Immer mehr Menschen entdecken die Natur und das Wandern für sich. Da kann es auf beliebten Wanderrouten schon ziemlich eng werden. Besonders in den Alpen tummeln sich viele Wandernde. Doch es gibt in ganz Deutschland auch wunderschöne Strecken abseits des Massentourismus, die an Seen, Wäldern und Bergen entlangführen. Wir verraten dir teilweise echte Geheimtipps.

Thüringen: Entspannt wandern in Deutschlands größtem Laubwald

Im Nationalpark Hainich ragen teilweise 600 Jahre alte Baumgiganten empor. Mit gut 13.000 Hektar ist der Höhenzug Hainich in Thüringen der größte zusammenhängende Laubwald in Deutschland. 7500 Hektar davon sind heute als Nationalpark ausgewiesen. Neben 30 Laubbaumarten lebt nahezu unsichtbar im Unterholz auch die seltene Europäische Wildkatze dort.

Obwohl die Landschaft zum Unesco-Weltnaturerbe Buchenurwälder und alte Buchenwälder zählt, kannst du im Nationalpark teilweise Stunden wandern, ohne einem anderen Menschen zu begegnen. Relativ bekannte Ziele sind der Baumkronenpfad sowie der Wildkatzenpfad, wo du mit viel Glück die scheuen Tiere in einem Gehege sehen kannst. 

Im Nationalpark Hainich kannst du entlang eines echten Urwalds wandern.

Richtig einsam wird es aber auf dem Saugrabenweg. Auf dem zehn Kilometer langen Rundwanderweg tief im Wald hat sich die Natur frei ausgebreitet. Der Weg schlängelt sich vorbei an Rosen- und Schlehenbüschen, einem Eschen-Jungwald bis hin zu einem Mischwald mit stehendem und liegendem Totholz, in dem sich Käfer, Vögel und 1650 Pilzarten wohlfühlen. Zudem führt die Wanderung durchs Revier der Wildkatze, vorbei an Streuobstwiesen sowie zu der Wüstung Graurode, einer verlassenen Siedlung etwa aus dem elften Jahrhundert.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Parkplatz Am Zollgarten bei Kammerforst
  • Länge: 10 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Brandenburg: In Ruhe wandern durch die Döberitzer Heide

Ein einmaliges Naturparadies auf mehr als 3500 Hektar ist vor den Toren Berlins die Döberitzer Heide. Genau dort findest du in der Nähe von Dallgow-Döberitz in Brandenburg den wunderschönen Rundwanderweg Döberitzer Heide. Auf der einsamen Strecke, die durch sandiges Dünengelände vorbei am Feuchtgebiet Ferbitzer Bruch und durch Laubwälder führt, kannst du mit etwas Glück Wildtiere wie Wisenten, Rotwild und Pferde beobachten.

Durch das Dünengelände ist der Rundweg leider nicht für Kinderwagen oder Fahrräder geeignet. Auf der Hälfte der Strecke befindet sich der 13 Meter hohe Aussichtsturm am Finkenberg, der einen einzigartigen Blick bis nach Berlin ermöglicht. Für die ganze Tour kannst du ungefähr sieben Stunden einplanen.

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Infos zum Wanderweg:

  • Start: Bahnhof Elstal 
  • Länge: 25 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Der Blick vom Aussichtsturm in der Döberitzer Heide. Bei klarer Sicht kann man den Berliner Fernsehturm erkennen.

Rheinland-Pfalz: Familienfreundlich unterwegs auf dem Vulkanpfad

Der Vulkanpfad wird seinem Namen voll und ganz gerecht, denn er bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die Vulkane der Osteifel in Rheinland-Pfalz. Er ist einer der kürzesten und doch einer der vielfältigsten Wanderwege. Dich erwartet eine Zeitreise durch die Entstehungsgeschichte der Feuer speienden Berge.

Außerdem kommst du vorbei an sieben von Menschenhand in den Lavastein getriebenen Höhlen, die als sieben Stuben bezeichnet werden. Ein absolutes Highlight der familienfreundlichen Strecke ist der Aufstieg zum Kraterrand, denn von dort aus hast du einen tollen Ausblick auf die umliegenden Vulkane. Für die gesamte Wanderung kannst du etwa zwei Stunden Wanderzeit einplanen.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Hochsimmerhalle Ettringen
  • Länge: 6,7 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Das Kottenheimer Winfeld gehört zum Vulkanpark und ist auch Teil des nationalen Geoparks Laacher See.

