Rein ins Flugzeug und ab in den Urlaub! Das ist während der Corona-Pandemie aufgrund der vielen Regeln schwieriger – aber nicht unmöglich. Wer sich gut vorbereitet, kann im Herbst entspannt verreisen.

Um dies zu ermöglichen und einen reibungslosen Ablauf zu fördern, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein Infoblatt für Reisen im Sommer 2021 veröffentlicht. Was müssen Urlaubende vor dem Flug beachten? Was gilt bei der Rückreise nach Deutschland? Wir stellen die Checkliste genauer vor. 

Über diese Dinge sollten Reisende sich vor dem Flug informieren

Noch vor dem Buchen ist es ratsam, die aktuellen Einreisebestimmungen für das Urlaubsland zu überprüfen. Informationen hierzu erhalten Reisende bei ihrem Reiseveranstalter, ihrer Fluggesellschaft sowie auf
den Seiten des Auswärtigen Amtes und des Bundesgesundheitsministeriums. Dabei stolltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Unter welchen Bedingungen darf ich einreisen?
  • Welche Nachweise (Impfung, Test, Genesung) benötige ich für die Einreise?
  • In welcher Form müssen diese Nachweise vorgelegt werden (digital als App, Grüner Pass oder in Papierform als Impfausweis)?
  • Fordert das Einreiseland bestimmte Formulare, die online oder offline ausgefüllt werden müssen?
  • Müssen diese Formulare bereits im Vorfeld übermittelt werden?
  • Gibt es Apps, die als Teil der Einreisebestimmungen für die Dauer des Aufenthalts im Urlaubsland vorgeschrieben sind (Corona-Nachverfolgungs-Apps)?
  • Gibt es hilfreiche Apps, die ich bereits zu Hause installieren und einrichten kann (zum Beispiel von dem Reiseveranstalter, der Fluglinie, dem Flughafen oder den Behörden vor Ort)?
  • Welche Vorschriften gelten im Urlaubsland bezüglich der Öffnung von Gastronomie- und Kultureinrichtungen?
  • Gelten im Urlaubsland eventuell nächtliche Ausgangssperren?
  • Welche Vorschriften gelten im Urlaubsland bezüglich Abstand und Maskenpflicht?
  • Welche Bedingungen gelten für die Rückkehr nach Deutschland?
  • Falls nicht geimpft/genesen: Wo bekomme ich im Urlaubsland den Test für die Rückreise?

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Urlaub 2021: So geht es am Flughafen schneller voran

Prüfe bereits vor der Fahrt zum Flughafen, ob in deinem Handgepäck auch alle Dokumente und Gesundheitsnachweise bereitliegen, die du am Flughafen und beim Boarding vorweisen musst. In der Regel sind dies neben Ausweis/Reisepass und Boarding Pass der Nachweis über den aktuellen Corona-Status, also ein Nachweis über vollständige Impfung, Genesung oder ein negatives Corona-Testergebnis. Einige Urlaubsländer verlangen zusätzlich die Vorlage eines vorab ausgefüllten Einreiseformulars.

Für die Anreise sollten Reisende genügend Zeit einplanen. Oftmals wird ein Zeitrahmen von zwei Stunden vor Abflug empfohlen. Der Zeitbedarf lässt sich mit einigen Tricks allerdings verkürzen. So kannst du bereits vorab online einchecken. Zudem gibt es viele Self-Check-in-Automaten in den Terminals. Bei Anreise mit dem Auto sparst du Zeit, wenn du einen Parkplatz vorab reservierst. Das ist an vielen Flughäfen möglich.

Auch dein Gepäck kannst du an vielen Flughäfen bereits am Abend vor der Reise am Schalter einchecken und aufgeben. Einige Flughäfen haben die Zeiten dafür aktuell ausgeweitet. Alternativ gibt es für die Gepäckaufgabe in vielen Fällen auch Automaten. 

Ferienstart in NRW: Urlauberinnen und Urlauber stehen mit Koffern in einer Menschenschlange am Check-in-Schalter am Flughafen Düsseldorf.

Sobald alles erledigt ist, gehst du am besten unverzüglich zur Sicherheitskontrolle. Dort geht es schneller, wenn dein Handgepäckstück die Maximalmaße nicht überschreitet und du die Regeln für den Flüssigkeitstransport einhältst. Flüssigkeiten wie Desinfektionsmittel und Kosmetika dürfen eine Maximalgröße von 100 Mililitern nicht überschreiten – und sollten zusammen in einen Ein-Liter-Beutel passen. Die Kontrolle läuft schneller, wenn du größere elektronische Gegenstände und die erwähnten Flüssigekeiten bereits vor der Kontrolle aus dem Handgepäck nimmst.

