Die Insel ist klein, das Staunen dafür groß: Wer Urlaub auf Sylt macht, wird im Nu von der umwerfenden Kulisse gepackt. Die raue Nordsee im Westen, das stille Wattenmeer im Osten. Urwüchsige Heidelandschaften und weite Dünen. Verträumte Kapitänsdörfer und urige Friesenhäuser – und mittendrin immer wieder der bunte Inselalltag und das Flair der „deutschen Hamptons“. Wir haben die schönsten Orte auf Sylt, die du unbedingt sehen solltest.

Spektakulär: Rotes Kliff

Ein Naturspektakel in unfassbar schönen Farben liegt zwischen Wenningstedt und Kampen. Hier erhebt sich das Rote Kliff auf 30 Meter Höhe und vier Kilometer Länge. Das Besondere ist die Farbe: Die Steilkante schimmert rostrot, sobald die Sonne untergeht, leuchten die Farben noch stärker als am Tag.

Das Rote Kliff erhebt sich auf 30 Meter Höhe und vier Kilometer Länge.

Entstanden ist die Steilkante vor 120.000 Jahren durch Gletscherablagerungen. Die Farbe ergibt sich wegen der eisenhaltigen Bestandteile des Lehmkies und war schon immer wichtig auf Sylt, denn das Rote Kliff diente Seefahrern früher zur Orientierung. Die Farben strahlten so weit, dass die Steilkante von der dänischen Küste aus gesehen werden konnte.

Aussichtsreich: Uwe-Düne

Sylt ist klein, kompakt und vor allem flach. Der höchste Punkt der Insel ist deshalb im wahrsten Sinne des Wortes ein Highlight. In Kampen erhebt sich die Uwe-Düne auf 52,5 Meter Höhe, der Weg hinauf führt über 110 Stufen.

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Die Uwe-Düne ist der höchste Punkt der Insel Sylt.

Oben angekommen erwarten dich ein Bilderbuch-Panorama und eine 360-Grad-Aussicht, bei der du sowohl den Weststrand als auch das Wattenmeer im Blick hast. Ist das Wetter gut, kann man sogar die dänische Insel Rømø im Norden und das dänisch-deutsche Festland im Osten sehen.

Angesagt: Kampen

Nirgendwo auf Sylt sind die Immobilienpreise höher als in Kampen – und nirgendwo gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr noble Geschäfte und teure Lokale. Doch Kampen bedeutet längst nicht nur Luxus und High Society. Ja, es ist der luxuriöseste Punkt auf der Insel, aber eben nicht nur.

Kampen gilt als Luxus-Ort auf Sylt und liegt inmitten einer malerischen Naturlandschaft.

Der 5000-Einwohner-Ort liegt inmitten einer malerischen Naturlandschaft, zur Uwe-Düne, zum Roten Kliff oder an die Wattseite ist es nur einen Katzensprung. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, egal ob zum Windowshopping der Designerläden, zum Staunen über die malerischen Friesenhäuser oder für einen Drink am berühmten Strönwai, der Whiskeymeile.

Historisch: Keitum

Wer eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen möchte, sollte nach Keitum fahren. Bekannt als das schönste Kapitänsdorf von Sylt, taucht man hier in die spannende Geschichte der Insel und vieler Seemanns-Familien ein. Die meisten Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert, als der Walfang noch die Haupterwerbsquelle der Insel Sylt war.

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Keitum ist bekannt als das schönste Kapitänsdorf von Sylt.

Im Sylter Heimatmuseum– unübersehbar wegen seines Eingangstors aus Unterkieferknochen eines Finnwals – lernt man viel über Sylt und seine Seefahrertraditionen. Doch Keitum steht längst nicht nur für Geschichte: Im Laufe der letzten Jahre entwickelte sich der Ort mehr und mehr zum neuen Hotspot – mit Teestuben, Boutiquen und Kunsthandwerk.

Idyllisch: Rantumbecken

Auf der Wattseite liegt bei Rantum ein Naturparadies, das man unbedingt erleben muss: Das Rantumbecken ist ein knapp 600 Hektar großes Wasserbecken, das Ende der 30er-Jahre durch einen Deich umbaut wurde. Heute befindet sich hier eines der artenreichsten Vogelschutzgebiete Nordddeutschlands.

Meer, Schafe und der Deich vom Rantumbecken.

