Spieglein, Spieglein, an der Wand, … welches ist das schönste Dorf im Land? Diese Frage in Italien zu beantworten ist schier unmöglich, oder? Deswegen hat die Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ (zu Deutsch: die schönsten Dörfer Italiens) auch ganz einfach eine lange Liste erstellt, auf der nun schon 325 der schönsten Dörfer stehen. 

Neu hinzugekommen sind im Herbst 2021 die zwölf Örtchen Alberobello, Bellano, Buccheri, Calascibetta, Campiglia, Marittima, Castelnuovo di Porto, Crecchio, La Maddalena, Luserna, Nocera Umbra, Petritoli, Pieve Tesino. Was diese auszeichnet? Wir verraten es dir:

1. Alberobello

Alberobello liegt in der Provinz Bari, hat etwa 12.000 Einwohner, und ist ein echter Touristenmagnet. Grund dafür sind die sogenannten Trulli – dabei handelt es sich um weiße, runde Häuser mit kegelförmigen Dächern. Gebaut wurden sie aus dem Kalkstein des Gebietes Murge. Die zipfelmützenartigen Dächer ragen zwischen Olivenhainen und Weingärten hervor und verleihen dem Ort einen einzigartigen Charme. 

Im Stadtviertel Monti verteilen sich auf einem Hügel 1030 Trulli auf acht Straßen, in denen etwa 3000 Einwohner wohnen. Es gibt dort sogar eine Trulli-Kirche, Sant’Antonio. Die Häuser gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

Atemberaubender Blick auf die Gebäude in Alberobello.

2. Bellano

Der kleine Ort Bellano am Comer See ist ein echter Hingucker: Er erhebt sich auf einem Vorsprung an der Spitze des Dreiecks zwischen Como und Lecco, das die beiden südlichen Arme des Sees trennt. Typisch für das Ortsbild sind enge Treppengassen, malerische Plätze sowie die Uferpromenade.

Ein kleines Naturwunder hat Bellano außerdem parat: Die tiefe Naturschlucht (L'Orrido) wurde geschaffen durch das Wasser des Wildbachs Pioverna.

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Blick auf Bellano und den Comer See im Sommer. Das Dorf gehört nun offiziell zu den schönsten in Italien.

3. Buccheri

Wer nach Buccheri will, muss in den Südosten der Insel Sizilien. Das Dort mit etwa 1800 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Teil des Freien Gemeindekonsortiums Syrakus. Es lebt vor allem von der Landwirtschaft, hat jedoch auch für Reisende einige Sehenswürdigkeiten parat. 

Buccheri ist ein Ort auf der Insel Sizilien – sie gehört nun zu den schönsten Dörfern Italiens.

Sie können beispielsweise Reste der Mittelalterstadt sehen, die bei einem Erdbeben 1693 zerstört wurde. Es steht noch ein Turmstumpf des Normannenkastells der Familie Paternò. Das heutige Buccheri wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

4. Calascibetta

Und noch ein Ort auf Sizilien zählt neu zu den schönsten Italiens: Calascibetta ist ein kleines, wenig bekanntes mittelalterliches Dorf in der Mitte der Insel. Wer einen Rundumblick darauf haben will, der fährt ins etwa sechs Kilometer entfernte Enna. Von dort haben Reisende einen fantastischen Blick über Calascibetta und die umliegenden Hügel.

Wer im Dorf selbst unterwegs ist, entdeckt neben einer schönen Altstadt auch elf Kirchen. Eine beeindruckende Anzahl angesichts der nur rund 4300 Einwohnerinnen und Einwohner.

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Calascibetta ist ein Ort im Freien Gemeindekonsortium Enna auf der Insel Sizilien. Auch er gehört zu den schönsten Dörfern Italiens.

5. Campiglia Marittima

Der Urlaubsort Campiglia Marittima thront auf einem Hügel in der Nähe von San Vincenzo und Piombino in der toskanischen Provinz Livorno. Der Beiname verrät es bereits: Das Meer ist nicht weit weg. Nur 1,5 Kilometer entfernt erstreckt sich die Küste der Etruskischen Riviera. Die Gemeinde ist so beliebt, dass die Häuser inzwischen bis in die Ebene hinunter gebaut wurden. Touristinnen und Touristen kommen gerne, besonders Badeurlaub und ein Aufenthalt auf dem Bauernhof steht bei Familien hoch im Kurs.

Der Urlaubsort Campiglia Marittima liegt in der Nähe von San Vincenzo und Piombino in der toskanischen Provinz Livorno.

6. Castelnuovo di Porto

36 Kilometer nördlich von Rom finden Reisende Castelnuovo di Porto. Der Ort ist noch ein echter Geheimtipp. 

Der Ort Castelnuovo di Porto liegt 36 Kilometer nördlich von Rom. Er gehört nun auch zu den schönsten Dörfern Italiens.

7. Crecchio

Crecchio befindet sich in exponierter Lage auf einem Hügel in den Abbruzzen, etwa 15 Kilometer von der Adriaküste entfernt. Sehenswert sind unter anderem das Castello Ducale, in dem das „byzantinische und frühmittelalterliche Museum der Abruzzen“ integriert ist, die Kirche Santissimo Salvatore sowie die Kirche Santa Maria da Piedi samt des Palazzos Monaco.