Bayerische Voralpen: Ruhige Wanderung im Mangfallgebirge

Besonders in Bayern sind die Berge oftmals überlaufen. Da wird es häufig sowohl auf dem Parkplatz als auch auf dem Gipfel oder in der Hütte eng. Doch es gibt einige Ecken, wo du noch in Ruhe wandern kannst. Zum Beispiel im Mangfallgebirge.

Ein ruhiges Bergziel ist unter anderem die Bodenschneid, die sich zwischen dem Wallberg und dem Firstalmgebiet befindet. Der 1669 Meter hohe Berg bietet eine tolle Aussicht auf den Spitzing- und den Tegernsee. Auf einem Rundweg vom Parkplatz Kurvenlift im Westen wanderst du etwa 8,3 Kilometer durch einen schattigen Wald und anschließend an einem Wiesenhang entlang. Du kannst die Bodenschneid-Tour aber auch von Norden aus starten oder von Südosten von der Oberen Firstalm aus. In jedem Fall lohnt es sich, auf dem Gipfel zu verweilen – die Aussicht ist grandios.

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Infos zum Wanderweg:

  • Start: Parkplatz Kurvenlift
  • Länge: 8,3 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Urlaubende beim Bergwandern auf den Bodenschneid.

NRW: Wandern auf dem Kin­dels­berg­pfad

Über urige Waldwege, durch das Naturschutzgebiet Loher Tal und vorbei an zahlreichen Spuren der Bergbaugeschichte führt dich der Kindelsbergpfad in der Region Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt bist du etwa fünf Stunden auf dem rund 14,2 Kilometer langen Rundweg unterwegs, der dich auf den Kindelsberg führt. Der 618,5 Meter hohe Berg gehört zum Rothaargebirge. 

Auf deinem Wanderweg informieren dich 24 Stationstafeln über Besonderheiten der Region. Oben auf dem Kindelsberg angekommen, kannst du dann von der 20 Meter hohen Aussichtsplattform aus bei gutem Wetter sogar bis ins 60 Kilometer entfernte Siebengebirge bei Bonn sehen. Der Weg zurück bietet zwei Varianten: Entweder du entscheidest dich für einen breiten Waldweg oder du nimmst einen schmalen Felspfad zurück zum Ausgangspunkt. 

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Bussardweg oberhalb von Kredenbach
  • Länge: 14,2 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Vom Kindelsbergturm bei Kreuztal aus hast du einen tollen Ausblick auf die Gegend.

Niedersachsen: Wandern im Naturpark Südheide

Den Harz samt Brocken und die Lüneburger Heide mit ihren lila Feldern in Niedersachsen kennt jeder. Aber kaum einer kennt den Lüßwald. Dieser Mischwald im Naturpark Südheide auf über 7500 Hektar verfügt über uralte Waldstrukturen. Besonders streng als Naturwaldreservat geschützt wird davon seit 1973 ein etwa 30 Hektar großes Areal. Dort bleiben über hundertjährige Eichen, Buchen und Fichten sich selbst überlassen.

Wer den Urwald erleben will, kann dies auf dem 14,5 Kilometer langen Rundwanderweg „Der Urwald im Lüß“ tun – alternativ gibt es eine kurze Tour von 7,2 Kilometern. Im Wald leben Schwarzstörche, Wölfe, Luchse und Wildkatzen. Zum Schutz der Wildnis führt der Rundweg allerdings nur daran entlang, aber nicht hinein.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Parkplatz Lüßwald an der L280
  • Länge: 14,5 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Sachsen: Tafelberg Quirl bei Königstein erwandern

Der Tafelberg Quirl ist mit einer Höhe von 350 Metern ein eher niedriges Sandsteinmassiv – bietet aber dennoch einen fantastischen Blick auf Pfaffendorf, den Gohrisch, den Pfaffenstein bis hin zum Schneeberg.

