Nachdem die Züge während der Corona-Pandemie monatelang halb leer durch Deutschland gefahren sind, werden sie jetzt wieder voller. Besonders an Weihnachten dürften wieder mehr Reisende die Bahn nutzen: „Wir erwarten in diesem Jahr eine stärkere Nachfrage als 2020“, heißt es von der Deutschen Bahn auf Anfrage des reisereporters. In früheren Jahren waren dann überfüllte Waggons und auf dem Boden sitzende Reisende an der Tagesordnung.

Dieses Jahr will der Konzern ein Chaos verhindern: Bereits seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember bietet die DB daher rund 50.000 Sitzplätze mehr pro Tag gegenüber dem Vorjahr an. Dazu gehören zum einen neue Verbindungen wie die ICE-Sprinter zwischen Berlin und Köln/Bonn oder die neue Fernverkehrslinie Frankfurt–Münster/Dortmund. Zum anderen kommen verstärkt neue ICE 4 in XXL mit über 900 Sitzplätzen zum Einsatz, so ein DB-Sprecher.

XXL-ICE an Weihnachten: Auf diesen Strecken sind die Züge unterwegs

Ein Beispiel dafür sei die ICE-Linie von München über Stuttgart, Frankfurt und Köln nach Dortmund, die ab Mitte Dezember über Münster, Osnabrück und Bremen nach Hamburg verlängert wird. Dort fahren dann ausschließlich XXL-ICE.

Die Deutsche Bahn meldet über ihre App ab jetzt zu volle Züge. (Symbolbild)

Zusätzlich würden im DB-Fernverkehr weitere Weihnachts-Verstärkerzüge im Umfang von mehreren Tausend Sitzplätzen pro Tag auf den Hauptachsen fahren gelassen. Somit sollen im Dezember 2021 laut Verkehrsministerium insgesamt rund 63.000 Sitzplätze pro Tag mehr angeboten werden als im Dezember 2019. Das Bahn-Angebot wächst also nicht nur im Vergleich zum vergangenen Jahr, sondern auch im Vergleich zur Zeit vor Corona.

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Fahrpreise steigen bei DB ab Mitte Dezember 

Gleichzeitig steigen aber mit dem neuen Fahrplan, der seit dem 12. Dezember gilt, auch die Fahrpreise um 1,9 Prozent. Tickets zum sogenannten Super-Sparpreis und Sparpreise soll es zwar weiterhin ab 17,90 Euro beziehungsweise 21,50 Euro geben. Dafür steigen die Flexpreise und die Preise für Streckenzeitkarten um durchschnittlich 2,9 Prozent. Auch Bahncards werden 2,9 Prozent teurer.

Bahn führt zwölf Stunden Stornoregel ein

Für etwas mehr Flexibilität sorgen hingegen neue Stornoregeln bei der Deutschen Bahn. Ab sofort ist es unabhängig von den tariflichen Angebotskonditionen möglich, gebuchte Tickets innerhalb von 12 Stunden (720 Minuten) nach der Buchung kostenlos stornieren. Sie erhalten den kompletten Zahlungsbetrag zurück. Die sogenannte Sofortstornierung ist nicht nur bei Flex-Tickets, sondern auch bei Spar- und Supersparpreis-Tickets möglich und gilt Privat- und Geschäftskunden. 

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Bahn fahren an Weihnachten: Tickets schnell buchen oder warten?

Für den Weihnachtszeitraum können die Tickets seit dem 13. Oktober gebucht werden. Dabei empfiehlt der Verkehrsclub Deutschland (VCD), dass Reisende die Bahnverbindung ihrer Wahl möglichst einen Monat vor Reisebeginn buchen sollten. Das erhöhe die Chancen auf günstige Tickets. Grundsätzlich gelte die Faustregel: Je näher der Reisezeitraum rückt, desto teurer werden die Fahrkarten. Ausnahmen gebe es allerdings bei nicht stark nachgefragten Strecken. Bei diesen kann es auch 24 Stunden vor Abfahrt noch günstige Fahrkarten geben. Der Sparpreisfinder der Bahn hilft, diese zu finden.

In Zeiten der Corona-Pandemie zeigt sich allerdings weiterhin, dass Reisende eher kurzfristig buchen. Beim Buchen des Flexpreises ist es möglich, kurzfristig umzubuchen oder zu stornieren.

Verreisen zu Weihnachten: Wann ist die beste Reisezeit?

Grundsätzlich sei der ideale Zeitraum zum Verreisen aus Preissicht laut dem Fahrgastverband Pro Bahn dienstags und donnerstags sowie samstags vor 10 Uhr oder nach 20 Uhr. Hingegen sollten wegen der hohen Auslastung Freitage, Sonntage sowie die Tage direkt vor und nach Weihnachten, Silvester und Neujahr gemieden werden.

