Noch zu Beginn der Sommerferien hatte Deutschland eine Sieben-Tage-Inzidenz weit unter 10 – das Reisen war in viele Länder Europas ohne große Einschränkungen möglich. Doch seither sind die Corona-Neuinfektionen stark gestiegen, wodurch auch immer mehr Länder Deutschland wieder als Risikogebiet einstufen. So gelten neuerdings in Spanien, Norwegen und Litauen wieder verschärfte Einreiseregeln für deutsche Urlaubende. Auch Dänemark, Tschechien und Belgien reagieren auf die steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland. Island und Finnland stufen die Bundesrepublik schon länger als Corona-Risikogebiet ein.

Weitere Länder in Europa könnten bald folgen, immerhin wird ganz Deutschland auf der Karte der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC mittlerweile nicht mehr als grün, sondern organgefarbene Region mit erhöhtem Infektionsrisiko geführt. Zehn Bundesländer liegen dort mittlerweile im orange-roten Bereich. Bei der Einstufung der Risikogebiete orientieren sich viele europäische Länder an der Karte der ECDC.

Was gilt in den Ländern bei der Einreise, die Deutschland bereits jetzt wieder als Risikogebiet einstufen? Ein Überblick.

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Niederlande verschärft Einreiseregeln

Ab dem 10. September gilt auch in den Niederlanden die sogenannte 3-G-Regel für deutsche Urlauberinnen und Urlauber, dann nämlich gilt Deutschland im Nachbarland als Risikogebiet. Die Folge: Alle Einreisenden ab zwölf Jahren den Nachweis über eine Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test bei sich führen.

Spanien erklärt ganz Deutschland zum Risikogebiet

Zunächst stufte die spanische Regierung nur einzelne Bundesländer als Risikogebiete ein. Hamburg war das erste Bundesland, welches von Spanien hochgestuft wurde. Dann folgten Berlin, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland. Doch seit dem 23. August gilt ganz Deutschland als Risikogebiet. 

Das bedeutet, dass alle Personen aus Deutschland ab zwölf Jahren nun für die Einreise einen Impfnachweis, einen Nachweis über eine Genesung oder einen negativen Test vorlegen müssen. Ein Antigentest darf bei der Ankunft nicht älter als 48 Stunden sein, ein PCR-Test maximal 72 Stunden. Zudem müssen alle Reisenden weiterhin ein Onlineformular ausfüllen. Sie erhalten einen QR-Code, der bei der Einreise vorzuweisen ist.

Zwei Frauen sitzen in einem Café auf Mallorca – mit Blick auf die Kathedrale von Palma. Urlaub in Spanien ist im Sommer 2021 möglich.

Umgekehrt gilt ganz Spanien seit dem 29. August in Deutschland nicht mehr als Hochrisikogebiet. Eine Nachweispflicht gilt für die Rückreise dennoch: Seit dem 1. August müssen alle Personen ab 12 Jahren, die aus dem Ausland nach Deutschland einreisen, generell nachweisen, dass sie entweder genesen, geimpft oder negativ getestet sind.

Norwegen – Quarantäne für Ungeimpfte

Auch Norwegens Regierung hat Deutschland zum Risikogebiet erklärt. Die neuen Einreisebeschränkungen treffen besonders ungeimpfte Reisende hart: Sie müssen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Wer dennoch eine Reise auf sich nehmen will, benötigt einen negativen Corona-Test, der maximal 24 Stunden alt ist. Anerkannt werden Antigenschnelltests und PCR-Tests, die auch in deutscher Sprache vorliegen dürfen. Ein weiterer Test erfolgt bei Grenzübertritt. Zudem ist eine digitale Einreiseanmeldung notwendig.

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Nicht davon betroffen sind Reisende, die in den vergangenen sechs Monate eine Corona-Infektion überstanden haben oder vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Als Nachweis benötigen Genesene ein Gesundheitszertifikat, Geimpfte den digitalen EU-Impfpass.

Fischerhäuser auf der Varanger-Halbinsel in Norwegen spiegeln sich im Meer.

