In Spanien wüten im Sommer 2022 erneut verheerende Waldbrände. Wo genau die Feuer aktuell lodern, ob der Urlaub oder eine kostenlose Stornierung möglich ist, erklärt dieser Überblick.

Wo lodern die Waldbrände aktuell in Spanien?

Es brennt in der autonomen Gemeinschaft Valencia, betroffen sind die Regionen Bejís und Vall d‘Ebro. Regenfälle haben am Donnerstag die Lage vorerst stabilisiert. Mancherorts wurde die Ausbreitung der Brände gestoppt, vielerorts seien die Flammen sogar erloschen, so Zivilschutz. 

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Insgesamt wurden mehr als 21.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört. 2000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, die angesichts der abflauenden Waldbrände wieder in ihre Häuser zurückkehren durften.

Am Dienstag sind in Bejís elf Passagiere eines Regionalzuges im Gebiet Bejís verletzt worden, darunter drei schwer. Der Bahnfahrer musste die Fahrt wegen starker Rauchentwicklung rund 60 Kilometer nordwestlich von Valencia stoppten, um zum Startbahnhof zurückzukehren, berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und der staatliche TV-Sender RTVE.

Ob auch Touristinnen und Touristen in Sicherheit gebracht wurden, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Das Feuer in der Region Vall D'èbo wütete weniger als 50 Kilometer von Badeorten an der Costa Blanca entfernt, zum Beispiel Jávea und Dénia. Die Rauchsäulen waren weithin zu sehen, die Aschewolken erreichten inzwischen nach Medienberichten auch die knapp 300 Kilometer entfernte Mittelmeerinsel Mallorca.

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Karte: Wo es in Spanien aktuell brennt

Auf einer Karte der Nasa ist zu sehen, wo die Waldbrände aktuell in Spanien wüten.

Die Karte des Fire Information fpr Resource Management System der NASA zeigt, wo noch Waldbrände in Spanien lodern.

Kann mein Urlaub in Spanien stattfinden?

Generell sollten sich Reisende vor Abflug oder Abfahrt darüber informieren, ob sich ihr Urlaubsort in der Nähe von Waldbränden befindet – und dann Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen. Aktuell sind offenbar keine Urlaubsorte bedroht, die von deutschen Pauschalreiseveranstaltern bedient werden.

Kann ich den geplanten Urlaub stornieren?

Wenn die eigene Urlaubsregion von Waldbränden betroffen ist und der oder die Reisende nicht fahren will, kann eine zeitnah stattfindende Pauschalreise aufgrund außergewöhnlicher Umstände kostenlos storniert werden. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem reisereporter.

Voraussetzung dafür, dass die Reiseveranstalter ihren Kunden sämtliche Kosten erstatten müssen, ist, dass das Feuer in unmittelbarer Nähe zum Urlaubsort aufgetreten ist und es konkrete Beeinträchtigungen gibt. Darunter fällt beispielsweise Ascheregen oder die Evakuierung des Urlaubsortes, informiert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Pauschalreisende sollten immer schriftlich von der Reise zurücktreten. Die Verbraucherzentrale stellt dazu beispielsweise jeweils Musterbriefe zur Verfügung.

Wenn der Urlaubsort zwar in einem betroffenen Land, aber weit weg von den Bränden liegt, dann kann von dem Recht auf kostenlose Stornierung nicht Gebrauch gemacht werden – es sei denn, Veranstalter oder Unterkünfte bieten kulante Regelungen. Denn: „Die reine Angst vor Waldbränden rechtfertigt noch keinen kostenlosen Rücktritt“, so Degott.

Individualreisende müssen in die Vertragsbedingungen ihres Fluges und ihrer gebuchten Unterkunft schauen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, ergibt sich kein Recht auf eine gebührenfreie Stornierung.

Urlaub in ein paar Wochen nicht kostenlos stornierbar

Wer ohnehin nicht in den nächsten Tagen losfahren wollte, der sollte noch abwarten, rät der Rechtsanwalt Roosbeh Karimi aus Berlin. Denn ein Recht auf kostenlose Stornierung besteht nicht für Reisen, die erst in einigen Wochen beginnen sollen. Er rate dazu, „allenfalls ganz kurzfristig zu stornieren. Wann die Feuer gelöscht sind, lässt sich nicht vorhersagen.“ Für die Stornierungsfrage komme es aber darauf an, ob die konkrete Reise erheblich beeinträchtigt sein wird. Wochen im Voraus lasse sich das noch nicht sagen.