Ganz Gallien? Nein, ein Dorf leistete den Römern Widerstand – Dank Zaubertrank, der übermenschliche Kräfte verleiht. Den hatten Hermann und seine Germanen rund 60 Jahre später zwar nicht, soweit man weiß. Dennoch gewannen sie die Varusschlacht und die Römer eroberten kein einziges Dorf. Vielleicht machten den Unterschied die natürlichen Heilmittel des Teutoburger Waldes, die es ja vor 2000 Jahren längst gab: Sole-Quellen und Heilwässer, reine Luft und wirkkräftige Moore vor allem. Sie tragen auch heute dazu bei, dass Gäste in den sieben Heilbädern der Region neue Kraft tanken – wenn auch keine übernatürliche. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Wälder.

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Ein Bad und eine Sauna im Wald


Bad Lippspringe zum Beispiel verdankt sein Premium-Heilklima nicht zuletzt den bewaldeten Kämmen von Teuto und Egge: Sie filtern die Luft. Zudem hat die wunderschöne historische Stadt an der Lippe-Quelle einen riesigen Heilwald, der sich auf unterschiedliche Arten genießen lässt. Auf zahlreichen Spazier-, Rad- und Wanderwegen natürlich. Oder bei Achtsamkeits-Spaziergängen, die vieles gemeinsam haben mit dem Waldbaden.

In Japan heißt dieser Gesundheits-Trend „Shinrin Yoku“ und ist längst als wirksame Vorbeugung gegen Stress und Burnout anerkannt. Denn die ätherischen Öle der Waldluft helfen den Blutdruck zu senken und das Immunsystem zu stärken. Und die Atmosphäre des Waldes sorgt dafür, dass man schneller seine innere Mitte findet und den Alltag hinter sich lässt. Wie das geht, dafür geben qualifizierte Trainerinnen Tipps und Hinweise.

Eine weitere tolle Art, den Heilwald zu erleben, ist die neue Waldgartensauna der Westfalen-Therme. In wohliger Hitze genießt man den Blick in den Wald – und taucht anschließend im Wasser der Martinus-Quelle ab – einer der drei Heil- und Thermalquellen der Stadt.

Tiefste Entspannung in der Waldgartensauna in Bad Lippspringe.

Moor reinigt die Haut

Auch in der Driburg Therme in Bad Driburg relaxt man in staatlich anerkanntem Heilwasser. Bekannt ist das Heilbad im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge aber vor allem für sein Moor. Wer erleben will, wie gut es kräftigt und entspannt, unternimmt vielleicht zuerst eine kurze Wanderung. Einer der zahlreichen reizvollen Wege führt zum Beispiel auf den Eggekamm und zur Ruine der Iburg mitten in einem herrlichen alten Buchenwald. Das bringt den Kreislauf in Schwung, macht den Kopf frei und (seien wir ehrlich) die Beine müde.

Wer sich jedoch anschließend ins warme Moorbad sinken lässt, spürt, wie die Kraft zurückkehrt, denn das Moor aktiviert die Selbstheilung, stärkt Gelenke und Rücken, entschlackt, und klärt zudem das Hautbild. Wo das Moor herkommt, entdeckt man beim Gang durch den Gräflichen Park. Zudem findet man dabei heraus, was genau eigentlich das Wort „lustwandeln“ bedeutet. Denn der mehrfach preisgekrönte Landschaftsgarten mit seinen Wildgehegen und blühenden Themengärten ist einfach Balsam für die Seele und für die Sinne.

Das Erlebnis eines Moorbades solltest du dir in Bad Driburg nicht entgehen lassen!

Ein herrlicher Park im Stadtzentrum

Wer solche Parks mag, wird auch Bad Oeynhausen lieben. Denn den Mittelpunkt des mondänen Sole-Heilbads bildet der Kurpark, den Peter Joseph Lenné entwarf, der angesagteste Gartenbaumeister des 19. Jahrhunderts. Gesäumt wird der Landschaftspark von historischen Gebäuden, darunter zum Beispiel die beiden Badehäuser und das Kaiserpalais mit seinem Varieté-Theater.

Die Gesundheits- und Wellness-Tradition der Stadt an der Weser gründet auf unterschiedliche Solequellen. Die wichtigste ist der Jordansprudel, eine der ergiebigsten kohlensäurehaltige Thermalsolequelle der Welt. Wie das Wasser wirkt, lässt sich vielleicht am schönsten in den Badehäusern und in der modernen Bali-Therme erleben

Die wunderschöne Bäderarchitektur des Kurparks Bad Oeynhausen.

