Viele Urlauberinnen und Urlauber suchen in der Corona-Pandemie gezielt nach ruhigeren Ecken. Doch wie lassen sich schöne und zugleich wenig besuchte Regionen ausfindig machen? Das Reiseportal „Kurz-mal-Weg.de“ hat dafür Google-Ergebnisse analysiert und Urlaubziele rausgefiltert, nach denen im Internet am wenigsten gesucht wird. Der reisereporter stellt seine Favoriten für jedes Bundesland vor.

1. Hamburg: Fischbeker Heide

Nur 20 Kilometer vom Stadtzentrum Hamburgs entfernt lädt die Fischbeker Heide zum Durchatmen ein. Das Naturschutzgebiet (773 Hektar) befindet sich am Urstromtal der Elbe und beheimatet eine bunte Tier- und Pflanzenwelt.

Östlich der lilafarbenen Heide liegen die Schwarzen Berge – eine Tal- und Hügellandschaft mit dichtem Nadel- und Mischwald. Auf den Touren können Wanderinnen und Wanderer kleine Berge und Täler erkunden, die an den Harz und den Bayerischen Wald erinnern.

Natur pur in Hamburg: Vor allem für Stadtmenschen ist die Fischbeker Heide ein beliebtes Ausflugsziel.

2. Niedersachsen: Schaumburger Land

Das Schaumburger Land liegt am westlichen Rand Niedersachsens. In der hügeligen Region zwischen Weser und Steinhuder Meer gibt es mehr als 30 Wander- und Radrouten für Einsteiger, Profis und Familien. Die idyllischen Touren führen durch schmucke Fachwerk-Dörfer und vorbei an historischen Wassermühlen zu kleinen Traumschlössern aus der Zeit der Renaissance.

Schloss Bückeburg ist das bekannteste Wahrzeichen des Schaumburger Landes.

Besonders prunkvoll ist Schloss Bückeburg, das zugleich der Wohnsitz von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe ist. Besucherinnen und Besucher können den kleinen Palast mit seinen prächtigen Sälen, der Hofreitschule und dem „größten privaten Mausoleum der Welt“ auf Führungen besichtigen – eine spannende Zeitreise durch sechs Jahrhunderte!

3. Schleswig-Holstein: Hüttener Berge

Im platten Schleswig-Holstein dürfen die putzigen Hügel zwischen Rendsburg, Eckernförde und Schleswig getrost als Berglandschaft bezeichnet werden. Genauer: die Hüttener Berge.

Die schönen Wälder, Seen und bis zu 106 Meter hohen Erhebungen lassen sich auf 20 abwechslungsreichen Wanderrouten und sechs Radtouren erkunden. Auch für Skater und Mountainbiker gibt es konzipierte Rundwege.

Die schönste Aussicht haben Besucherinnen und Besucher vom Aschberg (98 Meter hoch) – bei gutem Wetter reicht der Blick bis zur Ostsee.

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4. Brandenburg: Ruppiner Land

Mit seinem fünfbändigen Roman „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ setzte Theodor Fontane dem Ruppiner Land bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Denkmal. Viele seiner Beschreibungen von klaren Seen, grünen Wäldern, historischen Schlössern und Städten wie Neuruppin, Rheinsberg und Gransee erscheinen noch immer aktuell.

Zehdenick liegt direkt an der Havel im Ruppiner Land und war einst eine bedeutende Schifferstadt.

Das Ruppiner Land ist nur eine Autofahrstunde von Berlin entfernt und bietet viel Erholung. Auf den Routen durch die weitläufige Seenlandschaft, in der sogar Seeadler leben, können Wanderinnen und Wanderer stundenlang spazieren, ohne anderen Menschen zu begegnen. Familien mit Kindern können zum Beispiel das Landleben am Fluss Temnitz erkunden oder Ziegelsteine in einem Industriedenkmal bei Mildenberg backen.

Auch auf der kulturellen Landkarte ist das Ruppiner Land aufgrund seiner Galerien, Theater und Museen ein großer Name. Besonders bekannt sind die Hengstparaden in Neustadt (Dosse).

5. Berlin: Spreepark Plänterwald

Zugegeben: In Berlin ist der gruselige Vergnügungspark im Plänterwald längst kein Geheimtipp mehr. Doch auf die Reisepläne von auswärtigen Besucherinnen und Besuchern schafft es die „Geister-Kirmes“ im Stadtbezirk Treptow eher selten.

