Perfekt geeignet für einen herbstlichen Ausflug ist die heutige Route, die uns zu den Dieteröder Klippen bei Fürstenhagen in der gemeinde Lutter im Landkreis Eichsfeld führt. Je nach Wetterlage ist dabei “Ausflug” ziemlich wörtlich zu verstehen, denn wenn der Wind ordentlich bläst, kann es oben auf dem Kamm schon ziemlich zugig werden.

Das sind die Eckdaten:

  • Länge: 8,5 Kilometer
  • Dauer: 2 Stunden

Wir starten in Fürstenhagen am Naturparkzentrum. Anhand einer Infotafel können wir uns schlau machen über die geografische Lage, mögliche Wanderwege und den “Naturlehrpfad Eibenwald”, der an dieser Stelle beginnt: Dem “Geheimnis der Eibe” lasse sich dort auf den Grund gehe, verspricht eine Tafel. Wer diesen 8,6 Kilometer langen Rundweg erkunden möchte, soll dem Eibenzweig-Symbol folgen.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Startpunkt des Wanderweges gilt es kurzzeitig, die Kinder abzulenken - Der Spielplatz ist sehr verlockend, aber dort wollen wir am Ende einkehren und nicht schon erschöpft zur Wanderung starten. Stattdessen soll es auf den Abschnitt des “Naturparks Leine-Werra” gehen, immer der Beschilderung zu den Dieteröder Klippen folgend.

Die Eisenbahnstrecke von Heiligenstadt nach Schwebda.

Also gehen wir zunächst auf der Straße vorbei an dem schon von weitem sichtbaren Wasserturm - auch dort sind noch einmal weiterführende Informationen zu möglichen Routen zu finden. Der geschotterte Weg führt auf die ausgeschilderte Strecke, die zunächst dem Verlauf des alten Bahndamms folgt.

“Dieser Weg war von 1914 bis 1947 ein Teil der Eisenbahnstrecke von Heiligenstadt nach Schwebda”, erfahren wir. 32 Kilometer lang war die Strecke, zehn Bahnhöfe befanden sich auf ihr. Und wir lernen, welche Funktion der Wasserturm hatte, dem wir bereits begegnet sind: “Da die Züge einen großen Höhenunterschied überwinden mussten, wurde eine zusätzliche Wasserversorgung notwendig.”

Im weiteren Verlauf durchwandern wir eine abwechslungsreiche Landschaft - von einer Weihnachtsbaumschule durch ein Gebiet mit vielen verschiedenen Hecken bis hin zu einem Mischwald - und begegnen hier und da hübsch gestalteten Vogelhäuschen. Nach kurzer Wanderung gelangen wir an ein Hinweisschild, das eine alternative Route ausweist: Ein Start vom Wanderparkplatz Dieteröder Klippen wäre ebenfalls möglich gewesen. Und wir sehen weitere Ideengeber: Auf unserer Route verläuft ein Teil des Südeichsfeld-Radwegs.

Hier kannst du eine tolle Aussicht mit Weitblick genießen!

Vielleicht beim nächsten Mal. Zunächst gehen wir weiter zu einem ersten Aussichtspunkt mit Weitblick. Bei der Orientierung erhalten wir wiederum Hilfestellung. “Weitblick” ist auch das Stichwort für die weitere Wanderung. Den Höhepunkt erreicht dieser auf dem Kamm. Der Ausblick ist einfach phänomenal: Vor dem Hochweg ergießen sich Kalkmagerrasenflächen, Weidelandschaften und in der Ferne die Dächer der umliegenden Orte. In der Ferne kann vom Plateau aus bei gutem Wetter bis in den Harz geblickt werden. Hinzu kommt ein besonderes Naturerlebnis: Der Wind pfeift um die Ohren, lange Haare fliegen, die Witterung ist mit jedem Schritt spürbar.

Einige mutige Mountainbiker kreuzen den Weg, ansonsten sind Wanderer dort komplett allein mit sich und der Welt - besonders bei der Rast auf einer Holzliege gibt das Gelegenheit zur Ruhe und dazu, den eigenen Gedanken nachzuhängen.

Dieteröder Klippen

Und auch auf dem Rückweg ist nicht allzu viel los - deshalb sollte, wer ängstlich ist, nicht unbedingt zu später Stunde oder an einem dunklen Tage zu der Wanderung starten. Denn unsere Wanderung führt unter anderem durch eine Unterführung. Der Weg ist zwar kurz, kann aber unter Umständen schon ein wenig herausfordern.

Nach dem letzten Abschnitt durch den Wald gelangen wir schon bald wieder zum Naturparkzentrum zurück - und nun ist endlich Gelegenheit, das Baumhaus und den Naturlehrpfad zu erkunden, bevor es zurück zum Parkplatz geht.

Viele Naturerlebnisse warten auf dieser Route.

Tipp 1

Erlebnisstationen über geschichtliche und geologische Besonderheiten der Region, ein Naturerlebnispfad mit Rätseln und ein Baumhaus: Das alles gibt es am Naturparkzentrum Fürstenhagen zu erleben. Wenn es die Corona-Lage zulässt, werden auch Veranstaltungen sowie Getränke und Snacks angeboten.

Interessierte sollten sich am besten tagesaktuell online informieren, welche Angebote bestehen: https://www.naturpark-ehw.de/besucherinfo/infomaterial/naturparkzentrum-fuerstenhagen.html.

Tipp 2

Das Grenzmuseum „Schifflersgrund“, Platz der Wiedervereinigung 1, in 37318 Asbach-Sickenberg liegt etwa 20 Autominuten von Fürstenhagen entfernt. Ein Teil der inner­deutschen Grenze ist hier als Museum erhalten geblieben. Weithin sichtbar ist der elf Meter hohe Beobachtungs­turm der DDR-­Grenz­trup­pen, außerdem gibt es zahlreiche Fahrzeuge und Hub­schrauber zu sehen sowie 1,5 Kilometer Grenz­zaun.

Tipp 3

Nach der Wanderung ist vor der Wanderung: Eine halbe Autostunde entfernt von Fürstenhagen kann der Lutterwasserfall bei Großbartloff erwandert werden - eine etwa zehn Meter hohe Steilwand gibt dort das Wasser der Lutter preis. In der schluchtartigen Vertiefung unterhalb des Wasserfalles befindet sich der Lebensraum verschiedener Vogelarten wie Wasseramsel, Zaunkönig und Gebirgsbachstelze.