Der Anblick der Kirche Madonna della Corona ist spektakulär: Sie steht auf 774 Höhenmetern an einer senkrechten, teilweise überhängenden Felswand, unter ihr erhebt sich ein schwindelerregender Abgrund. Damit ist sie die höchste Pilgerstätte Italiens!

Aber nicht nur das: Die Basilika und die dazugehörigen Gebäude in der Gemeinde Ferra di Monte Baldo in Verona bilden auch den ältesten Wallfahrtsort des Landes. Eine Kirche der Superlative, die zudem noch ein Geheimnis umrankt. 

Die Basilika Madonna della Corona wurde vom Malteserorden in den Felshang gebaut.

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Einst Einsiedelei, später Wallfahrtsort

Schon im zwölften Jahrhundert gab es hier die ersten Gebäude. Im Jahr 1436 wurde die Einsiedelei dann vom Malteserorden übernommen. Die außergewöhnliche, abgeschiedene Lage erschien den Ordensmitgliedern perfekt für einen Wallfahrtsort. Die Basilika bauten sie einem Schwalbennest gleich direkt in den Felsen.

Dabei machten sie sich das Gestein zunutze: Die Westwand und auch ein Teil der Nordwand bestehen aus dem schroffen Felsgestein. In der Kirche befindet sich auch eine Pietà – eine Marienfigur mit dem Leichnam Jesu, welche die Kirche zum Wallfahrtsort machte.

Der Legende nach soll sie im Jahr nach der Invasion von Süleyman I. auf geheimnisvolle Weise ihren Weg von Rhodos nach Italien gefunden haben. Heute jedoch gehen Fachleute davon aus, dass die Statue von Lodovico Castelbarco in Auftrag gegeben und der Kirche im Jahr 1432 geschenkt wurde.

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Dass die Kirche einst zum Malteserorden gehörte, kannst du heute noch an den Malteserkreuzen im Gebäude erkennen. Im 16. Jahrhundert wurde ein Aufzugssystem mit Winden gebaut, mit dem Materialien und Menschen ins Tal gebracht werden konnten. 

Heute ist der Zugang weniger gefährlich: Besucher und Besucherinnen können mit dem Bus vom nahe gelegenen Spiazzi hinauf zur Kirche fahren. Von der Haltestelle sind es noch drei Minuten Fußweg. Von hier aus hast du übrigens auch einen der schönsten Blicke auf den Wallfahrtsort, der ein perfektes Fotomotiv ist.

Der Wanderweg führt über viele Treppenstufen hinauf zur Kirche.

Auf dem Pilgerweg zur Kirche

Wenn du mehr Zeit hast, kannst du den Besuch mit einer Wanderung verbinden. Vom Brunnen in Brentino aus geht es in circa zwei Stunden und über 600 Höhenmeter zur Madonna della Corona. Der Weg führt über Felsgestein und viele Treppenstufen nach oben.

Die Anstrengung lohnt sich, denn es gibt immer wieder wunderschöne Aussichten ins Etschtal. Außerdem siehst du unterwegs eine Mariengrotte und verschiedene Kreuze, schließlich ist dieser Wanderweg auch ein Pilgerweg. Die gesamte Anlage wurde übrigens in den 1970er-Jahren restauriert.