Urlaub schön und gut … Aber wie wäre ein dauerhafter Tapetenwechsel? Dank Homeoffice, Videokonferenzen und Co. können einige Menschen von überall aus arbeiten – und deshalb frei wählen, wo sie wohnen. Manche Orte und Regionen, die zum Beispiel mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen haben, wollen diese Entwicklung für sich nutzen und bieten speziell den digitalen Nomaden, aber auch Familien und anderen Neubürgerinnen und Neubürgern Geld, wenn sie sich dort niederlassen.

Wir stellen dir mehrere Städte und Dörfer in den USA, Spanien und Italien vor, die eine Prämie für den Umzug versprechen.

USA: Mehrere Bundesstaaten locken Neubürger mit Geld

Du kannst von überall aus arbeiten, warum also ziehst du mit deinem Homeoffice dann nicht gleich ganz weit weg vom Büro? Gleich mehrere Städte in den USA haben spezielle Programme für remote Arbeitende aufgelegt, sie werden dort teilweise auch „Zoom Towns“ genannt, nach der Software für Videocalls.

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Oklahoma: Stadt Tulsa verspricht neuen Bewohnern bis zu 10.000 US-Dollar

Die Stadt Tulsa ist die zweitgrößte des US-Bundesstaats Oklahoma. Sie bietet einen Flughafen, mehrere Museen, einen Zoo – und bis zu 10.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 8500 Euro), wenn du dich für einen Umzug entscheidest. Das Programm „Tulsa Remote“ richtet sich speziell an digitale Nomaden und verspricht ihnen einen Schreibtischplatz, Networking-Events und die bereits genannte Finanzspritze, die entweder auf einen Schlag oder als Stipendium über mehrere Monate hinweg gezahlt wird.

Die Skyline von Tulsa, Oklahoma.

Dir fällt es trotzdem schwer, deine Zelte in Deutschland abzubrechen? Nun, nebenbei bemerkt ist Tulsa auch Schauplatz eines der größten Oktoberfeste der USA …

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Bemidji in Minnesota bietet dir ein neues Zuhause und zahlt den Umzug

Fans der Fernsehserie „Fargo“ ist Bemidji vielleicht ein Begriff. Ansonsten hat die knapp 14.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Kleinstadt in Minnesota hierzulande vermutlich kaum jemand auf dem Schirm. Mit dem Programm „218 Relocate“ soll sich das ändern: Es verspricht speziell Menschen, die im Homeoffice arbeiten, ein neues Zuhause.

Dabei werden Umzugskosten in Höhe von bis zu 2500 US-Dollar (rund 2100 Euro) erstattet, außerdem ist eine einjährige Mitgliedschaft im „LaunchPad“-Co-Working-Space enthalten. Damit die Work-Life-Balance stimmt, werden Neuankömmlinge zudem in ein Programm eingebunden, das sie gezielt dabei unterstützt, private Kontakte zu knüpfen.

Alaska zahlt Zuschuss an Bewohner – Jahr für Jahr

Dein Arbeitgeber zahlt dir weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld? Dann könntest du mit einem Umzug nach Alaska dein Gehalt aufbessern! Der Bundesstaat zahlt allen berechtigten Einwohnerinnen und Einwohnern rund 1600 US-Dollar (etwa 1350 Euro) jedes Jahr – einfach so. Das Geld stammt aus dem „Permanent Fund Dividend“, einem Fonds, der 1976 eingerichtet wurde, um die Ölgewinne des Staates mit den Alaskanerinnen und Alaskanern zu teilen.

Wilder Nachbar! Wer in Alaska wohnt, kann in der Freizeit durch die schönsten Nationalparks wandern, wie den Denali Nationalpark.

Spanien: Ponga und Rubiá werben um Familien

Das Dorf Griegos, das neuen Einwohnerinnen und Einwohnern die Miete zahlt, haben wir erst vor Kurzem vorgestellt. Doch auch andere Orte in Spanien versuchen offenbar, mit Geld Menschen anzulocken, um so dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken.

Laut einem Bericht des britischen „Independent“ zahlt die Gemeinde Ponga in Asturien Neuankömmlingen 3000 Euro und will sie damit beim Einleben unterstützen. Für jedes Kind, das in der Stadt geboren wird, gibt es dieselbe Summe obendrauf. Der Ort Rubiá in Galizien bessert das Einkommen seiner neuen Einwohnerinnen und Einwohner um 150 Euro auf – Monat für Monat.

Italien: Diese Orte bieten Geld für den Zuzug

Auch in Italien gibt es dem Bericht zufolge mehrere Gemeinden, die Neuankömmlingen finanzielle Anreize bieten – und die zum Teil auch der reisereporter schon vorgestellt hat.

Im Juli 2021 berichteten wir über neun Dörfer in Kalabrien, die Zuzüglern bis zu 28.000 Euro zahlen. Die gute Nachricht: Du hast weiterhin die Chance, dir in Aieta, Albidona, Civita und Co. einen Wohnsitz zu sichern. Wie „Il Fatto Quotidiano“ berichtet, ist bislang noch nicht entschieden, wer den Willkommensbonus einstreicht. Allerdings gab es schon zahlreiche Anfragen, unter anderem aus Uruguay, Argentinien und Syrien.

Santa Severina in Kalabrien gehört zu den schönsten Dörfern Italiens – und sucht neue Einwohnerinnen und Einwohner.

Auch das mittelalterliche Dorf Santa Fiora in der Toskana und die Stadt Rieti in der Region Latium belohnen Menschen, die ihr Homeoffice dorthin verlegen – selbst, wenn es nur zeitweise ist. Wer dort für zwei bis sechs Monate ein Haus mietet, erhält einen Zuschuss bis zu 200 Euro oder 50 Prozent der Gesamtmiete. Ohnehin liegen die durchschnittlichen Mieten mit 300 bis 500 Euro pro Monat dort ohnehin auf einem niedrigen Niveau.