Fliegen im Sommer 2021: So läuft das Boarding reibungslos

Sowohl an allen deutschen Flughäfen als auch an Bord der Flugzeuge deutscher Fluggesellschaften und beim Boarding gilt auf Flügen von und nach Deutschland eine generelle Maskenpflicht. Reisende müssen eine medizinische  Schutzmaske tragen, also eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske. Diese solltest du nur abnehmen, wenn du etwas essen oder trinken möchtest. Beim Boarding gelten natürlich die allgemeinen Abstands- und Hygiene-Regeln. Dabei ist es wichtig, den Anweisungen der Crew Folge zu leisten. 

Anflug auf das Urlaubsziel: Auch im Flugzeug musst du in Corona-Zeiten einige Regeln beachten.

Nimm an Bord zügig den zugewiesenen Platz ein. Während des Flugs sollten lange Warteschlangen vor der Toilette vermieden werden. Und bei der Landung geht es schneller, wenn nicht alle sofort aufstehen, sondern zunächst die vorderen Reihen das Flugzeug verlassen, dann die mittleren und anschließend die hinteren.  

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Die Checkliste vor dem Urlaubsstart

  • Die aktuellen Einreisebestimmungen für das Urlaubsland überprüfen.
  • Nachweis über den aktuellen Corona-Status (Impfung, Genesung, Test) einpacken.
  • Sind der Personalausweis oder der Reisepass noch gültig?
  • Alle notwendigen Formulare für die Einreise ins Urlaubsland ausfüllen.
  • Notwendige und hilfreiche Apps installieren.
  • Genügend medizinische Masken einpacken.
  • Akku des Mobiltelefons geladen und Ladekabel einpacken.
  • Möglichkeit zum Online-Check-in nutzen.
  • Eventuell Möglichkeit zum Vorabend-Check-in am Flughafen-Terminal nutzen.
  • Ausreichend Zeit für die Anfahrt zum Flughafen einplanen.
  • Handgepäck auf das Nötigste reduzieren – Kosmetika und Elektrogeräte griffbereit halten.
  • Alle wichtigen Dokumente und Nachweise auf Papier oder Smartphone griffbereit halten.

Endlich Koffer packen: Wichtige Dokumente solltest du immer griffbereit haben.

Endlich angekommen: Was gilt im Reiseland?

Andere Länder, andere Corona-Regeln: Bei deiner Ankunft solltest du die Vorgaben vor Ort stets im Blick behalten.

  • Gilt Maskenpflicht, zum Beispiel im Transferbus, im ÖPNV, im Hotel, in der Gastronomie und in Kultureinrichtungen?
  • Gibt es Ausgangsbeschränkungen?
  • Wo ist mit Gedränge zu rechnen? Möglichst immer den Mindestabstand (1,5 Meter) einhalten.
  • Welche Besonderheiten gibt es bei den regionalen Corona-Regeln?
  • Der Status deines Reiselandes kann sich jederzeit ändern. Die Entwicklung der Corona-Lage solltest du stets im Blick behalten.

Das solltest du vor der Rückreise nach Deutschland bedenken

Nach einem entspannten Urlaub gilt es vor der Rückkehr nach Deutschland leider noch einiges zu klären. So ist es wichtig, die aktuellen Bestimmungen für die Rückkehr nach Deutschland zu überprüfen. Einmal wöchentlich weist das Robert Koch-Insitut (RKI) neue Hochrisikogebiete oder Virusvariantengebiete aus.

Sollte dein Urlaubsort als eines dieser Risikogebiete eingestuft werden, dann musst du vorab die digitale Einreiseanmeldung unter www.einreiseanmeldung.de vornehmen. Außerdem benötigen alle Nicht-Geimpften und ‑Genesenen unabhängig vom Risikogebietsstatus des Urlaubslandes einen negativen Corona-Test.

