Die Sehnsucht nach Sonne, Wärme und einer Auszeit im Alltag ist bei vielen Menschen in den Herbstmonaten Oktober und November groß. Sie wollen dem beginnenden trüben Herbst in Deutschland entfliehen.

Lange geplant ist eine solche Reise aber aktuell selten: Das Interesse an Last-Minute-Buchungen ist im Jahr 2021 größer denn je – Grund dafür sind die sich durch Corona ständig ändernden Maßnahmen in Bezug auf die Einreise und Regeln vor Ort. Wer in diesem Herbst Urlaub machen will, bucht daher Hotel, Ferienwohnung, Flug oder Zugfahrt oft recht kurzfristig.

Wir erklären im Überblick, worauf es bei einer kurzfristigen Urlaubsbuchung ankommt, an welchen Zielen es aktuell noch warm und sonnig ist und wie Reisende ein Schnäppchen machen können.

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Worauf muss ich bei Last-Minute-Urlaub achten?

Als Last-Minute-Angebote werden dabei oftmals alle Angebote bezeichnet, bei denen die Abreise innerhalb von sechs Wochen nach der Buchung stattfindet – der Begriff ist weder geschützt noch eindeutig definiert.

Wann ist ein Angebot wirklich last minute?

Allerdings dürfen Reiseanbieter den Zusatz für ein Produkt nur dann verwenden, wenn der Urlaub nicht länger als 14 Tage vor Reisebeginn gebucht werden kann und das Angebot günstiger ist als der reguläre Preis. „Alles andere ist nach Rechtsprechung Etikettenschwindel“, erklärt Gerrit Cegielka, Reiserechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Noch extremer sind „super last minute“ oder „ultra last minute“ – hierbei wird maximal drei Tage vor Reiseantritt gebucht.

Was vor der Buchung geprüft werden muss

Auch wenn es beim Blick auf ein Schnäppchen in den Fingern juckt, schnell auf „buchen“ zu klicken: Wichtig ist es, das Angebot aufmerksam durchzulesen, Infos zur Hin- sowie zur Rückreise und den Regelungen im Urlaubsland einzuholen. Hier gilt es auch, auf Details zu achten: Sind Verpflegung, Transfer vom Flughafen zum Hotel und zurück inklusive? Welche möglichen Kosten für zusätzliche Services kommen auf die Reisenden zu?

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Beim Urlaub auf Lanzarote erleben Reisende traumhafte Strände – wie die Playa Papagayo auf der Kanaren-Insel.

Last-Minute-Angebote vergleichen

Allen, die ihren Urlaub kurz entschlossen planen, rät Cegielka zu einem Vergleich der Konditionen und der Preise. Denn der Markt stecke voller Angebote – ob in Reisebüros, im Internet oder an Last-Minute-Schaltern am Flughafen.

Es kann beispielsweise vorkommen, dass zwei Veranstalter dasselbe Hotel im Angebot haben, aber mit unterschiedlichen Leistungsbeschreibungen. Hier haftet jeder Anbieter nur für seine eigenen Zusicherungen.

Wann ist Last-Minute-Urlaub günstiger?

 Wer Last-Minute-Angebote bucht, kann deutlich günstiger verreisen, es muss aber nicht sein. Denn Vorsicht: Nicht alles, was sich Schnäppchen nennt, ist tatsächlich ein Preishit. „Manche Angebote sind nur deshalb billiger, weil die Anbieter sie um bestimmte Leistungen wie Halbpension oder Transfer kürzen“, sagt Reiserechtsexperte Cegielka.

Wichtig ist außerdem: schnell sein. Denn bei Last-Minute-Angeboten handelt es sich oft um Restposten – also beispielsweise einzelne Hotelzimmer, die Reiseveranstalter so noch vollbekommen wollen. Daher können gute Angebote schnell vergriffen sein. Wer ein Schnäppchen machen will, sollte daher auch relativ flexibel sein, was Termin, Reiseziel und Unterkunft betrifft. 

Zusatztipp zur Flughafensuche: Bei der Suche nach einem günstigen Angebot können auch weiter entfernte Flughäfen miteinbezogen werden. Oftmals kann es günstiger sein, eine Pauschalreise mit Abflughafen in einem anderen Bundesland zu buchen, das zu dem Zeitpunkt keine Herbstferien hat. Dafür sollten Reisende dann ein Angebot mit Zug zum Flug für die Anreise wählen.

Die Faustregel für die Schnäppchensuche lautet also: Je spontaner und offener Urlauberinnen und Urlauber sind, desto günstigere Angebote können sie finden.

Was muss ich bei Last-Minute-Urlaub wegen Corona bedenken?

Durch die Covid-19-Pandemie kommen weitere Punkte hinzu, die Reisende bei Last-Minute-Buchungen beachten müssen. Hierbei geht es vor allem um die Regeln für die Einreise und die Rückreise.

Reisen in Hochrisikogebiete mögen zwar oftmals günstiger sein – sie sind aber auch nicht für alle Menschen geeignet. Quarantänefrei sind hier nämlich nur geimpfte und genesene Reisende unterwegs. Alle anderen müssen bei der Rückreise für bis zu zehn Tage in Quarantäne, ein Freitesten ist frühestens ab Tag fünf möglich. 

Italiens unzählige Strände und Buchten mit kristallklarem Wasser sind malerisch.

Das ist vor allem für den Urlaub mit Familie problematisch, denn auch Kinder bis zwölf Jahre müssen in häusliche Isolation. Diese endet dann, anders als bei Menschen ab zwölf Jahren, automatisch nach dem fünften Tag. Aktuell beispielsweise gelten die Türkei, Ägypten und Tunesien – klassischerweise beliebte Last-Minute-Ziele im Herbst – als Hochrisikogebiete. 

Außerdem geprüft werden sollten Konditionen wie Kontaktbeschränkungen, Quarantäne-Verpflichtungen oder geschlossene Sehenswürdigkeiten. „Nur wenn die präzisen Bestimmungen klar sind und mögliche Enttäuschungen wegfallen, macht Last-Minute Spaß“, sagt Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen.

Welche Ziele bieten sich im Herbst für Last-Minute-Urlaub an?

Wer im Herbst in den Urlaub will, der will oftmals den Sommer verlängern. Um Sonne zu tanken und am Strand zu liegen, müssen Reisende dabei gar nicht ans andere Ende der Welt fliegen. Auch in Europa punkten einige Länder im Oktober und sogar im November noch mit Wärme. Hier ein kleiner Überblick über lohnenswerte Ziele und die durchschnittlichen Temperaturen dort.

Wo ist es im Oktober noch warm? Die besten Reiseziele: