Im Süden von Spanien kämpft die Feuerwehr gegen einen großen Flächenbrand, der am Mittwoch in den bewaldeten Bergen von Andalusien ausgebrochen war. Vom Fuß der Bergkette Sierra Bermeja aus fraßen sich die Flammen durch das Land. Am Dienstagmorgen meldeten die Behörden, dass die Feuer unter Kontrolle seien.

Innerhalb von gut fünf Tagen zerstörten die Flammen fast 10.000 Hektar Wald, wie die „Costa Nachrichten“ berichten. Mehrere Ortschaften mussten evakuiert werden, Einwohnerinnen und Einwohner kamen in Notunterkünften in der Stadt Ronda unter. Wo genau die Brände noch lodern, ob der Urlaub oder eine kostenlose Stornierung möglich ist, erklärt dieser Überblick.

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Wo lodern die Waldbrände in Andalusien?

Das Großfreuer frisst sich in der Sierra Bermeja 80 Kilometer südwestlich von Málaga nahe der bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebten Küstengemeinde Estepona noch immer durch die Landschaft. Inzwischen haben sich zwei Brandherde gebildet: einer im Valle der Genal und einer nahe der Gemeinde Casares. Mehrere Orte mussten evakuiert werden: Júzcar, Genalguacil, Jubrique, Faraján, Pujerra, Alpandeire, und Teile von Estepona.

Die meisten der etwa 3000 betroffenen Menschen konnten mittlerweile in ihre Häuser zurückkehren. Orte an der Küste sind aktuell nicht mehr bedroht. 

Die Brände sind inzwischen unter Kontrolle, Grund dafür ist Regen, der Montagnacht auf das Land niederging. Auch am Dienstag soll es Niederschläge geben. Auf einer Karte der Nasa ist zu sehen, wo die Waldbrände aktuell in Spanien wüten. 

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Kann mein Urlaub in Andalusien stattfinden?

Generell sollten sich Reisende vor Abflug oder Abfahrt darüber informieren, ob sich ihr Urlaubsort in der Nähe von Waldbränden befindet – und dann Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen. Aktuell jedoch sind offenbar keine Urlaubsorte betroffen, die von deutschen Pauschalreiseveranstaltern bedient werden.

Kann ich den geplanten Urlaub stornieren?

Wenn die eigene Urlaubsregion von Waldbränden betroffen ist und der oder die Reisende nicht fahren will, kann eine zeitnah stattfindende Pauschalreise aufgrund außergewöhnlicher Umstände kostenlos storniert werden. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem reisereporter.

Voraussetzung dafür, dass die Reiseveranstalter ihren Kunden sämtliche Kosten erstatten müssen, ist, dass das Feuer in unmittelbarer Nähe zum Urlaubsort aufgetreten ist und es konkrete Beeinträchtigungen gibt. Darunter fällt beispielsweise Ascheregen oder die Evakuierung des Urlaubsortes, informiert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Pauschalreisende sollten immer schriftlich von der Reise zurücktreten. Die Verbraucherzentrale stellt dazu beispielsweise jeweils Musterbriefe zur Verfügung.

Wenn der Urlaubsort zwar in einem betroffenen Land, aber weit weg von den Bränden liegt, dann kann von dem Recht auf kostenlose Stornierung nicht Gebrauch gemacht werden – es sei denn, Veranstalter oder Unterkünfte bieten kulante Regelungen. Denn: „Die reine Angst vor Waldbränden rechtfertigt noch keinen kostenlosen Rücktritt“, so Degott.

Individualreisende müssen in die Vertragsbedingungen ihres Fluges und ihrer gebuchten Unterkunft schauen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, ergibt sich kein Recht auf eine gebührenfreie Stornierung.

Urlaub in ein paar Wochen nicht kostenlos stornierbar

Wer ohnehin nicht in den nächsten Tagen losfahren wollte, der sollte noch abwarten, rät der Rechtsanwalt Roosbeh Karimi aus Berlin. Denn ein Recht auf kostenlose Stornierung besteht nicht für Reisen, die erst in einigen Wochen beginnen sollen. Er rate dazu, „allenfalls ganz kurzfristig zu stornieren. Wann die Feuer gelöscht sind, lässt sich nicht vorhersagen.“ Für die Stornierungsfrage komme es aber darauf an, ob die konkrete Reise erheblich beeinträchtigt sein wird. Wochen im Voraus lasse sich das noch nicht sagen.