Wandern macht glücklich, ganz besonders im Herbst. Dann ist es Zeit, noch mal Sonne zu tanken und das spektakuläre Farbspiel der Natur zu genießen. Also schnür deine Wanderschuhe, zieh dich im Zwiebellook an, und los geht’s. Wir zeigen dir sechs abwechslungsreiche Routen zwischen Niedersachsen und Bayern.

1. Für Genießer: Der Moselsteig in Rheinland-Pfalz

Herbstzeit ist Weinlesezeit an der Mosel, und wer auf dem Moselsteig wandert, kann diese hautnah miterleben. Der Weg führt auf 365 Kilometern und 24 Etappen über farbenfrohe Weinberge und durch bunte Wälder von Perl nach Koblenz. Wer nicht ganz so viel Zeit mitbringt, kann die einzelnen Etappen einfach in Tagestouren erkunden. Der Moselsteig ist sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und über die Moselstrecke Koblenz–Trier kommt man im Stundentakt zurück zum Ausgangspunkt.

Der Steig im ältesten Weinanbaugebiet Deutschlands hat für jeden etwas zu bieten: Die Etappen sind zwischen elf und 24 Kilometer lang und haben verschiedene Schwierigkeitsgrade: Mal geht es auf breiten Wanderwegen gemütlich geradeaus, mal winden sich schmale Pfade durch die Weinberge. Und für Abenteuerlustige gibt es sogar Kletterpassagen. Immer wieder hast du vom Weg aus herrliche Ausblicke ins Moseltal.

Der Moselsteig bietet abwechslungsreiche Touren für Einsteiger und Profis.

Eine der schönsten Etappen ist die zwölfte, die in dem Winzerdorf Ürzig beginnt, hinauf auf den Burgberg (352 Meter) führt und anschließend über Weinberge zur Kröver Bergkapelle. Über die Festung Mont Royal geht es nach Traben-Trarbach. Hier einnern die prächtigen Jugendstilhäuser daran, dass die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts der zweitgrößte Weinumschlagplatz der Welt war – nach Bordeaux. Die Wanderungen kannst du übrigens bequem mit der kostenlosen Rheinland-Pfalz erleben App planen.

Der Moselsteig auf einen Blick

  • Start: Perl 
  • Ziel: Koblenz
  • Länge: 365 Kilometer
  • Etappen: 24
  • Schwierigkeitsgrad: von leicht bis schwer

Aktuelle Deals

2. Sagenumwoben: Der Ith-Hils-Weg in Niedersachsen

Sagenhafte Höhlen, spektakuläre Felsen und dichte Wälder: Auf gut 80 Kilometern bietet der Ith-Hils-Weg zwischen Weser und Leine ganz besondere Naturerlebnisse. Der Rundweg beginnt und endet in Coppenbrügge und ist in sieben Etappen unterteilt. Bequeme Forstwege und schmale Pfade wechseln sich ab, es geht über Kammwege, Wiesen und Felder am Fuße von Ith und Hils.

Im Herbst erstrahlt der Laubwald entlang des Weges in einer bunten Farbenpracht. Bei der Wanderung auf dem Ith siehst du immer wieder steil aufragende Felsen und Kletterer, die sich an den kahlen Klippen hochhangeln. Im Hils lohnt es sich, auf den Raabeturm zu steigen, von dem aus du einen herrlichen Blick ins Leinetal hast.

Das goldene Herbstlaub im Ith.

Mehrere Höhlen liegen entlang dieses Qualitätsweges, zum Beispiel die Rotesteinhöhle und die Lippoldshöhle, in deren dunklen, engen Gängen im Mittelalter der Räuber Lippold hauste. Und für die Rast zwischendurch laden liebevoll gepflegte Hütten ein, wie der Leineberglandbalkon bei Duingen.

Im Herbst sollten Wanderinnen und Wanderer außerdem unbedingt Zeit für den Besuch der Duinger Seen einplanen: Wenn die Blätter in der Herbstsonne bunt leuchten, fühlt man sich hier wie im Indian Summer Kanadas. Das i‑Tüpfelchen eines Wandertags auf dem Ith-Hils-Weg: Bei der Luftsportvereinigung Ithwiesen am Ith können auch Gästinnen und Gäste bei einem Rundflug im Segelflugzeug die faszinierende Natur der Umgebung von oben entdecken.

Der Ith-Hils-Weg auf einen Blick

  • Start: Coppenbrügge
  • Ziel: Coppenbrügge
  • Länge: 82 Kilometer
  • Etappen: 7
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

3. Natur vom Feinsten: Altmühltal-Panoramaweg in Bayern

Entlang der verwunschenen Altmühl, vorbei an wilden Felsformationen und Flussauen führt der wunderschöne Altmühltal-Panoramaweg. Der Qualitätsweg ist 200 Kilometer lang und kann in 15 Etappen erwandert werden. Dank der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr kannst du den Weg auch bequem in Tagestouren entdecken. 

Die abwechslungsreiche Strecke führt dich durch eine ungewöhnlich schöne Landschaft mit südlichem Flair. Du wanderst über duftende Wacholderheiden und durch bunte Buchenwälder und hast die Altmühl immer im Blick.

Die Altmühl schlängelt sich gemütlich vorbei an wilden Felsen und uralten Wallanlagen.

Aber auch für alle, die gern auf historischen Pfaden wandeln, ist der Altmühltal-Panoramaweg perfekt: Mittelalterliche Burgen, beeindruckende Wallanlagen und bischöfliche Prachtbauten säumen den Weg.

Es gibt sogar noch Spuren vom Limes, der zum Unesco-Welterbe gehört. Besonders schön ist die Etappe von Riedenburg nach Kelheim, auf der sich der Panoramaweg von seiner malerischsten Seite zeigt: Vorbei an der Ritterburg Prunn geht es üben den Tatzlwurm, die längste Holzbrücke Europas, zum Donaudurchbruch. Dort lohnt sich ein Abstecher zum Kloster Weltenburg, das christliche und weltliche Traditionen auf eindrucksvolle Art miteinander verbindet, bevor du am Endpunkt Kelheim ankommst. 

Der Altmühltal-Panoramaweg auf einen Blick

  • Start: Gunzenhausen
  • Ziel: Kelheim
  • Länge: 200 Kilometer
  • Etappen: 15
  • Schwierigkeitsgrad: schwer

4. Wanderung auf dem Vulkan: Der Kaiserstuhlpfad im Schwarzwald

Eine tolle Tagestour im Herbst ist der Kaiserstuhlpfad im Schwarzwald. Der 22 Kilometer lange Weg führt in circa sechs Stunden von Endingen nach Ihringen. Der Kaiserstuhl hat einen vulkanischen Ursprung, ist aber heute ganz ungefährlich. Wobei: Zumindest der ein oder andere knackige Anstieg erwartet dich auf dieser Tour.

Zur Belohnung gibt es herrliche Aussichten auf die Umgebung. Du wanderst durch leuchtend-bunten Laubwald, über saftige Blumenwiesen und entlang terrassenartiger Rebhänge. Im Erletal erwartet dich eine wunderschöne Allee mit knorrigen Kastanien, und im Naturschutzgebiet Badberg artenreiche Trockenwiesen.

Der Kaiserstuhl war früher ein Vulkan. Heute geht es durch herrlichen Laubwald und über romantische Weinberge.

Die höchste Erhebung des Kaiserstuhls und dieser Tour ist der Neunlindenturm auf 557 Metern. Bei gutem Wetter kannst du von hier aus sogar die französischen Vogesen sehen. Ebenfalls sehenswert: Die Mauerreste des Bruderhäusles, einer Einsiedelei aus dem Mitteltalter. Die Strecke kann beliebig verkürzt werden, die nächsten Bahnhöfe sind jeweils auf den Wegweisern ausgeschildert.