Grusel-Alarm im Spreepark: Die rostigen Fahrgeschäfte und Achterbahnen sind überwuchert.

Der erste Vergnügungspark der DDR wurde 1969 gebaut und nach der Wende an westliche Standards angepasst. Doch 2001 ging der private Betreiber pleite. Das etwa 25 Hektar große Gelände ist seitdem Verfall und Vandalismus ausgesetzt. Doch inzwischen locken die verrosteten Achterbahnen, überwucherten Karussells und die schauerlichen Geräusche des Riesenrades immer mehr Menschen auf das Gelände, die vor den Fahrgeschäften eifrig Fotos knipsen. 

Zurzeit wird der Park saniert und das Riesenrad erneuert. Ab 2024 sollen sich die 40 Gondeln wieder drehen.

6. Sachsen-Anhalt: Dübener Heide

Für ein herbstliches Waldbad gibt es kaum schönere Orte als die Dübener Heide. Auf dem hügeligen Gebiet inmitten der Flusslandschaft von Elbe und Mulde im Südosten Sachsen-Anhalts und Nordwesten Sachsens gedeiht auf 77.000 Hektar der größte Mischwald Mitteldeutschlands.

Ein lilafarbener Pflanzenteppich: Die Dübener Heide ist einer der jüngsten Naturparks in Deutschland.

Im Naturpark haben viele seltene Tierarten ein sicheres Zuhause gefunden. An den Teichen und Seen leben zum Beispiel Seeadler, Biber sowie 250 Schmetterlings- und 170 Vogelarten.

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Der geheimnisvolle Wald lässt sich auf Wegen mit einer Gesamtlänge von mehr als 500 Kilometern erkunden. Die besten Blicke auf die schönen Seen und Flüsse eröffnen sich auf spannenden Touren mit Paddel- und Faltbooten.

7. Sachsen: Sächsisches Elbland

Prächtige Städte, spannende Kulturgeschichte und Natur pur: Im Sächsischen Elbland kommt bei Urlauberinnen und Urlaubern keine Langeweile auf.

Zum Start der Reise an das Elbufer in Sachsen bietet sich zunächst eine Besichtigung der Altstadt von Dresden mit der Semperoper, dem Zwinger und der Frauenkirche an. Auch Radebeul und Torgau versprühen einen unvergleichlichen historischen Charme.

Von Schloss Pillnitz haben Gäste einen schönen Ausblick auf die Elbe.

Nach dem Städtetrubel lässt es sich zum Beispiel in den Weinbergen durchatmen. Vom Schloss Pillnitz hat man einen wunderbaren Ausblick auf die idyllische Landschaft. Besonders bekannt ist die Region für ihr „weißes Gold“ aus Europas ältester Porzellanmanufaktur in Meißen. Dort thront außerdem die Albrechtsburg, das vermutlich älteste Schloss Deutschlands.

Entlang des Flusslaufes der Elbe stechen noch viele weitere Schlösser aus unterschiedlichen Epochen hervor, darunter Schloss Hartenfels in Torgau, Schloss Hubertusburg in Wermsdorf und das Schloss Wackerbarth in Radebeul.

8. Bayern: Fichtelgebirge

Für einen Urlaub mit Bergpanorama in Bayern muss es nicht immer das Allgäu sein. In der Grenzregion zu Tschechien liegt das Fichtelgebirge, eine vielfältige Landschaft mit Freizeitangeboten für alle Bedürfnisse.

Aktivurlauberinnen und Aktivurlauber zieht es im Fichtelgebirge vor allem auf die Wanderrouten hinauf zum Schneeberg, dem „Ochsenkopf“ oder zu den Ruinen der Waldsteinburg und den „Drei Brüdern“ bei Wurnsiedel. Ältere Gäste und Gästinnen entspannen gerne beim Wellness oder einer Kneipp-Therapie. Familien peilen häufig das berühmte Felsenlabyrinth oder die Donald-Duck-Ausstellung in „Entenhausen“ an – ein lustiges Comic-Museum in Schwarzenbach an der Saale.

Blick auf den schönen Ort Warmensteinach am Ochsenkopf.

9. Baden-Württemberg: Löwensteiner Berge

Aufgrund der idyllischen Weinberge werden die Löwensteiner Berge im Norden Baden-Württembergs von Einheimischen auch stolz als „Schwäbische Toskana“ betitelt.

Der Name des Gebirgszuges im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald geht eigentlich auf die Stadt Löwenstein zurück – doch manchmal erinnern die Sonnenuntergänge über den sanften Hügeln tatsächlich ein Stück weit an Italien.

Der Name des Löwensteiner Berge geht auf die schöne Stadt Löwenstein zurück.

Für Wanderinnen und Wanderer ist der Gebirgszug ein kleines Urlaubsparadies. Die ausgeschilderten Wege haben eine Gesamtlänge von 550 Kilometern und führen über bewaldete Berge mit toller Aussicht und durch tiefe Täler mit ursprünglichen Seen und Bächen. Durch das Gebiet führen außerdem lange Radwanderrouten.

Für Familien wird viermal jährlich das „Wüstenroter Naturerlebniscamp“ ausgerichtet. Begeistern lassen sich die Kleinen auch in der Greifvogelstation und im Besucherbergwerk Wetzsteinstollen.

10. Rheinland-Pfalz: Vulkaneifel

Vor gerade einmal 10.000 Jahren war die Hügellandschaft der Eifel ein Gebiet mit aktivem Vulkanismus. Heute kann die ruhige Gegend auf idyllischen Wanderwegen sorglos erkundet werden.

Die Entstehungsgeschichte des Natur-Kunstwerkes wird zum Beispiel auf dem „Lavaweg“ deutlich. Der Blick in eine ehemalige Lavagrube gibt Einblick in die enormen Kräfte, die im Untergrund wirken und die Landschaft weiter formen.

Der Herbst hüllt das Schalkenmehrer Maar in prächtiges Licht.

Wer hoch hinaus möchte, sollte die „Eifelleiter“ erklimmen. Die Wanderroute führt über drei Etappen zum höchsten Berg des Gebirges: dem Vulkankegel Hohe Acht (746 Meter). Profis schaffen die Wanderung an zwei Tagen. Höhepunkt: die großartige Aussicht vom Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Hohen Acht.

Burg Eltz zählt zu den schönsten Burgen in Deutschland.

Die wohl berühmteste Route in der Vulkaneifel führt aber zur hochmittelalterlichen Burg Eltz. Das Märchenschloss mit Spitzdächern, Türmchen und einem Schlossgraben wurde im zwölften Jahrhundert auf einem Felssporn errichtet. Der mittelschwere Rundwanderweg (etwa 13 Kilometer lang) zählt zu den schönsten in Deutschland.

11. Nordrhein-Westfalen: Siebengebirge

Die traumhaften Ausblicke haben Maler, Dichter und Komponisten schon vor Jahrhunderten inspiriert: Das Siebengebirge in Nordrhein-Westfalen prägen bewaldete Gipfel, mächtige Felswände, ursprüngliche Wiesen, kleine Wasserläufe und sanfte Weinberge.

Das Mittelgebirge liegt im Rhein-Sieg-Kreis in der Nähe von Königswinter und Bad Honnef. Die Landschaft diente mehr als 2000 Jahre lang als Steinbruch, steht aber seit 1922 unter Schutz. Über 80 Prozent des Siebengebirges sind deshalb wieder bewaldet und bilden den Lebensraum für viele bedrohte Tiere und Pflanzen, darunter auch die seltenen Schwarzstörche.

Vom Ausflugsschiff auf dem Rhein haben Besucherinnen und Besucher einen tollen Blick auf das Siebengebirge.

Wandernde und Spaziergehende haben die Qual der Wahl: Im Siebengebirge können mehr als 40 Gipfel erklommen werden. Der beste Ausblick auf den Rhein eröffnet sich vom Drachenfels mit seiner berühmten Burgruine – eine der meistbesuchten Attraktionen in NRW.

12. Hessen: Hessisches Bergland

Das Hessische Bergland mit seinen dichten Wäldern ist passenderweise Heimat der Gebrüder Grimm, den berühmtesten Märchenautoren in Deutschland. Sorge vor bösartigen Hexen müssen Wanderinnen und Wanderer im kontrastreichen Mittelgebirge aber nicht haben, denn anders als in der Geschichte von Hänsel und Gretel sind die Themen- und Rundwanderwege durch die Wälder sorgsam ausgeschildert. Die Routen führen Wanderinnen und Wanderer durch malerische Flusstäler, waldüberwucherte Berge und schmucke Dörfer.

Bad Wildungen ist für seine schöne Altstadt mit schönen Fachwerkhäusern bekannt.

