Während unserer heutigen Wanderung quer durch Witzenhausen hast du die Gelegenheit, das Kind in dir wieder herauszulassen! Und natürlich gibt es jede Menge Kirschen. Denn wir erkunden den Kirschenerlebnispfad, einen besonders familienfreundlichen Rundweg mit vielen Stationen.

Langeweile wird dabei ebenso wenig aufkommen wie die Gefahr, sich Blasen zu laufen oder einen Muskelkater einzufangen. Denn die Route ist gerade einmal viereinhalb Kilometer lang und somit – auch bei Aufenthalt an den 17 Stationen – gut in rund zwei Stunden zu schaffen. Dabei gibt es sogar noch die Möglichkeit, abzukürzen: Auf 1,8 Kilometern führt der Kirschenerlebnispfad durch die Stadt, auf 2,7 Kilometern über den Warteberg.

Das sind die Eckdaten:

  • Länge: 4.5 Kilometer
  • Dauer: 1,45 h

Wir starten am Marktplatz in Witzenhausen. Dorthin ist die Anreise sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht möglich. Auch gibt es genügend öffentliche Parkplätze in der Nähe. Vor dem historischen Rathaus finden wir leicht die erste Hinweistafel, die uns „Kirschendetektive” freundlich begrüßt. „Wenn du schon immer mal wissen wolltest, weshalb Witzenhausen Kirschenstadt ist, was Lukullus mit den Kirschen zu tun hat oder wer die ,Große Prinzessin‘ ist, dann begib dich auf die Spur der Kirschen.” Und das machen wir doch glatt.

Im Gepäck die erste Rätselfrage. Denn diese wird an der nächsten Station aufgelöst. Diese zu finden, fällt nicht schwer. Wir folgen einfach dem roten Quadrat mit dem Kirschsymbol und folgen dem Weg in Richtung Steinstraße. Unterwegs kommen wir an der Tourist Info vorbei, wo es außer Souvenirs Anregungen zu weiteren Unternehmungen in der Region gibt.

Die Skulpturengruppe ,,Kischsteinspucker".

An einer Skulpturengruppe von Karin Bohrmann-Roth, „Kirschsteinspucker”, lernen wir, warum man sagt, es sei mit jemandem „nicht gut Kirschen essen”, bevor wir die Innenstadt nach einem Abstecher in den Stadtpark verlassen. Durch eine Allee gelangen wir zu einer weiteren Station, an der besonders Kinder ihre Freude haben dürften, denn dort gibt es ein Baumhaus.

Für die Erwachsenen bietet sich Gelegenheit zu einer informativen Rast, denn in einer Schutzhütte sind Infotafeln angebracht. Außerdem gibt es dort ein Buch, in dem das Thema „Kirschen in der Literatur” aufgegriffen wird – und einen tollen Ausblick auf die Obstplantagen vor Ort.

Die Stationen liefern jedem Besucher neue interessante Informationen.

Was beim Kirschenanbau zu bedenken ist, erfahren wir bei einer weiteren Station, bevor wir das landschaftliche Highlight der Wanderung erreichen: Eine Station, auf der Liegestühle aufgestellt sind, um den herrlichen Blick und auch die Geräuschkulisse zu genießen.

Bevor wir den Rückweg in die Stadt antreten, lernen wir noch, welche Rolle Bienenvölker im Obstbau spielen, welche alten Kirschensorten es gibt und wie eine Streuobstwiese aufgebaut ist. Eine Erlebnisstation fordert zudem dazu auf, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und aus der Sicht beispielsweise einer Künstlerin oder eines Kindes auf die Obstwiese zu schauen.

Zum Schluss lernen wir noch einige Kirschköniginnen kennen – und dann geht es endlich los: Kirschkernweitspucken ist angesagt. Wanderer sollten darauf allerdings vorbereitet sein, wenn nicht gerade Erntezeit ist: Für jeden ein paar Murmeln – und los geht’s.

Der Pfad entstand in Zusammenarbeit der Stadt Witzenhausen mit dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel (Standort Witzenhausen) sowie verschiedener Sponsoren. Durch Neupflanzungen und Pflegemaßnahmen ist er zugleich ein Bestandteil der Sortensicherung.

Tipp 1: Rathaus

Das Rathaus am Mark von Witzenhausen wurde nach dem Krieg wieder neu aufgebaut.

Das historische Rathaus am Markt in Witzenhausen wurde Ende des 13. Jahrhunderts für seine Zeit ungewöhnlich groß zweischossig erbaut. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Gebäude 1393. Es diente unter anderem als politisches Zentrum, Gerichtsstätte, Versammlungsort, Stadtweinkeller, Hochzeitshaus und Fruchthaus. 1479 wurde das Rathaus durch einen Brand nahezu vollständig zerstört.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erfolgte der Wiederaufbau, doch im 30-jährigen Krieg wurden erneut Teile des Gebäudes schwer beschädigt. Ein zweiter großer Stadtbrand wütete 1809 – und wieder entstanden immense Schäden am Rathaus. Erneut aufgebaut wurde das Gebäude 1819, Ende der 1990er-Jahre erfolgte eine weitreichende Sanierung. Mehr erfahren Interessierte beispielsweise während einer Stadtführung. Die kann über die Tourist Info gebucht oder auf eigene Faust mithilfe eines Audio Guide unternommen werden: https://izi.travel/de/3f31-audio-stadtfuhrung-witzenhausen/de

Tipp 2: "Liebe zur Erde"

Weitere Skulpturen schmücken den Kirschenerlebnispfad.

Leicht zu übersehen zwischen Kirschenerlebnispfad, Kirschkernweitspucken und Diebesturm ist die Figur “Liebe zur Erde”. Die aus Sandstein aus dem Panarofluss gestaltete Skulptur wurde 1995 von Renzo Bruzzi gestaltet. Es handelt sich um ein Geschenk aus Witzenhausens Partnerstadt Vignola.

Tipp 3: Burgen im Umland

Weitere Skulpturen schmücken den Kirschenerlebnispfad.

Rund um Witzenhausen finden Interessierte eine ganze Reihe romantische Schlösser und mittelalterliche Burgen vor: Die 1415 errichtete Burg Ludwigstein ist seit 1920 die Burg der Jugendbewegung und heute der größte Beherbergungsbetrieb des Werra-Meißner-Kreises. Schloss Berlepsch bietet Besucherinnen und Besuchern mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr Einblicke ins Mittelalter. Gar nicht weit weg ist auch Burg Hanstein, wo Teile des Kinoerfolgs „Der Medicus” gedreht wurden.

Öffungszeiten: März bis Oktober: Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr; November: Montag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr; Dezember bis Februar: an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.