Der Süden Italiens wird von heftigen Unwettern heimgesucht. Die Altstadt von Catania auf der Insel Sizilien versinkt in Wassermassen, der Katastrophenschutz hat die Alarmstufe Rot ausgerufen. Was das für Reisende bedeutet.

Es sind unwirkliche Bilder: Tosende Wassermassen schieben sich wie Sturzfluten durch die Altstadt von Catania. Die Straßen des Urlaubsortes auf Sizilien haben sich in Flüsse verwandelt, die Piazza Duomo in einen See. Auch der bei Touristinnen und Touristen beliebte Fischmarkt, die Pesceria, steht unter Wasser. In einigen Teilen der Altstadt, auch im Rathaus, ist der Strom ausgefallen. Mindestens eine Frau soll gestorben sein, heißt es laut der italienischen Nachrichtenagentur Insa. Videos auf Twitter zeigen unglaubliche Szenen.

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Ein Tief über dem Mittelmeer bringt die extremen Wassermassen mit sich. Die Schulen in Messina, Catania und Syrakus wurden geschlossen, Dutzende Flüge wurden umgeleitet. In Scordia unweit des Vulkans Ätna mussten fünf ausländische Touristen vom Katastrophenschutz gerettet werden. Der Kleinbus, in dem sie unterwegs waren, war von den Wassermassen erfasst worden.

Welche Regionen in Italien sind von den Unwettern betroffen?

Besserung scheint nicht zeitnah in Sicht. So sagte RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Das Gros der Berechnungen sieht im Bereich Süditalien und Ionisches Meer bis einschließlich Samstag nochmals Spitzenmengen von um die 300 bis 500 Liter Regen pro Quadratmeter. Damit drohen stellenweise schwere Überflutungen. Auch Erdrutsche sind nicht auszuschließen.“ Von dem extremen Unwetter betroffen sind Sizilien, Kalabrien und Apulien. Und erst am Wochenende soll sich die Lage in den betroffenen Regionen deutlich entspannen. 

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Haben die Flughäfen geöffnet?

Der Flughafen von Catania hat weiterhin geöffnet, allerdings wird die geplante Schließung des Terminals C für den 1. November aufgrund anhaltender und widriger Wetterbedingungen auf den 26. Oktober vorgezogen. Auch die anderen Flughäfen in Süditalien haben geöffnet. (Stand: 26. Oktober). 

Kann ich den geplanten Urlaub in Italien stornieren?

Wer eine Unterkunft in einer betroffenen Region gebucht hat, fragt sich nun womöglich: Bekomme ich mein Geld erstattet, wenn ich nicht anreisen kann oder möchte?

Bei einer Pauschalreise können Urlaubende aufgrund außergewöhnlicher Umstände kostenlos stornieren – allerdings nur, wenn die Überschwemmungen in unmittelbarer Nähe zum Urlaubsort aufgetreten sind und es konkrete Beeinträchtigungen gibt. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem reisereporter. Die Reiseveranstalter müssen ihren Kunden in dem Fall sämtliche Kosten erstatten.

Dabei sollten Pauschalreisende immer schriftlich von der Reise zurücktreten, informiert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dafür stellt die Zentrale beispielsweise Musterbriefe zur Verfügung.

Womit müssen Individualreisende rechnen?

Individualreisende müssen hingegen in die Vertragsbedingungen ihres Fluges und ihrer gebuchten Unterkunft schauen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, ergibt sich kein Recht auf eine gebührenfreie Stornierung.

„Ist die Ferienunterkunft zugänglich und ohne Gefahr für Leib oder Leben nutzbar, ist man auf die Kulanz des Anbieters oder günstige AGB angewiesen“, heißt es vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ). Das bedeutet, entweder wurde ohnehin mit kurzfristiger Storno-Möglichkeit gebucht oder der Anbieter der Unterkunft stimmt zum Beispiel der Verschiebung des Urlaubs zu. Ein kostenloses Stornierungsrecht ergebe sich auch nicht, wenn wegen der Flutschäden Ausflugsziele in der Region nicht erreichbar sind. Ausnahmen gebe es gelegentlich nur, wenn das Ausflugsziel explizit beworben wurde.