Bekannt ist das Hessische Bergland insbesondere für die unterschiedlichen Fachwerk-Baustile. Viele Städte, darunter Homberg, Melsungen oder Spangenberg, gehören zur „Deutschen Fachwerkstraße“.

13. Bremen: Bremer Blockland

Das Blockland ist ein Stadtteil Bremens, gleicht mit rund 400 Einwohnern auf 30 Quadratkilometern Fläche aber einem landwirtschaftlich geprägten Dorf. Die Landschaft teilt sich auf zwei Naturschutzgebiete auf.

Für die Bremer ist das Blockland ein beliebtes Ausflugsziel. Mit Autos dürfen dort nur Einheimische fahren. Besucherinnen und Besucher können deshalb sorglos Rad fahren und spazieren gehen.

Nordischer Herbst: Das Bremer Blockland wird von Entwässerungsgräben durchzogen.

Der Tourismus gewinnt im Blockland zunehmend an Bedeutung, doch die Einwohner legen weiterhin großen Wert auf ihre Tradtionen und bieten zum Beispiel hausgemachten Kuchen und deftige Bremer Küche an.

14. Mecklenburg-Vorpommern: Fischland-Darß-Zingst

Zwischen Rostock und Stralsund liegt eine der schönsten Küstenregionen der Ostsee. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst besteht zum größten Teil aus dem Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“.

Der stärkste Besuchermagnet ist natürlich der sechs Kilometer lange Sandstrand mit Promenade im Ostseebads Zingst mit langer Seepromenade. Herz des Seebades ist die 270 Meter lange Seebrücke. Vor allem zum Sonnenuntergang ist der Blick wunderbar. Vom langen Steg können Gäste und Gästinnen außerdem in eine Tauchgondel steigen und einen Tachgang in der Ostsee wagen.

Sonnenuntergang bei Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland: Die Strände der Halbinsel sind auch im Herbst ein beliebtes Reiseziel.

Im Herbst lässt sich ein beeindruckendes Naturschauspiel beobachten. Am Pramort, der äußersten Spitze  im Osten der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, rasten jedes Jahr rund 70.000 Kraniche.

15. Saarland: Die Saarschleife

Der atemberaubende Blick auf die Große Saarschleife bei Mettlach lockt Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland in das Saarland. Vom Aussichtspunkt in 180 Metern Höhe liegt ihnen die spektakuläre Biegung der Saar sozusagen zu Füßen.

Das kleine Naturwunder lässt sich seit 2009 auch von der Spitze eines Baumwipfelpfades bestaunen, der sich auf 1250 Metern durch einen Wald aus Buchen, Douglasien und Eichen hinaufschlängelt. Der stufenlose Pfad gilt mit einer Steigung von maximal 6 Prozent als barrierefrei und kann deshalb auch von Menschen mit Rollstühlen und Kinderwagen befahren werden. Das Leben der Pflanzen und Tiere im Wald wird an Lern- und Erlebnisstationen erklärt.

Die Spitze des Baumwipfelpfades ist ein 42 Meter hoher Aussichtsturm mit einem tollen Ausblick auf die Saarschleife und den Naturpark Saar-Hunsrück.

Ein Einzelticket für Erwachsene kostet 11 Euro, für Familien (2 Erwachsene, 2 Kinder bis 14 Jahren) 26 Euro.

16. Thüringen: Naturpark Schiefergebirge

Der Thüringer Wald zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Mitteldeutschland. Doch auch das Schiefergebirge ist eine echte Perle der Natur. Der Ausblick von den Gipfeln und prachtvollen Aussichtstürmen über die dichten Fichtenwälder ist  ebenso einzigartig.

Durch den Naturpark schlängelt sich die Saale von Stausee zu Stausee, die Mönche einst zur Fischzucht nutzten – die Landschaft wird deshalb auch als „Land der 1000 Teiche“ benannt. Heute können Besucherinnen und Besucher eine vielfältige Tierwelt mit Ottern, Adlern, Schlingnattern und Schwarzstörchen beobachten. Geführte Touren bringen Wanderinnen und Wanderer nah an die Tierwelt heran.

Sonnenaufgang über dem „Hausteich“: Das Pfahlhaus ist ein Wahrzeichen des Schiefergebirges.

In mehreren Besucherbergwerken und im Schieferpark Lehesten präsentieren fachkundige Profis, wie sich das „Blaue Gold“ Thüringens verarbeiten lässt – der Schieferstein. In den umliegenden Orten sind die Häuser noch immer damit vertäfelt.