Wenn der Schneesturm vorüber ist und die Sonne vom Himmel strahlt, ist es Zeit für eine Winterwanderung. Zu Fuß durch die verschneite Landschaft kannst du den Zauber der kalten Jahreszeit am besten erleben. Ob glitzernde Eiszapfen, eingefrorene Wasserfälle oder schneebedeckte Bäume, unterwegs gibt es viel zu entdecken. Wir stellen dir in diesem Artikel acht malerische Winterwanderungen auf präparierten Wegen vor.

Besonders wichtig beim Winterwandern ist die richtige Ausrüstung. Bequeme Kleidung im Zwiebellook, feste und warme Schuhe, eine Thermoskanne mit Heißgetränk sowie ein Sitzkissen gehören unbedingt in den Rucksack. Snacks transportierst du am besten in der Kleidung möglichst nah am Körper, sodass sie nicht gefrieren. Los geht's.

1. Sauerland: Auf dem Waldskulpturenweg

Auf dem Waldskulpturenweg verbinden sich Kunst und Natur auf wunderbare Weise: Elf Plastiken, Skulpturen und Inszenierungen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern wollen hier entdeckt werden. Zum Beispiel das übergroße goldene Ei, ein bizarrer Krummstab und eine Klangskulptur, die hoch in den Himmel ragt.

Informationstafeln am Wegesrand erklären die Kunstwerke und regen zum Nachdenken an. Zwischen den Skulpturen erwarten dich dichte Fichtenwälder im Bereich des Rothaarkamms und Mischwälder in den Tälern. Die schönste Sicht ins verschneite Rothaartal hast du von Schmallenberg-Schanze aus.

Auf dem Waldskulpturenweg im Sauerland kannst du außergewöhnliche Kunstwerke entdecken, darunter den übergroßen Krummstab.

Der Weg führt auf insgesamt 23 Kilometern von Bad Berleburg nach Schmallenberg. Eine kürzere Route ist die Strecke mit Startpunkt in Schmallenberg-Schanze, die circa elf Kilometer lang ist. Samstags bringt dich das Wandertaxi des Schmallenberger Sauerland Tourismus von Schmallenberg nach Bad Berleburg, dem Startpunkt des Waldskulpturenwegs.

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2. Bayerischer Wald: Hoch oben auf dem Waldwipfelweg

Hoch hinaus geht es auf dem Waldwipfelweg in Maibrunn im Bayerischen Wald. In bis zu 30 Metern Höhe spazierst du auf einer Holzkonstruktion aus einheimischer Lärche über die schneebedeckten Tannen. So hoch über den Bäumen hast du beeindruckende Aussichten auf die verschneiten Landschaften des Bayerischen Walds, des Donautals und des Gäubodens. Unterwegs kommst du am „Haus am Kopf“ vorbei, ein kurioses Haus, das auf dem Kopf steht, und am Ende erwartet dich ein 52 Meter hoher Baumturm mit Aussichtsplattform. Der Weg ist gut einen Kilometer lang und auch für Familien mit Kinderwagen ideal geeignet.

Besonders schön ist ein Besuch des Waldwipfelwegs im Dezember. An den vier Adventswochenenden und vom 27.12. bis 30.12.2021 säumen Holzhütten den Weg, in denen Kunsthandwerk und kreative Geschenkideen ausgestellt sind. Glühwein gibt's natürlich auch. Wenn die Sonne hinter den Wipfeln verschwindet, erstrahlen die Buden und der Waldwipfelweg in glitzernden Lichtern.

Im Winter erstrahlt der Waldwipfelweg im Lichterglanz.

Achtung: Für den Waldwipfelweg solltest du dich besonders warm anziehen, hier oben ist es nicht nur durch die Höhe kalt, es pfeift auch gerne mal der Wind. Zum Aufwärmen zwischendurch lädt übrigens das Woid-Wipfe-Häusle mit leckerer bayerischer Küche ein.

3. Allgäu: Durch die Breitachklamm

Wow, diese Winterwanderung ist wirklich spektakulär: In der Breitachklamm bei Oberstdorf verwandelt die Kälte Wasserfälle in Vorhänge aus Eis, schneebedeckte Felsen ragen hoch hinauf und Eiszapfen glitzern in den wenigen Sonnenstrahlen, die die Klamm erreichen. Vom Zwingsteg aus hast du einen atemberaubenden Blick in die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas.

Ein ganz besonderes Erlebnis sind die Fackelwanderungen in der Klamm von Ende Dezember bis circa Ende Februar. Dann funkeln die Eiskristalle im Feuerschein und geheimnisvolle Schatten säumen den Weg.

Der Rundweg ist circa fünf Kilometer lang und führt von Oberstorf Tiefenbach über die Alpe Dornach wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Wanderung dauert circa zweieinhalb Stunden.

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Die Breitachklamm ist die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas und im Winter besonders spektakulär.

4. Schweiz: Unterwegs in der Biosphäre Entlebuch

Eine wunderschöne Winterwanderung führt von Kemmeriboden-Bad nach Salwideli durch das Entlebuch im Kanton Luzern. Die Region steckt voller Naturschätze, darunter spektakuläre Felsformationen und eine ungewöhnlich artenreiche Flora und Fauna. Kein Wunder also, dass sie das erste Unesco-Biosphärenreservat der Schweiz war.

