Frankreich ist ein Wanderparadies: Neben unzähligen tollen Tagestouren gibt es auch hervorragend ausgeschilderte Fernwanderwege, die Grande Randonnées (GR), die durch atemberaubende Landschaften führen. 

Ob eine gemütliche Tagestour zu den schönsten Seen des Landes in den Vogesen oder eine mehrtägige Wanderung entlang der rauen Felslandschaft der Bretagne: In Frankreich kommen alle Wander-Fans auf ihre Kosten. Wir zeigen dir  sieben der schönsten Routen.

1. Elsass: Drei-Seen-Wanderung

Diese abwechslungsreiche Tagestour führt zu drei der schönsten Seen Frankreichs mitten in den Vogesen. Unterwegs gibt es beeindruckende Felsformationen, glasklares Gletscherwasser und atemberaubende Aussichten. Der elf Kilometer lange Rundweg startet am Parkplatz des Lac Noir, des schwarzen Sees. Der Name leitet sich von der dunklen, fast schwarz scheinenden Farbe des Sees ab, die durch den moorigen Untergrund entsteht. 

Zunächst geht es gemütlich am See entlang, später an bewaldeten Felshängen zum Lac Blanc, dem weißen See. Heller Quarzsand auf dem Seegrund sorgt für die ungewöhnliche Farbe. Anschließend geht es weiter Richtung Aussichtspunkt Château Hans, von wo aus Wanderer und Wanderinnen einen herrlichen Blick auf den Lac Blanc haben.

Der Lac Blanc ist einer der schönsten Seen Frankreichs.

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Das letzte Stück führt zum Lac de Truites, dem Forellensee, dessen Staumauer in den 1880er-Jahren gebaut wurde. Von hier aus geht es zurück zum Parkplatz am Lac Noir. Die Tour ist mittelschwer.​

2. Elsass: Sentier des Roches

Ebenfalls in Grenznähe zu Deutschland befindet sich der Sentier des Roches, der Felsenpfad. Die zwölf Kilometer lange Wanderung startet am Col de la Schlucht und geht bis nach Frankenthal. Der Hinweg ist anspruchsvoll, oft geht es auf schmalen Steinpfaden an Felswänden entlang. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit solltest du daher unbedingt für diese Wanderung mitbringen.

Unterwegs lohnt sich der kleine Abstecher zur Grotte Dagobert. Weiter geht es zum höchsten Punkt der Wanderung, dem Sommet de Hohneck auf 1366 Metern. Es erwartet dich ein herrliches Vogesen-Panorama und bei gutem Wetter siehst du sogar die Alpen. Der Rückweg ist wesentlich leichter und führt durch ein Skigebiet wieder zurück zum Col de la Schlucht.

Vom Felspfad aus hast du immer wieder herrliche Blicke auf die Vogesen.

3. Ardèche: Wanderung durch die Gorges de l’Ardèche

Die Gorges de l’Ardèche ist eine atemberaubende Schlucht im Süden Frankreichs. Auf dem zweitägigen Wanderweg Le sentier des Gorges de l’Ardèche kannst du dieses Naturwunder erkunden – Abenteuer garantiert. Es geht vorbei an schwindelerregenden Felsen und lauschigen Buchten, und zwischendurch musst du zweimal die Hosenbeine hochkrempeln, um den Fluss zu durchqueren. Herrliche Strände laden zum Ausruhen oder sogar Abkühlen ein.

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Da der Weg durch ein Naturreservat führt, übernachtest du auf einem der gekennzeichneten Biwak-Plätze entlang des Weges. Das i-Tüpfelchen dieser Wanderung: Von dort unten ist der Sternenhimmel besonders schön, und vielleicht siehst du die ein oder andere Sternschnuppe. Der andere Teil des Weges führt hoch oben auf den Felsen entlang. Von dort aus hast du einen tollen Blick auf das glitzernde Wasser zwischen den schroffen Felsen und die Kanuten, die sich durch die Stromschnellen wagen.

Auf der Wanderung entlang der Ardèche siehst du auch Kanuten.

Der mittelschwere Wanderweg startet in Châmes und führt auf 24 Kilometern nach Saint-Martin-d’Ardèche. Den Shuttle-Service zurück zum Ausgangspunkt organisierst du am besten im Vorfeld. 

4. Auvergne: Vulkanschleife Boucle des Dômes

Die Auvergne ist nicht nur bekannt für das Wasser Volvic und den Käse Bleu d’Auvergne, sondern auch für ihre imposanten Vulkane. Wie eine Kette reihen sich die Vulkankegel aneinander und auf dem Rundweg La Boucle des Dômes kannst du einige von ihnen entdecken. Der Wanderweg ist insgesamt 49 Kilometer lang und dauert zwei bis drei Tage. Er startet und endet am Bahnhof der Zahnradbahn auf den Puy de Dôme und ist mittelschwer.