Auf der Wanderung durch den Wald hast du einige tolle Ausblicke bis zur Festung Königstein. Am Fuße des Quirls befindet sich außerdem die sogenannte Diebeshöhle in einer Felswand. Für die familienfreundliche Wanderung von Königstein zum Quirl und zurück musst du etwa drei Stunden einplanen.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Königstein
  • Wanderzeit: drei Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Die Diebeshöhle am Tafelberg Quirl.

Schluchtensteig: Einsam wandern in Baden-Württemberg

Der Schluchtensteig in Baden-Württemberg führt dich quer durch den Nationalpark Südschwarzwald. Dabei sorgt besonders die fünfte Etappe des Wanderweges für idyllische Einsamkeit. Dich erwartet dort eine Mischung aus Alpenpanorama, Weidelandschaften und Waldpfaden. Dabei startest du im Örtchen St. Blasien in Richtung Todtmoos.

Allerdings ist der Weg nichts für Anfänger, denn bereits nach wenigen Metern geht es bergauf. Dabei erwarten dich aber immer wieder Panoramaaussichten bis in die Schweizer Alpen. Angekommen auf 1039 Höhenmetern erwartet dich zudem eine tolle Aussicht vom Lehenkopf-Aussichtsturm aus.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: St. Blasien
  • Länge: 19,2 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: schwer

Besonders die fünfte Etappe des Schluchtensteiges ist ein einsamer Wanderweg.

NRW: Rund­wan­der­we­g im Na­tur­park Maas-Schwalm-Net­te

Im Naturpark Maas-Schwalm-Nette gibt es neun Rundwanderwege, die vom Deutschen Wanderinstitut geprüft und zertifiziert worden sind. Sie sind zwischen sechs und 19 Kilometer lang und führen durch Wälder, Bach- und Auenlandschaften und vorbei an Flüssen, Seen und historischen Bauten. Insgesamt kannst du so dort 100 Kilometer bewandern.

Als einer der schönsten Wanderwege gilt der Galgenvenn. Der Premium-Rundwanderweg führt dich über kleine Sanddünen, durchs Heidemoor und vorbei an mehreren Seen. Wandernde kommen unter anderem am Maas-Abhang zum Naturschutzgebiet Schlucht vorbei, wo sie einen wunderschönen Blick ins Tal haben. Von dort aus geht es in das niederländische Naturschutzgebiet Holtmühle und in die offene Heidelandschaft Hühnerkamp, bevor Wandernde wieder den Ausgangspunkt erreichen.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Gasthaus Galgenvenn
  • Länge: 11,2 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Rothaarsteig in Hessen: Entspannt wandern in Etappen

154,7 Kilometer – so lang ist der Rothaarsteig. Besonders viele einsame Momente verspricht aber die Teilstrecke zwischen Dillbrecht und Dillenburg. Dabei wanderst du auf insgesamt 21,7 Kilometern durch die Natur des Sauerlandes.

Unser Tipp: Pack unbedingt genügend Proviant ein, denn dort ist es so einsam, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, unterwegs eine kleine Stärkung zu besorgen. Rast mit einem schönen weiten Blick über das Land kannst du östlich des Ortes Rodenbach machen. Die Bergkuppe dort lädt zu einer Pause ein. 

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Bahnhof Haiger-Dillbrecht
  • Ziel: Bahnhof Dillenburg 
  • Länge: 21,7 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Der Rothaarsteig führt rund 21 Kilometer durch die Natur.

Eifelsteig: Etappe in Rheinland-Pfalz

Der Eifelsteig befindet sich zwischen Trier in Rheinland-Pfalz und Aachen in Nordrhein-Westfalen – das sind 313 Kilometer insgesamt zum Wandern. Wenn du die Natur in Ruhe entdecken willst, solltest du dich besonders auf die neunte Etappe fokussieren. Sie beginnt in Hillesheim und endet in Gerolstein.

Dazwischen befinden sich Bäche, Wälder und Höhlen, die du erkunden kannst. Kurz vor dem Ziel wartet die Strecke noch mit einem Highlight auf: Die imposanten Felsformationen von Gerolstein sorgen für einen spektakulären Anblick. Die Felsformationen sind ein ehemaliges Korallenriff.  

So sehen die Gerolsteiner Dolomiten aus.

Infos zum Wanderweg:

  • Start: Hillesheim 
  • Ziel: Gerolstein
  • Länge: 20,2 Kilometer
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer