Historische Stadtkerne, Gassen mit Kopfsteinpflaster, jahrhundertealte Fachwerkhäuser und geschäftige Marktplätze: Altstädte verströmen ein besonderes Flair. Bamberg, Rothenburg ob der Tauber, Heidelberg oder Lübeck kennen viele Deutsche. Wir verraten dir, welche Städtchen du außerdem sehen musst. Da sind auch echte Geheimtipps dabei! Klick dich durch:

  1. Rheda-Wiedenbrück
  2. Celle
  3. Schwerin
  4. Meersburg
  5. Lüneburg
  6. Erfurt
  7. Nördlingen
  8. Alsfeld
  9. Wernigerode
  10. Dinkelsbühl
  11. Quedlinburg
  12. Soest

1. Rheda-Wiedenbrück, Nordrhein-Westfalen

Rheda-Wieden-was? Das werden sich alle, die nicht gerade aus NRW kommen oder oft auf der A2 zwischen Hannover und dem Ruhrgebiet unterwegs sind, fragen. Rheda-Wiedenbrück ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen. 47.300 Menschen leben dort. Und weil die Stadt ein Zusammenschluss der beiden Orte Rheda und Wiedenbrück ist, kannst du dort sogar durch zwei Altstädte schlendern. Erst 1970 wurden beide Orte zusammengeschlossen. 

Das Schloss Rheda, dessen Turm um 1180 erbaut wurde, und die Aegidiuskirche mit einem Querschiff von 1260 sind nur zwei Beweise dafür, dass du dort trotzdem jahrhundertealte Geschichte entdecken kannst. Mehr als 200 denkmalgeschützte Gebäude stehen in Rheda-Wiedenbrück, darunter mehrere Fachwerkhäuser. Das älteste ist mehr als 450 Jahre alt.

Die malerische Doppelaltstadt ist noch ein kleiner Geheimtipp: Nur knapp 73.000 Übernachtungen zählte der Ort 2015. Dadurch kommen auf einen Einwohner nur 1,5 Übernachtungen. 

Fachwerkhäuser in der historischen Altstadt von Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen.

2. Celle, Niedersachsen

Du liebst Fachwerkhäuser? Dann solltest du bald einen Städtetrip nach Celle planen. Rund 40 Kilometer nordöstlich von Hannover findest du das größte geschlossene Ensemble aus Fachwerkhäusern in Europa. Als das schönste Gebäude gilt das Hoppener Haus in der Poststraße/Rundestraße: Aufwendige Schnitzereien sowie sechs Geschosse mit Figuren, diabolischen und närrischen Gestalten machen das Fachwerkhaus so besonders.

Aktuelle Deals

In der Altstadt steht außerdem das Celler Schloss, das neue Rathaus und das Hoppener Haus als eines der prächtigsten Fachwerkhäuser. In vielen Wänden lassen sich Inschriften und Schnitzereien finden, die Aufschluss über Beruf und Stand der früheren Bewohnerinnen und Bewohner geben. Ein lauschiges Plätzchen zur anschließenden Erholung finden Reisende im sehr französischen Garten im Süden der Altstadt. Besonders romantisch wird es im Sommer bei Sonnenuntergang – wenn es sich viele Einheimische und Touristen in einem der vielen Lokale im Ortskern draußen bei einem Glas Wein gemütlich machen.

Fachwerkhäuser entlang der Schuhstraße in Celle.

3. Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern

Kleinste deutsche Landeshauptstadt, umgeben von einem Dutzend Seen und mit einem Schloss als Wahrzeichen – Schwerin ist facettenreicher, als du vermutlich denkst. Trotzdem ist dort der Tourismus verglichen mit dem restlichen Bundesland noch relativ unbedeutend. Zu Unrecht!

Die Altstadt von Schwerin – von der Kathedrale aus zum Marktplatz.

2018 zählte die Stadt rund 353.000 Übernachtungen und damit nur etwas mehr als Celle. Bei mehreren Feuern im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Schweriner Altstadt fast vollständig zerstört, der Großteil entstand deshalb im 19. Jahrhundert. Ein Überbleibsel aus dem Mittelalter ist das kleine Kommodenhäuschen. Als Foto-Spot darf es auf deiner Tour durch die Altstadt nicht fehlen!

4. Meersburg am Bodensee

Meersburg könnte den Titel „idyllischste Lage“ gewinnen: Der Ort liegt nämlich direkt am Ufer des Bodensees, umgeben von Weinbergen. Rund 6000 Einwohnerinnen und Einwohner leben dort, hinzu kommen rund 315.000 touristische Übernachtungen pro Jahr. Für sie lohnt sich beispielsweise eine Radtour am See oder eine Wanderung in den Bergen mit einer anschließenden Weinverkostung und einem Stadtbummel durch die verwinkelten Gassen.

Altstadtgasse mit Fachwerkhäusern in Meersburg am Bodensee – an der Oberschwäbischen Barockstraße.

Dort lässt sich einiges entdecken, denn in der Altstadt reihen sich manche Kulturdenkmäler aneinander – darunter das Rote Haus, das Erkerhaus Zum Bären, das Obertor oder die Burgweganlagen. Das Wahrzeichen des Ortes ist die Burg Meersburg ‒ sie gilt als älteste bewohnte Burg Deutschlands. Wer auf den Südhang hinaufsteigt, wird sich zurück ins Mittelalter versetzt fühlen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

5. Lüneburg, Niedersachsen

Lüneburg trägt auch den Spitznamen „Rothenburg des Nordens“ – verzeichnet aber rund 160.000 Übernachtungen weniger im Jahr (Werte aus 2019). Die historische Altstadt hat den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden – als eine von nur wenigen Altstädten in Norddeutschland. Giebel- und Fachwerkhäuser zeichnen ein authentisches Bild davon, wie Menschen hier schon vor mehreren Hundert Jahren lebten.

Der Alte Hafen in Lüneburg ist ein beliebter Anlaufpunkt für Touristinnen und Touristen.

Außerdem profitiert die Stadt von ihrer Lage an der Ilmenau und am Rande der Lüneburger Heide. Dadurch kannst du deinen Städtetrip perfekt mit Ausflügen in die Natur verbinden. Für Entspannung in der Stadt sorgen unter anderem der Kurpark und die Lüneburger Sole.

6. Erfurt, Thüringen

Auch nach dem Luther-Jahr 2017 lohnt sich ein Besuch in der Thüringer Landeshauptstadt. Dafür sorgen unter anderem die barocke Stadtfestung Zitadelle Petersberg, der Dom und die Krämerbrücke – übrigens die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke in Europa.

Wer sie überquert, bemerkt das kaum, denn auf beiden Seiten sind Fachwerkhäuser gebaut. Um die Brücke als Ganzes sehen zu können, müssen Touristinnen und Touristen durch die seitlichen Gassen hinunter zum Fluss gehen. Von dort aus bietet sich ein toller Blick auf die Häuser und die Brückenbögen. Auf der Brücke befinden sich tolle kleine Handwerksläden und das Theatrium Mundi, ein mechanisches Theater. Ein Panoramaausblick auf ganz Erfurft bietet sich vom Turm der Ägidienkirche aus.

Ein echter Hingucker in Erfurt ist die Krämerbrücke über den Fluss Gera.

Spannend ist außerdem ein Gang durch die mittelalterliche Waagegasse, an deren Seiten sich dreistöckige Fachwerkhäuser erheben. Sie dienten früher als Lager für die Waren, die auf dem Transport durch Erfurt nach dem Stapelrecht zum Verkauf angeboten werden mussten. Die Gasse ist eng und mehrfach verschränkt – die großen Toreinfahrten zu den Speichern sind daher so angelegt, dass die oft mehrspannigen Kutschen problemlos in die Gebäude fahren konnten.

Außerdem finden Touristinnen und Touristen in dem Gebiet auch die Alte Synagoge, die mit ihren 900 Jahren die älteste erhaltene Synagoge Europas ist. Sie steht im Innenhof des Häuserblocks Fischmarkt – Michaelisstraße – Waagegasse.

7. Nördlingen, Bayern

Von der Kleinstadt Nördlingen hast du vielleicht noch nie gehört. Warum sich das ändern sollte? Dafür spricht zum Beispiel die malerische Lage an der Romantischen Straße, einer der ältesten Ferienstraße in Deutschland. Nördlingen ist ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren. 

Die Altstadt Nördlingens ist von einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben.

