Sie sind Europas wahre „Spitzenhotels“: Auf vielen Berggipfeln der Alpen thronen einsame Gasthäuser, die wunderschöne Ausblicke versprechen. Für die zumeist aufregende Anreise werden Besucherinnen und Besucher aber nicht nur mit spektakulären Bergpanoramen belohnt. Wir stellen die sechs höchstgelegenen und ganzjährig geöffneten Hotels in Europa vor.

1. Wedelhütte, Österreich

Für die Anreise zur Wedelhütte am Marchkopf in Österreich brauchen Besucherinnen und Besucher zunächst einen Liftpass für das Skigebiet Hochzillertal. Das Fünf-Sterne-Hotel auf 2350 Metern Höhe lässt sich mit der Gondel und zwei Sesselliften erreichen.

Das Hotel ist zugleich – der Name lässt es erahnen – ein beliebtes Einkehr-Restaurant für Ski- und Snowboardfahrende. Fernab vom Trubel auf der großen Sonnenterrasse können die Hotelgästinnen und ‑gäste in komfortablen Suiten entspannen, den wunderschönen Ausblick vom eigenen Balkon aus genießen, oder sich in Infrarotkabinen, in der finnischen Sauna oder im Whirlpool mit bunt beleuchtetem Wasserfall auf der Wellnessterrasse aufwärmen – die atemberaubende Bergwelt stets im Blick.

Im höchstgelegenen Wirtshaus in Tirol wird Luxus-Liebhaberinnen und ‑Liebhabern feine ortstypische Küche kredenzt. Die Wedelhütte hat sogar ein eigenes Weingewölbe.

2. Adler Lounge, Österreich

Viel Platz für Hotelgästinnen und ‑gäste ist in der eleganten Adler Lounge am Großglockner, dem höchsten Berg in Österreich, nicht wirklich. Lediglich ein Doppelzimmer sowie zwei Suiten für jeweils bis zu vier beziehungsweise sechs Personen können gebucht werden.

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Das macht die Unterkunft auf 2621 Metern Höhe über dem Meeresspiegel zu einer exklusiven Adresse, von der Wintersportlerinnen und Wintersportler schon vor der Liftöffnung zur ersten Talabfahrt aufbrechen können.

Bekannt ist die Adler Lounge, ein moderner Design-Bau mit Glasfassade im Großglockner-Resort (41 Pistenkilometer) vor allem für ihre Küche. Das Restaurant bereitet klassische Hüttengerichte in Gourmet-Qualität zu. In der modernen Lounge mit Chill-out-Bereich im Obergeschoss wird Fondue gereicht.

Den tollen Ausblick kann aber kein Gourmet-Menu toppen: Vor dem Horizont erheben sich etwa 60 Dreitausender.

3. Alpengasthof Tibet, Italien

Auf tibetanischen Höhen liegt das Stilfser Joch in Südtirol nicht, wenngleich die Architektur des Alpengasthofes Tibet anderes vermuten lässt.

Der Hotelturm auf 2800 Metern Höhe wurde vor 60 Jahren nach tibetanischem Vorbild errichtet. Hotelier und Tibetfan Fritz Angerer ließ sich bei der Planung vom Buch „Sieben Jahre in Tibet“ inspirieren. Inneneinrichtung und Küche richten sich dagegen nach Südtiroler Maßstäben.

Kurios: Trotz der Berglage über den Wolken liegt das Hotel mit Restaurant und einfach ausgestatten Zimmern direkt an einer berühmten und viel genutzten Alpenroute.

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Die Stilfser-Joch-Straße (Passeo dello Stelvio) verbindet die Ortschaft Prad im Vinschgau (Südtirol) mit Bormio im Veltlin in der Lombardei und St. Maria in Graubünden (Schweiz). Die „Königin aller Pässe“ verzückt Motorrrad-, Mountainbike- und Autofans mit 87 steilen Kurven.

4. Diavolezza, Schweiz

Das Berghaus Diavolezza schafft es mit einer Höhe von 3000 Metern über dem Meeresspiegel nicht ganz unter die Spitzenreiter der höchstgelegenen Hotels. Dafür kann es mit „Europas höchstem Whirlpool im Freien“ werben.

Vom blubbernden Warmwasser auf der Hotelterrasse haben Besucherinnen und Besucher einen atemberaubenden Ausblick auf die Berggruppe Bernina. Ein Gläschen Wein und Spezialtäten aus dem italienischen Valtellina-Tal runden das alpine Wohlbehagen ab.

Das Hotel steht direkt am Skigebiet Diavolezza mit 350 Pistenkilometern und kann nur mit der Seilbahn erreicht werden.

Trainierte Wanderinnen und Wanderer können es im Sommer auch zu Fuß erreichen. Das Berghaus ist ein beliebter Startpunkt für die anspruchsvollen Touren zum Piz Palü und zum Piz Bernina.