Qi Gong oder Relaxen im Park

In Bad Salzuflen bietet die Vitasol Therme vergleichbare Möglichkeiten. Zudem gibt es hier das riesige Erlebnis-Gradierwerk am Übergang von der Fachwerk-Altstadt in den weitläufigen Kurpark. Ursprünglich dienten solche Wände aus Schwarzdornzweigen, über die ständig Sole rieselt, zur Salzgewinnung. Heute schätzt man vor allem das belebende Mikro-Klima. Denn wer an den Gradierwerken tief einatmet, gönnt seinen Atemwegen einen vitalisierenden Mineralien-Mix, der sofort befreit und belebt – mindestens so intensiv wie eine frische Meeresbrise.

Dass Bad Salzuflen zudem auch ein Kneipp-Kurort ist, zeigt vor allem der unlängst neu gestaltete Kurpark. Er lässt sich entweder beim „Aktiv im Park“-Programm nutzen, das auf der Kneipp-Insel kostenlose Schnupperkurse in Yoga, Qi Gong und weiteren Sportarten bietet. Oder ganz entspannt im Strandkorb oder bei sommerlichen Kur-Konzerten.

Tief einatmen bei den QiGong-Gradierwerke in Bad Salzuflen.

Barfuß durch den Bach

Dass Kneipp keineswegs von gestern ist, lässt sich auch in Bad Wünnenberg erleben. Das Kneipp-Heilbad am Südrand des Teutoburger Waldes bietet eine wunderbare Möglichkeit zur Bewegung in der Natur, die der Gesundheits-Pfarrer so nachdrücklich empfahl – und zwar barfuß.

Durchs Aatal führt der gut ein Kilometer lange Barfußpfad über Rindenmulch und Sand, über Waldboden und durchs herrlich kühle Wasser des Baches Aa. Dieses hautnahe Naturerleben wirkt wie eine Fuß-Reflexzonenmassage, regt den Kreislauf an – und macht einfach Spaß. Mit Paddelteich und Wildgehege ist das Aatal zudem ein wunderbares Ausflugsziel für Familien, Wanderer finden drumherum landschaftlich reizvolle Wege – zum Beispiel zur Aabachtalsperre.

Entlang des Barfußpfades in Bad Wünnenberg.

Wandern für die Ohren

Beim Wandern geht es aber natürlich nicht nur ums Ankommen. Das zeigen in Bad Holzhausen vier Wege der VitalWanderWelt, die das Laufen stets mit einem besonderen Plus für Gesundheit und Wohlbefinden bereichern. Am Kurpark rund um ein altes Rittergut beginnt ein Weg, der vor allem den Hörsinn schärfen hilft. Konzipiert wurde er, um Tinnitus-Patienten dabei zu unterstützen, ihr Ohrgeräusch zu überhören, indem sie sich auf die Klänge von Natur und Umwelt konzentrieren.

Auch für alle anderen jedoch ist so eine Wanderung ein spannendes Erlebnis, wenn sie sich bewusst auf das Rauschen des Baches und der Blätter oder auf den Gesang der Vögel konzentrieren. Zu sehen gibt’s aber natürlich auch etwas: die Landschaft am Rand des Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge.

Hier befindet sich der Kurpark Rittergut in Bad Holzhausen.

Wirkt nachhaltiger als jeder Zaubertrank

Heilbad Nummer sieben im Teutoburger Wald ist Horn-Bad Meinberg, das neben einer mineralreichen Heilquelle auch wirkkräftiges Moor zu bieten hat. Bekannt ist der Ort aber vor allem wegen des Yoga-Vidya, des größten Yoga-Zentrums außerhalb von Indien – und wegen der Externsteine: Einer der markantesten Felsformationen Deutschlands. Vielen gelten die Felsnadeln als mystischer Kraftort – kein Wunder also, dass Yoga-Kurse in Sichtweite der beeindruckenden Landmarke besonders beliebt sind. Zudem sind die Externsteine ein Etappenziel der Hermannshöhen, einem der Top Trails of Germany.

Der gesamte Wanderweg ist mehr als 200 Kilometer lang, aber wer ihn kurz mal ausprobieren mag: Er führt auf kurzem Weg nach Detmold und zum mehr als 50 Meter hohen Denkmal für Hermann, der die römischen Legionen ohne Zaubertrank besiegte.

Aber dieser Trank wirkt ja ohnedies nur kurz, falls man nicht als Kind hineingefallen ist. Sehr viel nachhaltiger geben die natürlichen Heilmittel des Teutoburger Waldes Kraft.

Komm nach tut mir gut!

Weitere Informationen zum Teutoburger Wald findest Du auf www.teutoburgerwald.de/gesundheit-wellness.