Zum Abschluss der Tour lohnt sich die Einkehr in einer Strauße, so werden in der Region Höfe genannt, die in urigen Scheunen und Winzerhäusern selbst erzeugten Wein und regionale Speisen zum Verzehr anbieten.

Der Kaiserstuhlpfad auf einen Blick

  • Start: Endingen
  • Ziel: Ihringen
  • Länge: 22 Kilometer
  • Etappen: 1
  • Schwierigkeitsgrad: schwer

5. Historisch: Der Hermannsweg im Teutoburger Wald

Der Hermannsweg verläuft über den Kamm des Teutoburger Waldes und ist einer der schönsten Höhenwege Deutschlands. Die 156 Kilometer können in acht Etappen erwandert werden. Im Herbst erleuchten die Laubwälder in bunten Farben, und die Stimmung an den Externsteinen ist jetzt besonders schön.

Diese ungewöhnlichen Felsformationen aus Sandstein liegen direkt am Wasser, in dem sich die bunten Bäume spiegeln. Du kannst sie über Treppen und Hängebrücken erkunden. Der Name des Wanderweges leitet sich übrigens von Hermann dem Cherusker ab, der in dieser Region im Jahre neun nach Christus den römischen Feldherrn Varus besiegte. An dem Hermannsdenkmal, das ihm zu Ehren errichtet wurde, führt der Weg ebenfalls vorbei.

Der Hermannsweg führt durch malerische Orte und vorbei an spektakulären Felsen wie den Extersteinen.

Aber nicht nur geschichtlich hat der Hermannsweg einiges zu bieten: Er führt durch malerische Bergorte wie Tecklenburg, das einen wunderschönen historischen Stadtkern hat, genauso wie durch die Großstadt Bielefeld. Dazwischen laden immer wieder Burgen, Schlösser und Klöster zu Abstechern ein. Für Tierbegeisterte lohnt sich außerdem ein Besuch bei der Adlerwarte Berlebeck. Der höchste Punkt der Tour ist der Berg Velmerstot mit 441 Metern Höhe.

Der Herrmannsweg auf einen Blick

  • Start: Rheine
  • Ziel: Horn-Bad Meinberg
  • Länge: 156 Kilometer
  • Etappen: 8
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

6. Mit Mittelalterflair: Der Rennsteig in Thüringen

Während früher Boten eilig über den Rennsteig liefen, um wichtige Nachrichten zu überbringen, können Wander-Fans heute den Weg in acht gemütlichen Tagesetappen erkunden. Die Etappen sind zwischen 19 und 16 Kilometer lang. Der insgesamt 170 Kilometer lange Fernwanderweg führt durch wunderschöne Laub- und Mischwälder, die im Herbst bunt erstrahlen.

Immer wieder tauchen Lichtungen auf, von denen aus du eine herrliche Aussicht hast. Bei einem Abstecher zur Wartburg bei Eisenach erfahren Wandernde mehr über das Leben zu Zeiten der eiligen Rennsteig-Boten.

Der Rennsteig war früher ein Pfad für schnelle Boten.

Der Rennsteig wurde aber nicht nur von Boten genutzt, sondern war auch ein wichtiger Grenz- und Handelsweg. Deshalb findet man unterwegs immer wieder Grenzsteine. Auch die Architektur am Wegesrand ist abwechslungsreich: Mal geht es durch das Thüringer Schiefergebirge mit seinen typischen schiefergedeckten Häusern, mal – wie im Thüringer Wald – sind die Häuser bunte Fachwerkgebäude.

Der Rennsteig auf einen Blick

  • Start: Hörschel
  • Ziel: Steinbach am Wald
  • Länge: 170 Kilometer
  • Etappen: 8
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer