Die Entscheidung kam nicht ganz überraschend, betrifft aber dennoch Tausende deutsche Urlauberinnen und Urlauber: Zahlreiche griechische Urlaubsinseln sind seit Dienstag, 24. August, Mitternacht, Hochrisikogebiete. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag, 20. August, bekannt geben. Für Reisende ändert sich damit einiges – vor allem für Familien mit Kindern und für jene, die weder geimpft noch genesen sind. Wir haben die Übersicht.

Welche griechischen Urlaubsinseln sind Hochrisikogebiete?

Zu einem Hochrisikogebiet wurde die Ferieninsel Kreta ernannt, aber auch alle Inseln der südlichen Ägäis, zu der die Kykladen und die Dodekanes gehören. Insgesamt stehen damit 60 griechische Inseln auf der Liste der Hochrisikogebiete. Zu den beliebtesten betroffenen Ferieninseln zählen außer Kreta auch Kos, Rhodos, Santorin, Mykonos, Naxos und Paros. 

Die vollständige Liste der Inseln, die als Hochrisikogebiete eingestuft worden sind:

  • Agathonisi
  • Alimia
  • Amorgos
  • Anafi
  • Andimilios
  • Andiparos
  • Andros
  • Arki
  • Armathia
  • Astypalea
  • Chalki
  • Delos
  • Despotiko
  • Donousa
  • Farmakonisi
  • Folegandros
  • Gyali
  • Gyaros
  • Ios
  • Iraklia
  • Kalolimnos
  • Kalymnos
  • Karpathos
  • Kasos
  • Kea
  • Keros
  • Kimolos
  • Kinaros
  • Kos
  • Koufonisia
  • Kreta
  • Kythnos
  • Leros
  • Levitha
  • Lipsi
  • Makronisos
  • Milos
  • Mykonos
  • Naxos
  • Nimos
  • Nisyros
  • Paros
  • Patmos
  • Polyegos
  • Pserimos
  • Rhodos
  • Rinia
  • Santorin
  • Saria
  • Schinoussa
  • Serifos
  • Sifnos
  • Sikinos
  • Sykos
  • Symi
  • Syrna
  • Telendos
  • Thirassia
  • Tilos
  • Tinos

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Ab wann sind die griechischen Inseln Hochrisikogebiete?

Das RKI hat die neue Liste der Hochrisikogebiete am Freitagnachmittag veröffentlicht. Diese ist aber nicht sofort wirksam. Während die meisten Hochrisikogebiete bereits ab Sonntag um Mitternacht gelten, gibt es für Griechenland etwas mehr Zeit. Damit sollen vor allem Familien, aber auch Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, die Möglichkeit haben, noch nach Deutschland zu reisen, ehe die Quarantänepflicht greift. 

Um die neuen Regeln für Hochrisikogebiete zu umgehen, mussten Reisende bis Montagabend, 23. August, 23.59 Uhr, nach Deutschland einreisen.

Ich bin gerade in Griechenland – muss ich jetzt nach Hause?

Nein. Du kannst deinen Urlaub fortsetzen, wenn du das möchtest. Wer über einen Reiseveranstalter eine Pauschalreise gebucht hat, bekommt aber wahrscheinlich das Angebot, den Urlaub in den kommenden Tagen abzubrechen. Ob du das annehmen willst, ist allein deine Entscheidung. Es ist nicht damit zu rechnen, dass Flugverbindungen eingestellt werden.

Wer sich dafür entscheidet, den Urlaub vorzeitig zu beenden, sollte bedenken, dass Flugtickets deutlich teurer werden können. Das war etwa zu sehen, als Portugal zum Virusvariantengebiet und Spanien zum Hochrisikogebiet erklärt wurden. Da zahlreiche Familien und Ungeimpfte nach Hause wollten, kosteten einzelne Rückflugtickets bisweilen 800 Euro und mehr. 

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Wie ist die aktuelle Corona-Lage in Griechenland?

Griechenland hat vor allem auf den Inseln viele Einwohnerinnen und Einwohner geimpft und warb mit coronafreiem Urlaub. Doch daraus wurde nichts: Derzeit sind vor allem die griechischen Ferieninseln Infektionstreiber. In Griechenland liegt die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner angibt, inzwischen bei 215,6. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen leicht zurückging, haben Bundesregierung und RKI nun reagiert. 

Besonders viele Covid-19-Fälle hat die Ferieninsel Kreta, wie eine Übersicht der griechischen Behörden zeigt. Bis auf den östlichen Teil der Insel ist Kreta dort rot gefärbt – als einzige Region im Land. Zahlreiche weitere Urlaubinseln wie Santorin oder Rhodos sind orange gefärbt. Lokal gibt es immer wieder Lockdowns oder Mini-Lockdowns.

Zuletzt hat Kreta beschlossen, wieder eine nächtliche Ausgangssperre einzuführen und Musik auf den Straßen zu untersagen. Auf Kreta sind die Infektionszahlen aufgrund der Delta-Variante so schnell gestiegen, dass inzwischen nahezu alle Intensivbetten belegt sind.

Mykonos hatte ebenfalls schon einen kurzzeitigen Lockdown. Dort war das Quarantänehotel für positiv getestete Urlauberinnen und Urlauber überfüllt, sie mussten bisweilen am Strand schlafen. Auch auf Inseln wie Rhodos oder Naxos könnten wegen vermehrter Corona-Fälle wieder Restriktionen eingeführt werden.

Übrigens: Die Einstufung, die Deutschland vorgenommen hat, hat ausschließlich Auswirkungen auf die Rückreise. Vor Ort bleiben die Corona-Regeln der griechischen Regierung oder der lokalen Regierungen in Kraft. 

Ich bin gerade in Griechenland – muss ich daheim in Quarantäne?

Im Bezug auf die Quarantänepflicht gibt es die größten Änderungen, allerdings nur für Kinder und Personen, die nicht geimpft und nicht genesen sind. 

Seit Dienstag gilt: Wer ungeimpft oder nicht genesen ist, muss nach der Rückkehr nach Deutschland für zehn Tage in häusliche Quarantäne – obwohl Reisende ohne negativen Corona-Test gar nicht erst ins Flugzeug kommen. Die Quarantäne kann frühestens ab dem fünften Tag enden, indem Reisende einen weiteren freiwilligen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorlegen. Die kostenlosen Bürgertests, die es derzeit noch gibt, reichen dafür aus. 

Richtig bitter wird es für Familien, die auf den betroffenen griechischen Inseln Urlaub machen: Obwohl kleinere Kinder derzeit noch keine Möglichkeit haben, geimpft zu werden, greift hier die Quarantänepflicht. Kinder ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen und dennoch für fünf Tage in Quarantäne. Kinder ab zwölf Jahren können sich ab Tag fünf freitesten. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne automatisch nach dem fünften Tag, hier ist kein weiterer Test erforderlich. 

Bei vollständig Geimpften oder Genesenen greift weder Test- noch Quarantänepflicht. Für sie gibt es kaum Änderungen, sie müssen sich lediglich online vor der Einreise registrieren. Als vollständig geimpft gilt man ab dem 15. Tag nach der Zweitimpfung oder ab dem 15. Tag nach der Einfachimpfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Für Genese gilt: Die Corona-Infektion muss zwischen 28 Tage und sechs Monate zurückliegen. 

Urlaub im Hochrisikogebiet: Was gilt für Geimpfte und Genesene?

Wer geimpft oder genesen ist, erfährt durch die Einstufung der griechischen Inseln als Hochrisikogebiete wenige Einschränkungen. 

Wer vollständig geimpft (ab dem 15. Tag nach der Zweitimpfung oder dem 15. Tag nach der Einfachimpfung) oder genesen ist (Corona-Infektion muss zwischen 28 Tage und sechs Monate zurückliegen), muss nur eine Sache beachten: Die digitale Einreiseanmeldung muss vor der Einreise in Deutschland ausgefüllt werden. Hier muss auch eine Kopie oder ein Foto von Impfnachweis oder Genesenennachweis hochgeladen werden.

Urlaub im Hochrisikogebiet: Was gilt für Ungeimpfte?

Menschen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, haben durch die Einstufung der griechischen Inseln als Hochrisikogebiete einige Einschränkungen bei der Rückreise nach Deutschland, nämlich: 

  • Testpflicht: Ungeimpfte und Nicht-Genesene dürfen nur mit einem maximal 48 Stunden alten negativen Antigen-Schnelltest oder einem maximal 72 Stunden alten negativen PCR-Test nach Deutschland einreisen. Fluglinien erlauben das Boarding ohne Test normalerweise nicht.
  • Anmeldepflicht: Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland reist, muss vor der Einreise die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Hier muss auch der Testnachweis hochgeladen werden. 
  • Quarantänepflicht: Für Ungeimpfte und Nicht-Genesene greift eine Quarantänepflicht. Sie müssen auf dem direkten Weg vom Urlaubsziel nach Hause und sich dort für zehn Tage häuslich isolieren. Dazu gehört auch, keinen direkten Kontakt zu möglichen Mitbewohnerinnen oder Mitbewohnern zu haben, die nicht in Quarantäne sind. Nach fünf Tagen ist ein Freitesten möglich, hierfür muss das Ergebnis eines kostenlosen Bürgertests (oder eines kostenpflichten Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests) beim Einreise-Portal hochgeladen werden. 

Urlaub im Hochrisikogebiet: Was gilt für Familien mit Kindern?

Ganz bitter ist die Einstufung der griechischen Inseln als Hochrisikogebiet für Familien mit Kindern. Denn auch wenn die Eltern vollständig geimpft sind und die Kinder noch gar keine Impfung bekommen dürfen, greift hier die Quarantänepflicht. Folgende Pflichten haben Familien mit Kindern, wenn sie aus einem Hochrisikogebiet kommen:

  • Testpflicht: Alle Familienmitglieder, die nicht vollständig geimpft, genesen oder unter zwölf Jahre alt sind, benötigen einen maximal 48 Stunden alten negativen Antigen-Schnelltest oder einen maximal 72 Stunden alten negativen PCR-Test zur Einreise in Deutschland. Kinder unter zwölf Jahren sind von der Testpflicht befreit.
  • Einreiseanmeldung: Alle Familienmitglieder, die zwölf Jahre oder älter sind, müssen sich online registrieren, ehe sie in die Bundesrepublik einreisen. Test-, Impf- oder Genesenennachweise sind dort hochzuladen.
  • Quarantänepflicht: Unabhängig vom Alter müssen alle Personen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, nach der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet in Quarantäne. Auch Babys und Kleinkinder von geimpften Eltern sind nicht von der Quarantänepflicht befreit. Personen, die in Quarantäne sind, dürfen keinen direkten Kontakt zu anderen Personen haben, weshalb auch geimpfte Eltern in der Regel faktisch in Quarantäne sind. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne automatisch am fünften Tag nach der Rückkehr. Alle Personen ab zwölf Jahren, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich ab dem fünften Tag freitesten. Anerkannt sind kostenlose Bürgertests, sonstige Antigen-Schnelltests sowie PCR-Tests. 

Ich kann wegen der Quarantäne nicht arbeiten – wer zahlt den Lohn?

Offiziell gilt: Wer wissentlich in ein Gebiet reist, das in irgendeiner Form Risikogebiet ist, erhält keine Lohnfortzahlung, wenn er oder sie wegen der Quarantäneanordnung nicht arbeiten kann. Das bedeutet: Ist ein Risikogebiet schon als solches ausgewiesen oder als solches angekündigt, wenn die Reise angetreten wird, besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung und muss der Ausfall selbst bezahlt werden.

Reisende, die von der Einstufung während des Urlaubs überrascht wurden, haben hingegen grundsätzlich eine Chance auf Lohnfortzahlung, schreibt die IHK. Sie müssen allerdings nachweislich versuchen, die griechischen Inseln bis Montagabend zu verlassen, um die Quarantäne zu umgehen. 

Wenn Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen, müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber während der Quarantänezeit arbeiten, da sie dafür das Haus nicht verlassen müssen.