Besonders schön ist die Erkundung auf dem Fahrrad. Sobald man auf den Rantumbecken-Deich abbiegt, eröffnet sich einem ein spektakulärer Blick auf den Deich, der das Rantumbecken und das Wattenmeer voneinander trennt, und unzählige Schafe, die hier grasen.

Legendär: Buhne 16

Es gibt auf Sylt viele Strandlokale in spektakulärer Lage, da ist die Suche nach dem besten sehr schwer. Eines hat jedoch eine besonders lange Geschichte und noch heute einen der schönsten Strandabschnitte: die Buhne 16. FKK hat auf Sylt eine lange Geschichte, hier wurde in den 60er-Jahren die Nacktbadekultur besonders gefeiert.

Legendär auf Sylt: Die Buhne 16.

Damals traf sich die High Society an der Buhne 16, wobei nicht alle glücklich damit waren. So soll angeblich Romy Schneider 1968 gemeckert haben: „In jeder Welle hängt ein nackter Arsch.“ Heute sind die Nackten weniger geworden, der Strand ist aber noch immer ein Traum.

Malerisch: Radweg von Westerland nach List

Sylt ist nur knapp 40 Kilometer lang und 13 Kilometer breit, hat aber rund 200 Kilometer Radwege. Die beliebteste Route ist die Strecke von Westerland nach List. Zu Recht, denn unterwegs fährt man durch die Naturschutzgebiete der Insel, vorbei an den Wanderdünen von Sylt bis hoch nach List.

Einer der beliebtesten Radwege auf Sylt führt von Westerland nach List.

Parallel zur Strandpromenade in Westerland verläuft der Fuß- und Radweg, der erst durch die Dünen bis nach Wenningstedt und Kampen führt und danach entlang der Trasse der alten Sylter Inselbahn verläuft, die zwischen 1888 und 1970 die Inselorte miteinander verbunden hat.

Phänomenal: Wanderdünen 

Ein Phänomen auf Sylt sind die Wanderdünen im Norden der Insel, das größte zusammenhängende Wanderdünengebiet Europas. Die Wanderdünen in List stehen seit 1923 unter Naturschutz und erreichen eine Höhe von 30 Meter. 

Die Wanderdünen in List erreichen eine Höhe von 30 Meter. 

Die größte Düne wandert im Schnitt zehn Meter im Jahr gen Osten. Um die Sandberge vom Wandern abzuhalten, pflanzen Naturschützer Strandhafer an den Dünen. Der bildet Wurzeln, die bis zu zwölf Meter lang werden und tief in den Boden eindringen. Wandern in den Dünen hier ist verboten, es gibt aber Aussichtsplattformen, die man über Holztreppen erreicht.

Trubelig: Hafen List

In List führt kein Weg vorbei am Hafen. Hierher kommt man zum Fischbrötchenessen, zum Shoppen und wenn man in See stechen will, denn in List starten die Ausflugsschifffahrten der Adler-Schiffe ins Wattenmeer und die Syltfähre, die zur dänischen Insel Rømø schippert.

Im Hafen von List starten die Adler-Schiffe ins Wattenmeer und die Syltfähre zur dänischen Insel Rømø.

Im Hafen gibt es zahlreiche Restaurants, kleine Läden, viele bunte Stände in der „Alten Tonnenhalle“ – und natürlich eine große Gosch-Filiale. Pro Jahr gehen auf Sylt rund 750.000 Fischbrötchen über die Theke – viele davon bei Gosch Sylt, dem Fischbrötchen-Imperium der Insel, das vom Insulaner Jürgen Gosch gegründet wurde. 1972 eröffnete er seine erste Fischbude im Hafen von List.

Paradiesisch: Ellenbogen

Jene Stelle auf Sylt, wo im Norden eine Landzunge weit in die Nordsee reicht, heißt wegen ihrer Form Ellenbogen. Die Gegend ist nicht nur wegen des Namens etwas Besonderes. Das gesamte Gebiet befindet sich in Privatbesitz zweier Familien, daher kostet es auch 5 Euro Maut, über die Privatstraße an den Ellenbogen zu fahren.

Malerische Dünen am Ellenbogen auf Sylt.

Das lohnt sich aber, denn dich begrüßt ein Naturparadies aus Heidelandschaft, Wanderdünen, Wildvögeln und Schafen. Hier oben liegt auch die schmalste Stelle der Insel zu, die gerade mal 320 Meter breit ist. Der Strand ist butterweich, baden ist allerdings verboten: Da Nordsee und Wattenmeer an dieser Stelle aufeinandertreffen, sind die Strömungen zu stark.