17 auf einen Streich: Die Ortschaften auf Föhr werden historisch unterteilt in Westerland-Föhr mit den Orten Borgsum, Witsum, Hedehusum, Utersum, Dunsum, Süderende, Oldsum und in Osterland-Föhr mit Wyk, Wrixum, Oevenum, Midlum, Alkersum, Nieblum und Goting. Klar ist: Jedes für sich ist absolut sehenswert. Unsere Auswahl soll die Lust wecken, auf Insel-Rallye zu gehen und im Urlaub auf Föhr alle 17 Dörfer zu besuchen.

Wyk und seine Seebadtradition

Föhr ist zwar die zweitgrößte deutsche Nordseeinsel, von groß kann man aber nicht sprechen: Auf einer Fläche von 82,82 Quadratkilometern leben nur rund 8300 Menschen. Die Inselhauptstadt Wyk ist das Herz von Föhr. Das Nordseeheilbad hat eine lange Geschichte: Schon im Jahr 1819 begann der Badebetrieb hier. Somit gilt Wyk als erstes Seebad von Schleswig-Holstein. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war der Ort sogar das Feriendomizil des dänischen Königshauses.

Der Strand in Wyk auf der Nordseeinsel Föhr.

Heute führt kein Urlaub auf Föhr an Wyk vorbei, denn es ist der lebendigste Ferienort der Insel. Hier ist stets viel los – egal ob am Strand, am Hafen oder in der Innenstadt. In Wyk kommt man mit der Fähre an – und geht einkaufen oder im Restaurant essen. Der Tourismus konzentriert sich auf den Strand und die Promenade Sandwall, die als eine der schönsten Flaniermeilen Deutschlands gilt.

Nieblum und seine Friesenhäuser

Nieblum wird gern als das berühmteste Dorf auf Föhr bezeichnet. Das liegt an dem Dorfcharakter, der sich durch die typische Friesen-Architektur auszeichnet. Föhr ist wie Sylt und Amrum bekannt für Friesenhäuser. Auf der Insel gibt es viele Gebäude in der regionstypischen Bauweise, die schönsten entdeckt man in Nieblum.

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Buntes Dorfleben in Nieblum, einem der schönsten Dörfer der Insel Föhr.

In Nieblum reihen sich reetgedeckte Friesenhäuser und weiß getünchte Kapitänshäuser aneinander mit den typischen Friesenwällen und leuchtenden Heckenrosen. Es gibt auch eine Reihe schöner Ferienwohnungen und Ferienhäuser – und mit etwas Glück können Reisende sogar in einem Friesenhaus wohnen.

Typische Reethäuser in Nieblum.

Borgsum und seine Windmühle

Einst gab es auf Föhr zahlreiche Mühlen, die von Seefahrern als Orientierung genutzt wurden. Heute sind nur noch fünf erhalten in den Ortschaften Wyk, Oldsum, Borgsum und Wrixum.

Die Hollländer-Windmühle in Borgsum auf Föhr.

Eine der schönsten steht im Dorf Borgsum. Dabei handelt es sich um eine Holländerwindmühle. Gegenüber der Mühle gibt es im Café „Letj Lembeck’s“ friesische Leckereien. Wer im Spätsommer in das Dorf kommt, kann eine Runde durch das große Maislabyrinth drehen, das hier jährlich installiert wird.

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Untersum und seine Seebrücke

Das Dorf Untersum ist das touristische Zentrum Westföhrs und aus zwei Gründen bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebt: Zum einen ist der Strand hier besonders schön, zum anderen haben sie von der Seebrücke in Utersum aus einen tollen Blick in Richtung Amrum und Sylt.

Leuchtender Sonnenuntergang mit Blick auf den Bootssteg von Utersum.

Dazu kommt, dass das Dorf sehr ursprünglich ist. Der Tourismus tröpfelt hier vor sich hin, es ist ruhig und beschaulich. Wer Ruhe sucht, ist in Untersum genau richtig. Pluspunkt: Auch hier gibt es viele reetgedeckte Häuser und mehrere Ferienwohnungen.

