivtouren angesagt, so die Tui-Sprecherin: „Wandern, Klettern oder Ziplining in den Bergen, Stand-up-Paddling, Kayaking sowie Biking und Radtouren liegen im Trend.“

„Der Wunsch nach Sicherheit und Flexibilität bei der Reiseplanung wird sehr wichtig bleiben“, meint die Tui-Sprecherin. „Daher bieten wir mit Tui Protect auch weiterhin einen kostenlosen Reiseschutz für den Fall, dass ein Urlauber an Corona erkrankt.“ Außerdem gebe es den Flex-Tarif: „Urlauber haben damit die Möglichkeit, bis 14 Tage vor Anreise weltweite Flugpauschalreisen gebührenfrei umzubuchen oder zu stornieren.“

Aktuelle Deals

FTI – Trend geht zu Last-minute-Urlaub

Die Pandemie macht sich auch bei der Planung des Münchner Reiseveranstalters FTI bemerkbar. „Corona hat vor allem dem Thema Sicherheit einen neuen Stellenwert gegeben. Gut greifende Hygiene- und Sicherheitskonzepte vor Ort und finanzielle Absicherung für die gesamte Reise sind oft buchungsentscheidend“, sagt Geschäftsführer Ralph Schiller. „Wir bieten daher einen Dreifach-Schutz aus Corona-Reiseschutz, unserem Corona-Reiseversprechen und dem FTI-Flexplus-Tarif.“

Ein weiterer Trend, den Corona begünstigt habe, sei die stark gestiegene Nachfrage nach höherwertigem Urlaub. „Nach einer pandemiebedingten Pause möchten sich viele Gäste nun etwas gönnen, sie buchen deutlich häufiger Fünf-Sterne-Resorts und bleiben tendenziell länger vor Ort. Im Schnitt geben sie somit bis zu 20 Prozent mehr aus“, sagt der FTI-Geschäftsführer, der allerdings glaubt, dass sich dieser Trend nach und nach wieder relativieren werde.

„Besonders auffällig ist derzeit noch das Last-minute-Geschäft, man bucht sozusagen auf Sicht“, hat Schiller beobachtet. „60 Prozent unserer Gäste verreisen innerhalb eines Zeitfensters von circa sechs Wochen nach Buchung. Wir gehen aber auch hier davon aus, dass sich das mit Blick auf den Sommer 2022 entspannen wird.“

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

FTI erwartet Comeback von Ägypten

Im Fall der USA zeige sich zudem eine weitere Entwicklung: „Sobald sich Länder nach längerer Pause wieder öffnen, findet ein regelrechter Nachfrageschub statt – sowohl kurzfristig als auch auf längere Sicht hin. Wir sind überzeugt, dass weitere Länder – etwa Ägypten – einen solchen Push erfahren werden“, sagt Schiller. Für den Sommer rechnet FTI zudem wieder mit einem gestiegenen Interesse für Griechenland, die Türkei und die Kanaren.

Wer nach Ägypten reist, will oft klassischen Badeurlaub machen. Dabei lohnt es sich, das Land besser kennenzulernen, schließlich reicht die Geschichte bis in die Zeit der Pharaonen zurück und es gibt jahrtausendealte Baudenkmäler wie die kolossalen Pyramiden, die Hauptstadt Kairo und die Gräber im Tal der Könige bei Luxor zu entdecken!

„Die Reisebranche und deren Kunden brauchen wieder Planungssicherheit und Stabilität“, meint Alltours-Chef Willi Verhuven. „Wir sind über den Berg, Impfangebote sind ausreichend vorhanden und jetzt heißt es, sich unbeirrt auf den Weg zurück zur Normalität zu machen. Es gibt einen hohen Nachholbedarf.“ Dabei sei 2G die richtige und zukunftsweisende Richtung.

Alltours geht mit Impfpflicht bei Allsun-Hotels ins Jahr 2022

Alltours begrüßt in seiner Hotelkette Allsun nur noch Gäste, die geimpft oder genesen sind. Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 17 Jahren müssen dort einen negativen Corona-Test (PCR- oder Antigen-Test) mitbringen, der von einem autorisierten Institut durchgeführt wurde. Bei Einreise darf der Test nicht älter als 48 Stunden sein. „Alltours will all seinen Allsun-Gästen höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie ihren Urlaub entspannt genießen können“, sagt Verhuven, der traditionell eine große Nachfrage bei den Balearen und vor allem Mallorca sieht. Das heißt aber auch: „Wir haben im Portfolio noch Tausende Hotels im Angebot. Es gibt deshalb auch sehr viele andere Möglichkeiten.“

Studiosus geht mit 2G-Regel ins Jahr 2022

Studiosus hat auf die zunehmenden Herausforderungen in der Praxis – von Testpflicht bis restriktive Einreisebedingungen für Nichtgeimpfte – reagiert und seit Anfang Oktober auf 2G umgestellt. „Dadurch haben wir es geschafft, weiterhin ein reibungsloses Reiseerlebnis für unsere Gäste zu ermöglichen. Eine Entscheidung, die unsere Gäste sehr gelassen aufgenommen haben, sehr oft sogar zustimmend“, sagt Pressesprecher Frano Ilic.