5. Kulmhotel, Schweiz

Wer im höchstgelegenen Hotel der Schweizer Alpen übernachten möchte, muss am Bahnhof in Zermatt in die Gornergrat-Zahnradbahn steigen. Endtstation: das Kulmhotel, ein komfortables Bergbasislager auf 3100 Metern Höhe.

Zahnradbahn vor dem Matterhorn.

Das Drei-Sterne-Haus mit 22 Zimmern, Restaurant und WLAN dürfte in Europas Aussichts-Ranking den Spitzenplatz belegen. Aus den Fenstern der gemütlichen Zimmer lassen sich 29 Viertausender bestaunen – darunter das unverkennbare Matterhorn. Eine besondere Magie hat der einzigartige Panoramablick in Vollmondnächten, für die das Hotel in der Regel aber schon lange im Voraus ausgebucht ist.

Für Sterneguckerinnen und Sternegucker ist das Hotel ohnehin ein Sehnsuchtsort. Im „Stellarium“, einem Teleskop im Südturm des Hotels, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Weltraum. Da die Luft weitestgehend frei von Schadstoffen und Fremdlicht ist, funkeln die Sterne über dem Gornergrat besonders hell. Führungen gibt es nur für Gruppen ab zehn Personen.

Unterhalb des Hotels liegt das Matterhorn Ski Paradise mit 360 Pistenkilometern.

6. Berghotel Grawand, Italien

Bei der Ankunft im Berghotel Grawand (45 Zimmer) bleibt so manchem Gast und mancher Gästin buchstäblich die Luft weg. Das höchstgelegene Hotel Europas sitzt auf 3212 Metern Höhe im Schnalskamm, einer Bergkette in Südtirol.

Das Drei-Sterne-Haus mit Restaurant, Bar und Sauna liegt direkt an einer Skipiste und ist daher ein beliebtes Reiseziel von Skifans aus aller Welt. Zu den Stammgästinnen und ‑gästen zählen außerdem viele Leistungssportlerinnen und Leistungssportler. Sie absolvieren im Gletschergebiet Höhentrainings, um ihre Leistungsfähigkeit in der sauerstoffarmen Luft zu steigern.

Das Hotel ist per Seilbahn vom Skiort Kurzras erreichbar. Die Betreiber empfehlen Gästinnen und Gästen, sich nach der Ankunft zunächst in Ruhe zu akklimatisieren: „Ein flaues Gefühl im Magen, Kurzatmigkeit, leichter Schwindel und Schlafstörungen sind völlig normal und kein Grund zur Besorgnis, denn der Körper muss sich erst an die Höhe gewöhnen.“

Ruhe zum Akklimatisieren lässt sich im ewigen Eis aber problemlos finden. Beim Entspannen auf der Panorama-Terrasse können Besucherinnen und Besucher bei einem Heißgetränk den spektakulären Ausblick auf mehrere Dreitausender und sogar einen Viertausender genießen. Bei schönem Wetter reicht der Blick sogar bis zum Gardasee.

Sobald der Körper so weit ist, können Wintersportfans zum Beispiel zu Ski- und Langlauftouren oder einem etwa zehnminütigen Spaziergang zur Aussichtsplattform „Iceman Ötzi Peak“ auf dem Berggipfel aufbrechen. Von dort lässt sich die Fundstelle von „Ötzi“ sehen, der 1991 entdeckten und rund 5300 Jahre alten Gletschermumie.

Deutschlands höchstgelegenes Hotel liegt im Schwarzwald

Die Lagen der Unterkünfte in den Alpenstaaten erreichen die Hotels hierzulande naturgemäß nicht. Im höchstgelegenen Hotel in Deutschland erleben Besucherinnen und Besucherinnen trotzdem feinsten Berggenuss.

Der Feldberger Hof, gelegen auf 1300 Metern Höhe im Schwarzwald (Baden-Württemberg), hat 2014 seinen 150. Geburtstag gefeiert. Zur Gründung im Jahr 1864 gab es zunächst 20 Zimmer für Sommergästinnen und ‑gäste. Im Laufe der Zeit ist das Hotel mit dem aufkeimenden Ski-Tourismus im Schwarzwald gewachsen. Jetzt fokussiert sich das große Vier-Sterne-Haus auf Familien mit kleinen Kindern.

Im Feldberger Hof, dessen Inneneinrichtung an ein Kreuzfahrtschiff erinnert, gibt es fünf Restaurants, ein Hallen- und Wellnessbad, fünf Themenbereiche für Kinder verschiedenen Alters, einen großen Abenteuerspielplatz und eine 4000 Quadratmeter große Spiel- und Sporthalle.

Im Sommer haben Familien eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten. Und im Winter liegt den Besucherinnen und Besuchern das Skigebiet am Feldberg (50 Pistenkilometer) sozusagen zu Füßen. Die Piste ist nur 20 Meter vom Hoteleingang entfernt.