Hedehusum und sein Dorfcharakter

Fast noch dörflicher geht es in Hedehusum zu. Inmitten einer sanften, hügeligen Landschaft und viel Stille spielt sich hier ein fast schon bäuerlicher Inselalltag ab. Touristinnen und Touristen sind hier wenige unterwegs, dafür traben oft Milchkühe über die Dorfstraßen.

Im Dorf Hedehusum trifft man viele Kühe und Schafe.

Wer mit kleineren Kindern baden gehen möchte, ist in Hedehusum richtig: Die Küste hier gilt als Badestrand für Familien. Das Wasser ist flach, sodass selbst die Kleinsten keine Angst vor Wellen oder Tiefe haben müssen.

Midlum und die Inselmitte

In Midlum ist der Name Programm, denn das Dorf liegt genau in der Mitte von Föhr. Der Name bedeutet „mittlere Stätte“ oder „mittlere Heimstatt“ und geht auf das Jahr 1462 zurück. Somit ist das Dorf fast 600 Jahre alt.

Midlum liegt in der inselmitte und bezaubert mit viel Natur.

Midlum liegt auf einem Geestrücken am Rande der Marsch, die nach Norden bis zum Meer reicht und sich prima mit dem Fahrrad oder auf Spaziergängen erkunden lässt – durch Weideland mit Schafen, Kühen und Pferden. In den letzten Jahren hat sich Midlum zum Künstlerdorf gemausert und es gibt mehrere Ateliers und Kunstshops.

Dunsum und der Deich

Wer in die magische Wattlandschaft rund um Föhr eintauchen will, muss nach Dunsum fahren. Das kleine Dorf liegt an einem großen Seedeich und ist der Ausgangspunkt für die Wanderung nach Amrum, die als eine der schönsten Wattwanderungen gilt.

Eine Wattwanderung von Föhr nach Amrum startet in Dunsum.

Neben viel Ruhe ist es vor allem das Panorama, das Urlauberinnen und Urlauber nach Dunsum zieht. An der Westküste von Föhr gelegen, erleben sie in dieser Ecke der Insel die schönsten Sonnenuntergänge. Der nächste Badestrand liegt zwei Kilometer entfernt in Richtung Utersum.

Witsum und seine Natur

Ein Naturparadies ist das kleine Dorf Witsum, in dem gerade mal 70 Menschen leben. Im Westen der Insel findet man hier ein kleines Paradies. Witsum liegt am Rande des sich grob am südlichen Inselufer entlangziehenden Geeststreifens oberhalb der Godelniederung. Die Godel ist der einzige Fluss der Insel, an dem viele Seevogelarten brüten.

In Witsum fließt die Gode, der einzige Fluss auf Föhr.

Innerhalb des Gemeindegebiets liegt der Sylvert, mit knapp elf Metern Höhe eine der höchstgelegenen Landstellen der Insel. Deshalb heißt es in Witsum: „Was der Mount Everest für die ganze Erde ist, das ist der Sylvert für unsere liebe Insel Föhr.“ Bei gutem Wetter sieht man von hier aus auf die Halligen Langeneß und Hooge sowie die Insel Amrum.

Alkersum und seine Kunst

Wer sich für Kunst interessiert, sollte nach Alkersum fahren und das „Museum Kunst der Westküste“ besuchen. Das Museum sammelt, erforscht und vermittelt Kunst, die sich mit dem Thema „Meer und Küste“ auseinandersetzt. Die Sammlung umfasst den Zeitraum von 1830 bis 1930 mit Werken von Max Liebermann, Emil Nolde, Max Beckmann und Edvard Munch.

Es gibt Führungen, Workshops und Museumsrallyes, gerade Letzteres ist für Familien spannend. Zum Museum gehört das Restaurant und Café „Grethjens Gasthof“, wo Reisende in einem großen, sonnigen Gastgarten gut essen oder Kaffee und Kuchen genießen können.

In Alkersum gibt es viele Friesenhäuser und das „Museum Kunst der Westküste“.

Tipp: Wer die Dörfer der Insel erkunden möchte, aber nicht selbst fahren oder spazieren will, kann den Friesenexpress nehmen. Die zweistündige Tour führt von Wyk über die Dörfer bis nach Dunsum.