Die Deutsche Bahn empfiehlt das Tragen einer FFP2-Maske bei Bahnreisen.

Auch die DB geht davon aus, dass ein Hauptreisetag der 23. Dezember sein wird. „Wir empfehlen, für Reisen in der Weihnachtszeit auf jeden Fall einen Sitzplatz zu reservieren“, heißt es gegenüber dem reisereporter. Bei der Verbindungssuche zeige eine Auslastungsanzeige, wie stark ein Zug ausgelastet sei. So haben Reisende die Möglichkeit, gegebenenfalls eine andere Verbindung zu wählen. Bei einer mittleren Auslastung wird voraussichtlich mindestens die Hälfte der Sitzplätze belegt sein.

Spar-Tipp: Wer bei der Deutschen Bahn bucht, für den kann es günstiger sein, den ICE aus der Suche auszuschließen und stattdessen nur IC zu fahren. Auch ausschließlich den Nahverkehr zu nutzen sei eine Alternative. Es gebe auch sehr weit reichende Regionalexpress-Verbindungen, so der VCD. Zudem lohne sich der Vergleich der Bahn-Angebote mit Flixtrain-Angeboten.

Kinder fahren im Fernverkehr kostenlos

Für Reisende, die gemeinsam verreisen, bieten sich Gruppentickets wie zum Beispiel das Quer-durchs-Land-Ticket an. Gut zu wissen ist zudem, dass Kinder unter sechs Jahren im DB-Fernverkehr generell kostenlos mitfahren. Kinder unter 15 Jahren fahren in Begleitung ihrer Eltern, Großeltern oder seit Neustem auch mit einer anderen Begleitperson ab 15 Jahren gratis. Voraussetzung ist, dass Kinder im Alter ab 6 Jahren auf der Fahrkarte ihrer Begleitperson eingetragen sind.

Familien zahlen bei der Sitzplatzreservierung der Bahn insgesamt 9 Euro, auch wenn mehr als zwei Personen unterwegs sind.

Masken, Tickets, 3G: Corona-Regeln bei der Deutschen Bahn

Weiterhin gelten bei Reisen die gängigen Corona-Regeln wie die Einhaltung des Mindestabstands und eine Maskenpflicht. Die DB empfiehlt den Fahrgästinnen und Fahrgästen, im Rahmen der Maskenpflicht, in Zügen, Bussen und an Bahnhöfen grundsätzlich FFP2-Masken zu tragen – in einigen Bundesländern ist das ohnehin je nach Warnstufe Pflicht. Die Verwendung von FFP2-Masken mit Ausatemventil wird dabei ausdrücklich nicht empfohlen, „teilweise ist deren Gebrauch im öffentlichen Personenverkehr auch durch die Landesverordnungen der einzelnen Bundesländer untersagt“, heißt es von der DB. 

Kinder unter sechs Jahren sind nicht verpflichtet, eine FFP2-Maske zu tragen, ebenso wie Reisende, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können und dies mit einem Attest belegen können. Und auch beim Essen und Trinken muss in den Fernverkehrszügen keine Maske getragen werden.

In den Zügen werden Tickets bei der Kontrolle nicht von Hand zu Hand gereicht, sondern bis auf Weiteres nur noch auf Sicht kontrolliert. Dieses Vorgehen wird sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr umgesetzt.

Seit Ende November gilt die 3G-Regel im öffentlichen Nah- und Fernverkehr für Fahrgäste. Nur gegen Corona geimpfte, von Covid-19 genesene oder aktuell negativ auf das Virus getestete Personen haben dann Zugang zu Bus und Bahn. Die Einhaltung der Regel wird bei Kontrollen „stichprobenartig“ überprüft.

Rückkehr aus Hochrisikogebiet? Reisende müssen Einreise-Regeln beachten

Bei Auslandsreisen müssen besondere Corona-Regeln beachtet werden. In Frankreich beispielsweise müssen alle Reisenden in den Fernverkehrszügen seit dem 1. August 2021 einen Corona-Nachweis im Sinne der 3G-Regel mit sich zu führen. In der Schweiz müssen Fahrgästinnen und ‑gäste vor der Einriese ihre Kontaktdaten mittels Online-Formular erfassen. Zudem gilt bei der Einreise in die Schweiz eine Covid-Zertifikatspflicht.

Bei der Rückkehr nach Deutschland gilt derzeit ebenfalls noch für alle Personen ab zwölf Jahren die Nachweispflicht (Impfung, Corona-Test oder Genesung) – egal, aus welchem Land und auf welchem Weg (Flugzeug, Auto, Bahn oder Bus) Reisende nach Deutschland kommen. Wer gegen die Nachweispflicht verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und ungeimpft oder nicht genesen ist, muss nach der Rückkehr in Deutschland für bis zu zehn Tage in Quarantäne. Ein Freitesten ist ab Tag fünf möglich. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne automatisch nach dem fünften Tag.