Die Checkliste für die Rückreise nach Deutschland

  • Aktuelle Bestimmungen für die Rückkehr nach Deutschland überprüfen.
  • Nachweis über den aktuellen Corona-Status (Impfung, Genesung, Test) bereitlegen.
  • Falls nicht geimpft/genesen: Coronatest vor Abflug durchgeführen.
  • Falls Einreise aus Risikogebiet: Unter www.einreiseanmeldung.de registrieren.
  • Möglichkeit zum Online-Check-in nutzen.
  • Ausreichend Zeit für die Anfahrt zum Flughafen eingeplanen.
  • Handgepäck auf das Nötigste reduzieren – Kosmetika und Elektrogeräte griffbereit halten.
  • Alle wichtigen Dokumente und Nachweise auf Papier oder Smartphone griffbereit halten.

Mit Corona infiziert – was nun?

Vor der Abreise:

  • Du hast Corona-Symptome? Bleib zu Hause, informiere dich telefonisch bei einem Arzt oder einer Ärztin und tritt die Reise nicht an.
  • Dein Corona-Test ist positiv? Arzt oder Ärztin kontaktieren und Umbuchungsmöglichkeiten prüfen.

Während der Reise:

  • Bei Symptomen unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren und gegebenenfalls in Quarantäne bleiben.
  • Informiere deine Airline und den Reiseveranstalter. Prüfe deine Umbuchungsmöglichkeiten.
  • Frage bei deiner Krankenkasse, deinem Reiseveranstalter oder der Airline, welche Leistungen im Ausland übernommen werden.

Angst vor einem Reise-Reinfall? So reduzierst du das Risiko

Je mehr Sicherheit, umso größer die Reiselust. Deshalb bieten Fluggesellschaften und Reiseveranstalter flexible Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten an. Besonders beliebt sind deshalb die Pauschalreisen – sieben von zehn Reisenden buchen laut BDL und DRV über einen Reiseveranstalter. Denn das hat zusätzliche Vorteile.

Mit der Buchung im Reisebüro lassen sich böse Überraschungen vermeiden. Und bei Problemen gibt es einen hilfsbereiten Ansprechpartner.

  • Informiere dich über Pauschalreisen. Anders als im Individualurlaub gibt es in der Regel feste Ansprechpartner oder Ansprechpartnerinnen, ein Krisenmanagement und eine Reiseleitung vor Ort. Und du wirst von der Buchung bis zur Rückkehr mit relevanten Informationen versorgt.
  • Buche über ein Reisebüro. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Regeln und sind für Rückfragen erreichbar.
  • Die Absicherung für eine Corona-Infektion ist oft im Preis inbegriffen oder hinzubuchbar.
  • Einige Zielgebiete (beispielsweise Mallorca) übernehmen im Fall einer Corona-Infektion die Kosten.

Kann ich eine Pauschalreise kostenlos stornieren?

Bei Pauschalreisen gestaltet sich die Stornierung in Zeiten der Corona-Krise in der Regel ohne große Komplikationen.

So können Urlauberinnen und Urlauber ihre Pauschalreise dann kostenlos stornieren, wenn sie durch die außergewöhnlichen Umstände an ihrer gebuchten Reise gehindert werden. „Das trifft etwa zu, wenn die Infrastruktur am Reiseziel noch nicht wieder aufgebaut ist, sie bei einem Badeurlaub den Hotelpool nicht nutzen können oder das gebuchte All-inclusive nicht nutzen können“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Wenn der Reiseveranstalter die Stornierung wegen außergewöhnlicher Umstände allerdings nicht selbst vornimmt, dann obliegt die Beweispflicht der Reisenden oder dem Reisenden. Konkret bedeutet das, dass Kunden belegen müssen, wieso sie die gebuchte Reise aktuell nicht wahrnehmen können. „Wer sich unsicher ist, wie die Lage an seinem Urlaubsort ist, der kann sich bei gängigen Medien und auf der Website des Auswärtigen Amtes informieren“, sagt der Reiserechtsanwalt.

Wann kann ich meinen Flug kostenfrei stornieren?

Individualreisende, die alle Leistungen einzeln gebucht haben, könnten schon größere Probleme bei der Stornierung bekommen. Denn: „Bei einem gebuchten Flug trägt immer der Passagier das Verwendungsrisiko.“

Wenn Urlauber in das Reiseziel also grundsätzlich einreisen dürfen, wird es sehr schwer, eine kostenfreie Stornierung umzusetzen, da keine Argumentationsgrundlage gegeben ist. In einem Fall aber ist eine kostenfreie Stornierung möglich: „Sollte ein Einreiseverbot herrschen oder Quarantäne-Pflicht, dann kann das ein Stornierungsgrund sein.“

Außerdem bieten viele Airlines derzeit aus Kulanz kostenlose Umbuchungen an.