Litauen – Ungeimpfte müssen in Quarantäne

Litauen stuft Länder in Abhängigkeit von ihrer Infektionslage in die Kategorien grün, gelb, rot und grau ein. Seit dem 23. August befindet sich Deutschland in der Kategorie rot. Für nicht vollständig geimpfte oder von einer Corona-Erkrankung genesene Reisende besteht daher eine Quarantäne- und Testpflicht. Somit ist für die Einreise ein höchstens 72 Stunden alter negativer PCR-Test oder ein 48 Stunden alter Antigen-Test nötig. Anschließend folgt eine Quarantäne von zehn Tage, die durch einen negativen PCR-Test auf eigene Kosten ab dem siebten Tag verkürzt werden kann.

Ausgenommen von diesen Regelungen sind geimpfte oder genesene Personen, wenn sie einen entsprechenden Nachweis haben.

In Kaunas lohnt sich vor allem ein Besuch der historischen Altstadt.

Island

In Island gelten alle Länder außer Grönland als Hochrisikogebiete. Daher gilt für alle Einreisende über 16 Jahren eine Testpflicht – auch für Geimpfte und Genesene. Im Gegensatz zu Nicht-Geimpften benötigen sie allerdings nur einen Antigen-Schnelltest. Ungeimpfte müssen einen negativen PCR-Test vorweisen, der maximal 72 Stunden vor Abflug vorgenommen wurde. Dennoch müssen sie für fünf Tage in Quarantäne, bevor sie sich mit einem weiteren PCR-Test freitesten können. 

Blick auf den Wasserfall Kirkjufellfoss und den Berg Kirkjufell in Snaefellsnes, Island.

Finnland

Auch in Finnland gilt Deutschland als Risikogebiet. Für Menschen mit einer vollständigen Impfung oder jene, die einen Genesenennachweis haben, besteht keine Test- oder Quarantänepflicht. Anders sieht es für Deutsche aus, die ungeimpft sind. Sie müssen zwei Corona-Tests vorlegen. Einen vor der Einreise, der nicht älter ist als 72 Stunden. Und einen zweiten Test drei bis fünf Tage nach der Einreise.

Finnische Küstenlandschaft auf den Aland-Inseln.

Für Reisende aus Nicht-Risikogebieten bestehen keine Einreisebeschränkungen.

Dänemark

Dänemark stuft Deutschland seit dem 28. August mit der gelben Risikokategorie ein – nur Schleswig-Holstein liegt aus dänischer Sicht weiter im grünen Bereich. Damit ergeben sich folgende Regeln bei der Einreise in unser Nachbarland im Norden: Wer nicht geimpft oder getestet und älter als 15 Jahre ist, muss sowohl bei der Einreise als auch spätestens 24 Stunden danach einen negativen Corona-Test vorweisen. Für ungeimpfte Einwohnerinnen und Einwohner aus Schleswig-Holstein reicht ein Corona-Test beim Grenzübertritt, sie benötigen keinen zweiten Test nach der Einreise, schreibt das Auswärtige Amt.

Ribe

Belgien

Belgien nutzt zur Risikoeinstufung ebenfalls die Farben grün, orange und rot – und stuft mittlerweile kein Gebiet in Deutschland mehr als grün ein. Doch die Einteilung wird nicht nur nach Bundesländern, sondern teilweise auch nach einzelnen Städten vorgenommen. Deshalb und weil die Bewertung sich kurzfristig ändern kann, empfiehlt auch das Auswärtige Amt Reisenden, sich vor der Abreise auf der Webseiteüber die Einstufung zu informieren. 

Belgien verschärft angesichts der Coronavirus-Pandemie die Regeln für Einheimische und Touristen. (Symbolbild)

Tschechien

Tschechien stuft Deutschland mittlerweile als Land mit hohem Infektionsrisiko ein. Die Corona-Ampel ist auf Rot gesprungen, damit werden zum 30. August 2021 strengere Regeln wirksam. Die Einreise aus der Bundesrepublik ist seitdem nur noch mit einem negativen Corona-Test (maximal 72 Stunden alter PCR-Test), Einreiseanmeldung und Quarantäne möglich. Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantänepflicht ausgenommen, nicht aber von der Anmeldepflicht.

Die Hauptstadt Prag ist gleichzeitig die wohl bekannteste tschechische Stadt. Sie hat jede Menge Geschichte zu bieten. Es lohnt sich aber, auch andere historische Städte des Landes zu entdecken.

Kinder unter 6 Jahren, Grenzgänger und Grenzpendler können komplett frei einreisen, auch ohne Einreiseanmeldung.