Wer nach Crecchio kommt, wird sicherlich den ein oder anderen feinen Tropfen probieren – die Haupteinnahmequelle der Menschen in dieser Region ist der Weinbau. In der Gemeinde werden Reben der Sorte Montepulciano für den DOC-Wein Montepulciano d’Abruzzo angebaut.

Crecchio ist ein kleiner Ort in den Abruzzen, 15 Kilometer von der Adriaküste entfernt.

8. La Maddalena

La Maddalena befindet sich auf der gleichnamigen Inselgruppe vor der Nordostküste Sardiniens. Von Palau auf Sardinien legen Fähren im 15-Minuten-Takt zu dem Städtchen ab. Wer am Hafen ankommt, wird nicht nur auf die farbenfroh gestrichenen Hausfassaden mit schmiedeeisernen Balkonen aufmerksam. Auch der Obelisk auf dem Verkehrskreisel zum Gedenken an den italienischen Nationalhelden Giuseppe Garibaldi, den berühmtesten Einwohner La Maddalenas, ist ein Hingucker.

In den Ortskern geht es durch enge Gassen mit vielen Einkaufsmöglichkeiten. Auf den Teller kommen Meeresfrüchte, aber auch eine sardische Spezialität: Spanferkel vom Spieß.

Die Gemeinde La Maddalena befindet sich auf der gleichnamigen Inselgruppe vor der Nordostküste Sardiniens.

9. Luserna

Das Dorf Lusern (italienisch: Luserna) befindet sich auf einem südlichen Ausläufer der Hochebene von Lavarone und Folgaria in Richtung Passo Vezzena. Dort leben nur etwa 260 Menschen, doch besonders die gesprochene Sprache macht Lusern besonders: Seit fast 1000 Jahren wird dort Zimbrisch gesprochen, ein Mittelhochdeutsch mit bayerischem Tonfall. So heißt Lusern selbst in Zimbrisch „Kamou vo Lusern“.

Straßenzug in Lusern: Das kleine Dorf zählt seit 2021 zu den schönsten Orten in Italien.

Im Winter ist der Ort beliebt bei Skifahrern und Snowboardern, die im nahen Skigebiet „Skitour dei Forti“ unterwegs sind. Im Sommer gibt's nicht nur tolle Wanderwege, sondern auch die Mountainbikestrecke „100 km dei Forti“. Auf kulinarischer Seite sind Spezialitäten wie der Vezzena-Käse mittlerweile überregional bekannt und gefragt.

10. Nocera Umbra

Die italienische Gemeinde Nocera Umbra liegt im Naturpark des Monte Subasio. Im Ortsteil Bagnara am Monte Pennino entspringt der Fluss Topino. Sehenswert sind der Dom und die ehemalige Kirche San Francesco, in der sich heute die städtische Pinakothek, das Kunstmuseum, befindet.

Nocera Umbra ist eine italienische Gemeinde mit 5647 Einwohnern in der Provinz Perugia.

11. Petritoli

Petritoli ist eine Gemeinde in der italienischen Region Marken. Die Häuser wurden auf einen Hügel oberhalb des grünen Aso-Tals gebaut. Die vielen Oliven- und Maulbeerbäume machen Petritoli zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum. Reisende haben vom Ort aus einen tollen Blick in Richtung der Sibillinischen Berge und der Adriaküste. 

Sehenswürddigkeiten sind die Stadttore – das Haupttor aus dem 15. Jahrhundert besteht aus drei gotischen Bögen mit zylindrischen Türmen. Entlang der Via del Teatro, der Via dei Muraglioni und der Strada Sotto le Ripe finden sich Überreste der alten Verteidigungsmauern der Stadt.

Blick auf Petritoli – die Gemeinde südwestlich von Fermo in den Marken gehört zu den schönsten Dörfern Italiens.

12. Pieve Tesino

Pieve Tesino befindet sich am Südhang des Silana-Berges, er erstreckt sich fächerförmig über die Mulde des Tesino. Der Ort ist bei Touristinnen und Touristen sowohl im Winter als auch im Sommer beliebt. Die Landschaft rund um den Ort eignet sich gut zum Wandern, im Norden befindet sich beispielsweise die Cima d’Asta.

Im Dorf befindet sich auch das De-Gasperi-Museum, welches dem Leben des ehemaligen Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi gewidmet ist und dessen enge Bindung zu dieser Region des Trentino veranschaulicht. Sehenswert sind außerdem die Kirchen San Sebastiano und Assunta. 

Pieve Tesino ist eine Trentiner Gemeinde und zählt nun auch zu den schönsten Dörfern Italiens.

So werden die schönsten Dörfer Italiens ausgewählt

Um zum Club der „schönsten Dörfer“ zu gehören, muss ein Dorf mehrere Kriterien erfüllen: Integrität des städtischen Gefüges, architektonische Harmonie, Bewohnbarkeit des Ortes, künstlerische und historische Qualität von öffentlichen und privaten Gebäuden, Bürgerservice sowie (am Ende geht’s ja meist nie ohne Kohle) die Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrages.

Meist handelt es sich bei den verifizierten Örtchen um kleine, oft mittelalterliche Zentren des Landes, manchmal auch einzelne Stadtteile, Fraktionen und Burgen von „herausragendem historischem und künstlerischem Interesse“. Sie befinden sich oft abseits der normalen Touristenstrecken, sind also echte Geheimtipps für Reisende. Die Dörfer leiden häufig unter der Landflucht, schrumpfen also, damit steigt das Risiko für Verfall und Verwahrlosung.