Für die Wintersport-Gebiete in den Alpen war die Corona-Pandemie ein heftiger Schlag. In Deutschland, Italien und Frankreich standen in der Saison 2020/2021 fast alle Lifte und Gondeln still. Nur in Österreich und der Schweiz durften die Resorts unter strengen Auflagen öffnen. Doch Reisewarnungen, drohende Quarantäne und lokale Corona-Ausbrüche hielten die meisten Ski- und Snowboard-Touristen aus dem Ausland fern.

Aufgrund steigender Impf-Quoten und sinkender Infektionszahlen sollen die geplagten Liftbetriebe, Gastronomien und Hotels in allen Alpenländern in dieser Saison endlich wieder Besucherinnen und Besucher empfangen können. Für die Planung deines Ski-Urlaubs im Winter gibt es im Folgenden die aktuell geplanten Corona-Regeln im Überblick:

Deutschland: 3-G-Regel in allen Bergbahnen

Dem Wintersportbetrieb in Bayern soll in der kommenden Saison nichts im Wege stehen: Die Landesregierung hat einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält trotz der Kritik der Liftbetreiber an der 3-G-Regel fest. Heißt: Zugang zu den Bergbahnen bekommt nur, wer nachweislich getestet, geimpft oder genesen ist.

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„Auch die Gäste wünschen sich maximale Sicherheit. Denn wenn du in den Urlaub fährst, möchtest du ja mit Freude und auch entspannt fahren. Und zu dieser Entspannung gehört, dass man weiß: Alles wird getan, um vor Corona sicher zu sein“, zitiert „BR 24“ den Ministerpräsidenten.

Deutschlands höchstes Skigebiet: Der Wintersportbetrieb auf der Zugspitze soll am 19. November starten.

In allen Liftanlagen sollen zudem die Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten, berichtet der ADAC. Ausgenommen sein sollen Kinder im Alter bis sechs Jahren sowie Schülerinnen und Schüler.

Ob es Après-Ski-Partys in gewohnter Form geben wird, ist noch unklar. Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hält eine Öffnung der Clubs und Bars zumindest unter der 3-G-Regel für möglich – je nach Infektionslage auch die 2-G-Regel. Im Fall eines Anstiegs der Corona-Zahlen müsse geprüft werden, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend sei. „Die Impfung bleibt das A und O“, so Bareiß.

Als erstes deutsches Skigebiet soll die Zugspitze am 19. November in die Skisaison starten.

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Österreich: 3-G beim Après-Ski, FFP2-Pflicht und Stufenplan

Der Party-Ort Ischgl in Österreich spielte zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 eine unrühmliche Rolle. Das Virus hatte sich vom beliebten Skigebiet in weite Teile Europas verbreitet. Mehr als 11.000 Menschen sollen sich nach ORF-Recherchen angesteckt haben.

Jetzt bereitet man sich in Ischgl auf die Wiedereröffnung des Ski-Zirkusses vor. Offzieller Start-Termin: 25. November. In den sozialen Medien kündigt der lokale Tourismusverband bereits ein Eröffnungsfest mit Konzert am 27. November an: „Nach viel zu vielen Monaten des Wartens dürfen wir euch diesen Winter endlich wieder begrüßen und wir freuen uns wie die Schneekönige.“

Grundsätzlich wird auf allen österreichischen Pisten, in Gastronomien und in Hotels die 3-G-Regel gelten– nur geteste, geimpfte oder genesene Wintersportlerinnen und Wintersportler dürfen rein. Auch in Après-Ski-Bars wird wohl die 3-G-Regel gelten. In den Bergbahnen sollen alle Fahrgäste zudem FFP2-Masken tragen müssen. Dafür sollen die Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen in den Liften und Gondeln entfallen.

Eine Herausforderung ist die Kontrolle der Nachweise von Impfungen, Tests und Genesungen. Damit es vor den Bergbahnen nicht zu langen Warteschlangen kommt, könnte der Verkauf von Liftkarten auf den Onlinehandel beschränkt werden. Ob und wie ein solches System umgesetzt und ob Corona-Schutznachweise auf diese Weise kontrolliert werden können, ist aber noch unklar.

Stufenplan richtet sich nach Corona-Lage

Die Corona-Regeln für die Skigebiete koppelt die österreichische Regierung an einen Stufenplan. Sollte die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Kranken steigen, werden die Regeln für ungeimpfte Wintersportler verschärft. Gilt beispielsweise Warnstufe zwei (wenn die Zahl belegter Intensivbetten sieben Tage über 300 liegt) soll statt 3G dann 2G bei Après-Ski-Veranstaltungen gelten.

Italien: 3-G-Regel und geringere Lift-Auslastung

In Italien starten die meisten Skigebiete Ende November in die neue Saison. Wie in Österreich soll in den Seilbahnen ebenfalls die 3-G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) gelten, das berichtet der ADAC. Heißt: Nur wer nachweislich geimpft, getestet oder genesen ist, darf auf die Berge in den Skigebieten. Maßgeblich sei das digitale Covid-Zertifikat der EU („grüner Pass“).

Geschlossene Lifte und Gondeln sollen außerdem nur mit 80 Prozent Auslastung fahren dürfen. In allen Liften gelte Maskenpflicht.

Für die Einreise nach Italien sowie für die Rückreise nach Deutschland ist aktuell ein Nachweis über einen Test, eine Impfung oder Genesung (3-G-Regel) Pflicht. In Innenbereichen von Restaurants muss der „grüne Pass“ vorgezeigt werden.

Schweiz – Maskenpflicht in geschlossenen Skiliften

Die Schweiz hatte bereits im letzten Corona-Winter Pisten und Skilifte in Betrieb. Auch 2021 beispielsweise schon in Europas höchstgelegenem Skigebiet Zermatt-Matterhorn sowie in Saas-Fee eingie Lifte.

Ein 3-G-Nachweis wird bislang von Menschen ab 16 Jahren benötigt, wenn sie sich in Innenbereichen der Gastronomie aufhalten wollen. 

Für die Skisaison in den restlichen Regionen der Schweiz gibt es bislang keine konkreten Regeln. Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt derzeit noch Gespräche mit Vertretern der Kantone und der Wintersportbranche, berichtet der Schweizer Rundfunk. Bislang weist das Bundesamt lediglich darauf hin, dass in allen geschlossenen Skiliften und Sesselbahnen, Berg- und Seilbahnen sowie in geschlossenen Stationsgebäuden, Wartezonen und Liftkarten-Verkaufsstellen eine Maskenpflicht gilt.

Frankreich: Noch keine Festlegung

 In Frankreich wird ein Skiurlaub aller Voraussicht nach auch möglich sein. Auch hier laufen die Gespräche zwischen Politik und Branchenvertrerinnen. Bisher sind aber noch keine Details zu Corona-Regeln bekannt.