Wer kennt ihn nicht: den schiefen Turm von Pisa. Er gilt als eines der berühmtesten Gebäude der Welt. Denn immer wieder lockt die Touristenattraktion in Italien zahlreiche Reisende an. Für ein Foto tun sie so, als würden sie den rund 848 Jahre alten Turm vor dem Umkippen bewahren. Dabei hat der schiefe Turm von Pisa lediglich eine Neigung von 3,97 Grad.

Tatsächlich gibt es in Europa noch andere schiefe Türme, die sogar noch schiefer sind. Zahlreiche findest du in Deutschland. Wir stellen sie dir in der Reihenfolge ihrer Neigung vor.

Der schiefe Turm von Pisa – so posieren Reisende mit dem Glockenturm. Der 55 Meter hohe und zwölf Meter durchmessende Campanile besteht aus 14.200 Tonnen weißen Carrara-Marmors.

Niederlande: Kirchturm Bedum

Die Kirche St. Walfriduskerk im niederländischen Bedum fällt nicht durch ihre besondere Architektur, sondern durch ihren schiefen Turm auf. Der Kirchturm stammt aus dem zwölften Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit immer schiefer, sodass er nun eine Neigung von 4,18 Grad hat. Damit er nicht umkippt, wurde ihm in den 1950er-Jahren ein unterirdisches Gegengewicht hinzugefügt.

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In den Niederlangenden in der Gemeinde Bedum hat eine Neigung von 4,18 Grad.

Thüringen: Kirchturm in Bad Frankenhausen

Der schiefe Turm in Bad Frankenhausen ist Teil der 630 Jahre alten Oberkirche. Trotz mehrerer Rettungsversuche konnte das Absacken des 56 Meter hohen Turms bisher nicht gestoppt werden. So hat er eine Neigung von 4,93 Grad. Mit einem Überhang von 4,60 Metern weicht er über einen halben Meter mehr vom Lot ab als der schiefe Turm von Pisa.

Der Grund für seinen Schiefstand: Tief unter der Stadt Bad Frankenhausen löst Wasser Salz- und Gips-Gestein auf, das sich dort vor etwa 250 Milionen Jahren ablagerte – der Boden senkt sich. Um die Schiefstellung zu stoppen, soll der Turm mit einem stabilen Gebiet in der Nähe verankert werden, heißt es auf der Turmwebsite.

Der schiefe Turm der Oberkirche von Bad Frankenhausen in Sachsen-Anhalt hat eine Neigung von 4,93 Grad.

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Polen: Schiefer Turm von Thorn

Der schiefe Turm von Thorn (Toruń) wurde im 14. Jahrhundert als ein Element der mittelalterlichen Befestigungsanlagen der polnischen Stadt Thorn errichtet. Da der weiche Lehmboden, auf dem dieser steht, einst seitlich wegbrach, geriet der Turm in eine Schieflage. Heute hat er einen Neigungsgrad von 5,13.

Im Laufe der Zeit diente der Turm verschiedenen Zwecken. Im 18. Jahrhundert war er ein Gefängnis, später eine Schmiede samt Wohnung für den Schmied. Und gegenwärtig beherbergt der Turm eine Kaffeestube sowie einen Souvenirladen.

Der schiefe Turm von Thorn in Poland hat einen Neigungsgrad von 5,13.

Niedersachsen: Kirchturm in Suurhusen

Der schiefe Turm in Suurhusen gehört zur Evangelisch-Reformierten Kirche der Kirchengemeinde Suurhusen-Marienwehr. Er wurde 1450 auf einem Fundament aus Eichenstämmen gebaut. Diese begannen allerdings im 19. Jahrhundert zu modern, wodurch er nun eine Neigung von 5,19 Grad hat. Laut dem Guinnessbuch der Weltrekorde ist er dadurch der schiefste Turm der Welt.

Der Kirchturm ist 27,37 Meter hoch und hat einen Überhang von 2,47 Metern. Wer auch das Innere des schiefen Kirchturms erkunden möchte, kann diesen in Rahmen einer Führung besichtigen.

Der schiefe Turm von Suurhusen in Niedersachsen hat einen Neigung von 5,19 Grad.

Rheinland-Pfalz: Turm in Dausenau

Der Turm der Stadtbefestigung in Dausenau hat eine Neigung von 5,22 Grad – und ist damit eigentlich noch schiefer als der Kirchturm in Suurhusen. Da er jedoch eine Ruine ist, würde er im Guinnessbuch „nur“ auf Platz zwei geführt, schreibt der „Tourenplaner Rheinland-Pfalz“.

Die Schiefstellung hat mehrere Gründe: lehmhaltiger Boden, Tieferlegung einer Straße, Anhebung des Grundwasserspiegels und Erschütterungen durch den Verkehr. Berichten zufolge muss das 673 Jahre alte Bauwerk dringend saniert werden. Ansonsten droht der schiefe Turm von Dausenau einzustürzen.

Schweiz: Kirchturm in St. Moritz

Der schiefe Turm von St. Moritz steht in der Schweizer Gemeinde St. Moritz. Als Folge eines Erdbebens ist der Boden, auf dem der Turm im Jahr 1570 als Teil der Mauritiuskirche gebaut wurde, in ständiger Bewegung. Somit wird der Turm immer schiefer. 

Der schiefe Turm von St. Moritz in der Schweiz hat einen Neigungsgrad von 5,5.

Um der Schieflage entgegenzuwirken, wurden sowohl die Turmglocke als auch das Kirchenschiff im Laufe der Zeit entfernt. Dennoch musste der Türm bereits fünfmal saniert und wieder etwas aufgerichtet werden. Dennoch beträgt seine Neigung mittlerweile 5,5 Grad.