Unterwegs erkundest du eine der jüngsten Vulkanregionen Europas. Und auch wenn es oft über Lavagestein geht, ist der Weg tektonisch völlig ungefährlich: Den letzten Ausbruch gab es hier vor 8600 Jahren. Höhepunkt der Tour ist – im wahrsten Sinne des Wortes – der Puy de Dôme, der mit 1465 Metern der höchste Vulkan der Kette ist. Von hier oben hast du einen fantastischen Panoramablick auf die Vulkane der Auvergne und die Hauptstadt der Region, Clermont-Ferrand. Besonders cool: Von hier aus kannst du auch die Strecke sehen, die du in den letzten Tagen zurückgelegt hast. 

Die Vulkankette der Auvergne kannst du prima auf einer dreitägigen Wanderung erkunden.

Du bist nur auf der Durchreise? Dann kannst du auch die kurze Variante wählen, und den Puy de Dôme in einer gut dreistündigen Wanderung erkunden.

5. Bretagne: Chemin des Douaniers (GR34)

Malerische Sandstrände, fjordähnliche Buchten und im Hintergrund das Meeresrauschen: Der Chemin des Douaniers, der Zöllnerpfad, führt auf über 2000 Kilometern die bretonische Küste entlang. Startpunkt ist der geheimnisvolle Mont-Saint-Michel im Norden, von wo es bis nach Saint-Nazaire ganz im Süden geht. Der Name leitet sich von den Zollbeamten ab, die über mehrere Jahrhunderte die Küstenwege kontrollierten, um Schmuggler und Plünderer aufzuhalten.

Besonders schön ist der Weg zwischen Mai und September, wenn sich das raue bretonische Klima von seiner milden Seite zeigt. Dann blüht der sonnengelbe Ginster am Wegesrand, können Hobbyornithologen die zahlreichen Vögel beobachten und schimmert das Cap Fréhel smaragdfarben.

Der Zöllnerpfad ist nach den Zöllern benannt, die hier lange Zeit Schmuggler von ihren schmutzigen Geschäften abhielten.

Der Zöllnerpfad ist in Frankreich auch als Grande Randonnée 34 (GR34) bekannt. Er kann gut in kleinere Etappen unterteilt werden. Je nach Abschnitt ist der Weg leicht bis mittelschwer und auch für Familienausflüge geeignet.

6. Jura: Juraüberquerung

Nicht weit von Deutschland entfernt, nahe der schweizerischen Grenze, befindet sich dieses Wanderjuwel. Dichte Fichtenwälder, liebliche Hochebenen und imposante Felswände wechseln sich bei der Juraüberquerung, auf Französisch „La Grande Traversée de Jura“ ab. Im Hintergrund schimmern die schneebedeckten Gipfel der Alpen und immer wieder gibt es fantastische Ausblicke auf die Rhône. Mehrere Seen laden unterwegs zum Entspannen und Baden ein, darunter Bellefontaine und Rousses.

Die Juraüberquerung, von Kennern gerne zu „GJT“ abgekürzt, ist 394 Kilometer lang und führt von Mandeure nach Culoz. Sie kann aber auch in kleinere Etappen unterteilt werden. Besonders sehenswert sind auch die typischen Bauerndörfer des Haut-Jura, wo noch Würste und Schinken in den traditionellen Kaminen, den „Tuyé“, geräuchert werden.

Auf der Juraüberquerung laden immer wieder Seen zum Abkühlen und Entspannen ein.

Übrigens kann dieser mittelschwere Fernweg auch im Winter bewandert werden: Schneeschuhe und Langlaufskier machen es möglich. 

7. Korsika: GR20-Fernwanderweg

Der GR20 ist einer der spektakulärsten und schwierigsten Fernwanderwege Europas! Er führt über 180 Kilometer durch die korsischen Alpen, vorbei an dunkelblauen Gletscherseen, steil aufragenden Felsen und einsamen Berghütten. In diese raue Welt verirren sich in den Sommermonaten nur abenteuerlustige Wanderer und hartgesottene Hirten mit ihren Schafherden.

Der GR20 ist eine der schönsten und anspruchsvollsten Wanderungen Europas.

Unterwegs gibt es immer wieder Kletterstellen und Passstraßen, bei denen Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind. Geröll und Schneefelder wechseln sich ab mit riesigen Felsplatten und grünen Hochebenen. Doch dafür werden Outdoor-Fans mit herrlichen Aussichten auf die einzigartige Landschaft zwischen Bergen und Meer belohnt.