Hintergrund für die Entscheidung sei die nicht vorhersehbare Entwicklung bei den Corona-Fallzahlen und die damit verbundenen Verschärfungen der Hygienemaßnahmen. Denn: „Während sich die Bestimmungen für Geimpfte und Genesene meistens nicht ändern, sind vor allem Getestete von den Verschärfungen betroffen – etwa bei der Einreise in das jeweilige Land oder beim Zugang zu Restaurants, Geschäften oder Museen.“ Wegen der notwendigen Tests und des damit verbundenen Zeitaufwands könne ein reibungsloser Reiseablauf nicht mehr gewährleistet werden, sagt Ilic.

Studiosus blickt optimistisch auf 2022

Der Ausblick auf den Reisesommer fällt bei Studiosus, Deutschlands größtem Anbieter von Studienreisen, optimistisch aus: „Gefragt sind insbesondere europäische Ziele wie Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien, Portugal, aber auch Island“, sagt der Pressesprecher. „Auf der Fernstrecke öffnen sich immer mehr Destinationen, hier konnten wir seit Anfang Oktober zum Beispiel wieder Reisen nach Jordanien und in den Oman durchführen.“

Die Gesamtnachfrage hinke allerdings der Europanachfrage immer noch hinterher, räumt Ilic ein. „Das wird auch 2022 so bleiben.“

Die Felsenstadt Petra in Jordanien ist ein Highlight in dem Land

Gebeco – Reisen bis Ende 2022 buchbar

Der Reiseveranstalter Gebeco hat bereits im April alle Reisen bis Ende 2022 buchbar gemacht und neue Kataloge aufgelegt. „Die ersten Buchungen und Vormerkungen für 2022 sind bereits eingegangen“, sagt Geschäftsführer Michael Knapp, „und einige Gäste freuen sich darauf, ihre umgebuchte Fernreise in 2022 umsetzen zu können.“

Knapp rät, sich besonders für beliebte Ziele wie Japan, Costa Rica, Vietnam, Neuseeland und Australien schon den Wunschtermin zu sichern oder eine Vormerkung anzufragen. „Die Öffnung der USA und Thailands im November haben sicher Signalwirkung auf weitere Ferndestinationen“, meint er. Die Nachfrage nach Aktivreisen oder Reiseelementen mit Aktivcharakter werde anhalten.

Zudem werde sich der aktuelle Trend hin zu mehr kurzfristigen Buchungen noch weiter verstärken und Thema sein, wann immer Destinationen ihre Reisebedingungen lockern, glaubt der Gebeco-Geschäftsführer. „Aktuell steht weiterhin Europa – Italien, die Iberische Halbinsel, das Baltikum, Griechenland, Zypern, Malta, Türkei, Irland sowie die Britischen Inseln – auf der Liste der beliebtesten Destinationen ganz oben. Aber auch Reisen in Länder wie Usbekistan, das südliche Afrika und Uganda. Für die Ferne zeichnet sich derzeit bereits eine gute Nachfrage für Marokko, Israel, Jordanien, Ägypten, Oman, Vietnam, Japan und Costa Rica ab.“

Geoplan: Großer Nachholbedarf in 2022

Auch Angela Harde, Head of Product & Operations beim Berliner Reiseveranstalter Geoplan, sieht einen großen Nachholbedarf. „Für 2022 gehen wir davon aus, dass unsere Gäste sich gemäß den Öffnungsperspektiven schnell und auch kurzfristig entscheiden werden. Die Lust nach Reisen in die Ferne ist – da lange nicht möglich – enorm.“ Zudem glaubt Harde, dass die Infrastruktur in den Zielgebieten in nächster Zeit keinen Massentourismus zulasse. „Somit wird es weniger Besucher zum Beispiel an den Sehenswürdigkeiten geben – was unseren Gästen zugutekommt“, sagt sie.

Harde geht davon aus, dass bei Geoplan „vor allem die Reisen nach Asien wieder einen Boom erleben werden. Unsere Asienkunden stehen schon in den Startlöchern. Sri Lanka ist stark nachgefragt und die Einreisemöglichkeiten in Thailand haben die Nachfrage nach Reisen dorthin erhöht.“ Generell sei erkennbar, dass auch komplexe Fernreisen, die in der Vergangenheit Monate im Voraus geplant wurden, kurzfristig gebucht werden.

Regenwald, trockene Ebenen, Hochland und Strände: Sri Lanka (ehemals Ceylon) ist eine vielfältige Inselnation südlich von Indien im Indischen Ozean. Berühmt sind die alten buddhistischen Ruinen sowie die Festung Sigiriya aus dem 5. Jahrhundert.

Die individuell ausgearbeiteten Geoplan-Reisen seien in diesen besonderen Zeiten die optimale Möglichkeit, die Welt zu bereisen. „Beratung und direkte Erreichbarkeit der Reiseveranstalter rücken immer mehr in den Fokus“, hat Harde beobachtet. „Gäste tendieren dazu, Reisen, die sie gegebenenfalls vor der Pandemie selbst organisiert haben, in die Hände von Veranstaltern zu geben, um somit durch die Buchung einer Pauschalreise abgesichert zu sein.“