Heute gondeln wir von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Dabei schnappen wir auch noch jede Menge frische Luft und sind ordentlich in Bewegung!

Die Tour ist mit mehr als 50 Kilometern nicht ganz kurz, aber dafür umso abwechslungsreicher. Und wer kein E-Bike hat, sich die lange Strecke nicht zutraut oder mit Kindern unterwegs ist, kann problemlos abkürzen. Es handelt sich bei den beschriebenen Wegen durchweg um beschilderte Radwege oder Straßen – mit Ausnahme zweier Waldwege.

Das sind die Eckdaten:

  • Länge: 55 Kilometer
  • Dauer: 4 Stunden

Wir starten am Zentralen Omnibusparkplatz (ZOB) in Duderstadt – die Anreise dorthin ist mit dem Auto oder dem Bus möglich. Und schon sind wir mitten im Sightseeing-Getümmel, das wir aber auf der Hintour erst einmal außer Acht lassen, schließlich nehmen wir zurück ebenfalls den Weg durch die Innenstadt mit dem historischen Rathaus, den Kirchen und vielem Sehenswerten mehr – und im Anschluss an die Tour haben wir sicher auch Lust, in einem der Lokale in der Fachwerkstadt einzukehren. Also folgen wir zunächst der Beschilderung in Richtung Ecklingerode.

Über Wirtschaftswege geht es in das Nachbardorf Duderstadts. Dass wir uns unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze befinden, wird spätestens offenbar, als wir über einen Kolonnenweg fahren – nicht der einzige unebene Untergrund, mit dem wir es heute zu tun haben werden.

Die Rastbank ist mit einer Spruchtafel in plattdeutscher Sprache versehen - gar nicht so einfach, sie zu entziffern.

Bis zum Sonnenstein nutzen wir einen Schotterweg, den sich Radfahrer und Wanderer teilen – und gönnen uns zwischendurch eine kleine Rast mit Schnellkurs in Plattdeutscher Sprache: “Up de Bank verchot dien Leb’n” bekommen wir gerade noch hin. Danach beginnt das Rätselraten.

Aber es kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich um noch einmal Kräfte zu sammeln, bevor es zum Sonnenstein hinaufgeht – immerhin am “Riesenhügel” gelegen. Okay: Die Bezeichnung hat nichts mit der Höhe des Berges zu tun, sondern bezieht sich auf eine Sage, nach der ein Riese den Sand aus seine Stiefel geschüttet und damit den “Braunen Bühl” geschaffen habe – aber immerhin.

Der Skywalk

Mit dem Rad und weiter zu Fuß merkt man den Anstieg doch. Wie sehr, bleibt jedem selbst überlassen, denn zum Gipfel führen ein flacherer Weg und ein “Steilaufstieg”.

Nicht nur von der Aussichtsplattform aus bietet sich ein faszinierender Weitblick. Infotafeln erläutern, was bei gutem Wetter wo zu entdecken ist.

Oben angekommen wird man – längst nicht nur auf dem Skywalk, sondern rundherum – mit einer Aussicht belohnt, die mittlerweile zahlreiche Touristen fasziniert. Auf dem Sonnenstein inzwischen Sitzgelegenheiten und Infotafeln eingerichtet, so dass das Verweilen noch angenehmer gestaltet ist. Einen Riesen gibt es übrigens auch: Die Figur ist unter anderem ein beliebtes Selfie-Motiv.

Das Kreuz auf dem Sonnenstein.

Ähnlich wie auch das Sonnenstein-Kreuz, das sich – weithin sichtbar – auf dem Hügel erhebt. Wir befinden uns im katholischen Eichsfeld, das machte bereits der plattdeutsche Text auf der Bank deutlich und das ist auch am Sonnenstein zu spüren, wo regelmäßig Freiluftgottesdienste gefeiert werden.

Auf Naturdenkmäler trifft man hier allemal.

Katholische Sehenswürdigkeiten

Auch nach der Abfahrt in Richtung Holungen stoßen wir auf eine Demonstration des Glaubens, eine Klus im Schatten eines imposanten Naturdenkmals. Netterweise erklärt eine Einheimische, wohin der Weg führt, den wir eingeschlagen haben: „Dort gelangst du auf den Schacht”, sagt sie – klar. Hier gibt es nicht nur Kirche, sondern auch Kali. Das Kali- und Bergbaumuseum thematisiert dies.

Die Burg in Großbodungen.

Über Hauröden machen wir uns auf den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit: In Großbodungen besichtigen wir die Burg. Zurück nehmen wir den schon bekannten Weg bis zum Parkplatz Sonnenstein, um die Route nicht noch weiter anwachsen zu lassen – hinsichtlich der Kilometerzahl ebenso wie Steigungen betreffend. An der Kreuzung entscheiden wir uns für den Weg nach Brehme über ein nagelneues Stück Radweg, um dort das nächste Ziel anzusteuern: die Ruine Wildungen in der Gemarkung Winztingerode. Der Weg führt in den Wald hinein bis zu einem kleinen, idyllisch gelegenen See.

Die Überreste der Dorfkirche in Brehme.

An ihm steht - wie vergessen - eine einzelne Wand, die an die Existenz der Dorfkirche erinnert. Auch um sie rankt sich eine Sage: Die Gottesmutter Maria soll dort einen schwedischen Angriff abgewehrt haben, indem sie leibhaftig erschien und mit einem Blick die Soldaten in die Flucht schlug.
Über einen recht steilen Waldweg ist es möglich, die Ruine zu umfahren und von oben zu betrachten, ohne einen Fußweg zu nehmen, der vom Teich aus zum alten Gemäuer führt.

Die Wehnder Warte

Wie schon in Brehme fahren wir auch in Wehnde direkt vor die Haus- oder besser Turmtür, der nächsten Sehenswürdigkeit. Dort besuchen wir die Warte und nutzen die Gelegenheit zur Rast mit Aussicht, bevor es wieder in Richtung Duderstadt geht. Dabei folgen wir der Beschilderung in Richtung West-Östliches Tor, um erneut die Gelegenheit zu nutzen, ein Stück deutsch-deutscher Geschichte zu erleben und dabei die Aussicht zu genießen.