Außerdem kannst du in dem bayerischen Ort noch immer jeden Abend den Wächterruf „So, G’sell, so“ durch die Gassen schallen hören. Die Stadtmauer ist komplett begehbar. In der von ihr umschlossenen Altstadt kannst du zahlreiche Türme, Tore und mittelalterliche Bauwerke entdecken.

8. Alsfeld, Hessen

Im Herzen von Hessen liegt das beschauliche Alsfeld. Berühmt ist die Stadt vor allem für die Altstadt mit geschlossener historischer Bebauung. Besonderes Wahrzeichen: das Fachwerk-Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Direkt daneben liegen die Walpurgiskirche und das älteste Fachwerkhaus der Stadt von 1350.

Wer’s märchenhaft mag, kann in Alsfeld in die Welt der Brüder Grimm eintauchen. Dafür sorgen das Märchenhaus, Rotkäppchen-Aufführungen und Erlebnisführungen durch die Altstadt.

Gasse in der historischen Altstadt von Alsfeld.

9. Wernigerode, Sachsen-Anhalt

Die historische Altstadt Wernigerode im Harz wird geprägt durch das nationale Kulturdenkmal Schloss Wernigerode und dessen Gärten – von dort bietet sich auch eine schöne Aussicht über die ganze Stadt.

Ein weiteres Wahrzeichen ist das aus dem 12. bis 13. Jahrhundert stammende mittelalterliche Rathaus am Marktplatz mit seinen bemerkenswerten Fachwerkkonstruktionen. Einen Besuch wert ist auch das Café Wien, das 1583 errichtet wurde und zu den ältesten Fachwerkhäusern in Wernigerode zählt. 

Das Café Wien zählt zu den ältesten Fachwerkhäusern in Wernigerode, errichtet wurde es 1583.

10. Dinkelsbühl, Bayern

Dinkelsbühl ist ein Ort in Mittelfranken – und bekannt für sein gut erhaltenes spätmittelalterliches Stadtbild, das von alten Patrizierhäusern geprägt ist. Die imposanten und bunten Fachwerkhäuser besitzen hohe Giebel und sind prachtvoll verziert. Mehr als die Hälfte der Gebäude, die aus der Zeit um 1600 stammen, sind vollständig erhalten und wurden aufwendig saniert.

Nach dem Stadtbummel genießen Touristinnen und Touristen in einem der Restaurants selbst gebrautes Bier und traditionelle, deftige Gerichte. Im Sommer lohnt eine Abkühlung in einem der letzten Flussbäder Bayerns: dem Wörnitzstrandbad.

Die ehemalige Reichsstadt Dinkelsbühl an der Romantischen Straße besitzt eine wunderschöne spätmittelalterliche Altstadt.

11. Quedlinburg, Sachsen-Anhalt

In Quedlinburg gibt es etwa 1200 Fachwerkhäuser – die kleine Stadt im sachsen-anhaltischen Teil des Harzes wird seit dem Jahr 1994 von der Unesco als Weltkulturerbe gelistet und ist damit eines der größten Flächendenkmäler Deutschlands. Besonders sehenswerte Gebäude sind unter anderem das Gildehaus Zur Rose, die alte Börse, die romanische Klosterkirche St. Marien und die imposante Schlossmühle Quedlinburg.

Majestetisch thront die Quedlinburg auf dem Schlossberg in der gleichnamigen Stadt im Harz.

12. Soest, NRW

Die weit über 1000 Jahre alte Stadt Soest war im Mittelalter eine der bedeutendsten Hansestädte. Kaum zu glauben, oder? Heute ist die beschauliche 40.000-Einwohner-Stadt zwischen Dortmund und Paderborn bei Städtereisenden eher unbekannt.

Luftbild von der Stadt Soest – mit der Altstadt.

Dabei lassen sich in der Alstadt – die nahezu komplett geschützt ist – in den romantischen engen Gassen mehr als 600 Kulturdenkmäler besichtigen: Neben den Kirchen prägen der mittelalterliche Stadtwall, Fachwerkzeilen sowie die vielen Häuser aus dem für Soest typischen Grünsandstein die Stadt. Der Wall samt der Gräben ist zu zwei Dritteln erhalten und lädt vor allem im April und Mai, zur Zeit der Baumblüte, zu reizvollen Spaziergängen rund um die Stadt ein. Übrigens: Deren Name wird Soost ausgesprochen, nicht Söst.