Der Winterwandweg führt mitten durch die schneebedeckten Felsen des zerklüfteten Schrattenfluh und der beeindruckenden Brienzer Rothornkette. Zunächst folgst du dem Fluss Emme, der an kalten Tagen mit glitzernden Eiszapfen verziert ist. Später geht es hoch zu einer Lichtung, auf der du die Wärme der Wintersonne spüren kannst, und dann über den Bärselbach Richtung Schibengütsch.

Der Weg ist insgesamt acht Kilometer lang und kann in beide Richtungen begangen werden. Für die Wanderzeit solltest du circa zweieinhalb Stunden einplanen. Mit dem Bus gelangst du wieder zurück zum Ausgangspunkt.

5. Erzgebirge: Auf dem Achttausender

Du hast schon immer davon geträumt, einen Achttausender zu besteigen? Dann bist du im Erzgebirge genau richtig – hier gibt es nämlich gleich 14 Stück davon. Zumindest wenn in Dezimetern gemessen wird. Die Winterwanderung zur Scharspitze ist eine der schönsten der Region. Ausgangspunkt ist Zinnwald. Durch tief verschneite Wälder geht es auf den 807 Meter hohen Berg.

Auf dem Rückweg kommst du an der alten Bobbahn vorbei, an die Informationstafeln erinnern. Über die Waldschänke „Altes Raupennest“, das 1924 von dem Heimatdichter und Sänger Max Nacke eröffnet wurde, geht es wieder nach Zinnwald. Der Rundweg ist gut sechs Kilometer lang und dauert circa zwei Stunden.

Tipp: In der Weihnachtszeit ist der Weißbacher Pyramiden- und Krippenweg ein ganz besonderes Vergnügen. Auf neun Kilometern gibt es wunderschöne Weihnachtskrippen und Pyramiden und liebevoll gestaltete Adventskalender.

6. Österreich: Wandern im Kleinwalsertal

Im Kleinwalsertal erwarten dich über 50 Kilometer präparierte Winterwanderwege. Wunderschöne Panoramaaussichten bietet der Rundwanderweg Gottesacker. Für die fünf Kilometer lange Strecke brauchst du circa eineinhalb Stunden. Zunächst geht es mit der Bergbahn hinauf auf den Ifen, wo der Rundweg startet.

Unterwegs kommst du vorbei an den faszinierenden Schneedünen der Karstlandschaft Gottesacker und hast einen herrlichen Blick auf die atemberaubende Bergwelt des Kleinwalsertals. Immerhin bist du hier oben auf 2000 Metern! Ein kleinerer Rundweg führt übrigens auf drei Kilometern über das Gottesackerplateau.

Ebenfalls sehenswert ist der Wanderweg entlang des Flusses Breitach mit beeindruckenden Eisformationen und der Leidtobelbrücke, eine der letzten traditionellen überdachten Holzbrücken in der Region.

Auf dem Gottesackerplateau wanderst du durch faszinierende Schneedünen.

7. Österreich: Entdecke „Sieben Plätze“ in der Steiermark

Sieben Plätze, sieben Schätze“ ist das Motto dieser Winterwanderung in der Steiermark. Zu entdecken gibt es neben einer traumhaften Winterlandschaft die wunderschönen Arbeiten des bekannten Holzschnitzers Hans Pendl. Startpunkt ist der charmante Ort Sankt Ruprecht an der Raab, wo sich im Winter die Häuser unter der dichten Schneedecke ducken. Zunächst geht es zur Kernkappelle, von wo aus du einen herrlichen Blick auf die winterliche Steiermark hast.

Über den Kunstpark mit einem Sammelsurium an Kunstobjekten von über 30 Künstlerinnen und Künstlern der Region, geht es zur sagenumwobenen Stefaniequelle. Im 18. Jahrhundert pilgerten die Menschen hierher, um durch äußerliche Waschungen mit dem Quellwasser ihre Augenleiden zu lindern. Heute lädt der romantische Platz mitten im Wald zum Rasten und Verweilen ein.

Der Rückweg führt durch einen alten Apfelgarten mit Blick auf das verschneite Sankt Ruprecht wieder in den Ort. Die Wanderung ist gut elf Kilometer lang und dauert circa vier Stunden.

8. Harz: Auf dem Goetheweg zum Brocken

Angeblich hat Goethe den Weg zum Brocken mitten im Winter in nur einem Tag geschafft. Im Oberharz kannst du in seinen Fußspuren wandeln und von Torfhaus aus auf dem Goetheweg gemütlich den 1141 Meter hohen Brocken erklimmen. Gemütlich, weil im Gegensatz zu Goethes Zeit der Wanderweg heute im Winter geräumt und gut begehbar ist.

Der Weg führt durch ein bewaldetes Hochmoor und entlang eines plätschernden Wasserlaufes voll Eiszapfen. Ein Stückchen weiter erreichst du die ehemalige innerdeutsche Grenze, deren Verlauf du kurzzeitig folgst. Vom Brocken aus hast du eine wunderschöne Sicht auf den verschneiten Harz.

Einer der schönsten Winterwanderwege im Harz: Der Goetheweg zum Brocken.

Die Strecke von Torfhaus den Brocken hoch ist knapp acht Kilometer lang und dauert circa zwei Stunden. Für den Rückweg empfehlen wir die Fahrt mit der Brockenbahn, einer urigen Dampflokomotive, die auch im Winter täglich fährt.