Die Bilder aus Griechenkand sind erschreckend: Im ganzen Land wüten im Sommer 2021 Feuer – in etlichen Orten müssen Bewohnerinnen, Bewohner und Reisende in Sicherheit gebracht werden. Mittlerweile sind viele Waldbrände bereits unter Kontrolle – Entwarnung gibt es aber keine. Viele Reisende, die nach Griechenland möchten, sind daher verunsichert: Ist auch ihr Urlaubsziel betroffen? Oder sollten sie lieber stornieren? Dieser Überblick beantwortet alle wichtigen Fragen: 

Wo brennt es in Griechenland?

Erst kürzlich wurden in Griechenland innerhalb von 24 Stunden 34 Feuer gemeldet, bislang konnten alle unter Kontrolle gebracht werden, teilte die Feuerwehr mit. Touristische Unterkünfte sind derzeit jedoch kaum betroffen. Auf Euböa kommt es immer wieder zu neuen Bränden. Mehrere Campingplätze frühzeitig evakuiert worden – am Freitag,13. August, bekämpfen Feuerwährkräfte ein Brand im Süden der Insel. Nun kam es zu einem Feuer im Südwesten, das aber nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht wurde. Am 23. August wütete außerdem ein unkontrollierter, großer Brand nordwestlich von Athen – mehrere Dörfer mussten evakuiert werden.

Die Brandgefahr bleibt weiterhin vielerorts hoch, der Zivilschutz teilt die Regionen Griechenlands in fünf Warnstufen ein. Recht hoch ist die Brandgefahr am Dienstag, 24. August, an folgenden Orten:

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Warnstufe 3: Attika, Kythera, Euböa, Thessalien, Steria und Westgriechenland, Peloponnes, Samos, Ikaria, Chios, Psara, Lesvos, Kasos, Karpathos sowie Rhodos. Wo genau Orte von Feuer betroffen sind zeigt außerdme eine Karte der Nasa.

 

Katastrophe auf Euböa

Besonders erschreckend sind die Bilder von Euböa. Seit inzwischen mehreren Woche wüten dort Waldbrände, ein Teil der griechischen Insel war durch Rauch und Feuer vom anderen Teil abgeschnitten, Hunderte Menschen mussten evakuiert werden. Bedroht war auch die Kleinstadt Istiea. Dort versuchten die Feuerwehr zu verhindern, dass der Brand auf die Stadt übergreift. 

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Der Rauch war noch über 100 Kilometer weit auf dem Festland zu sehen, beispielsweise von Athen aus. Die Brände nördlich der Hauptstadt konnten inzwischen gelöscht werden. Dafür Kämpften am 23. August Feuerwehrleute erneut gegen einen unkontrollierten Wald- und Buschbrand 60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Athen. Unter anderem wurde die Evakuierung mehrerer Ortschaften angeordnet, darunter die des Ortes Vilia.  

Rauchwolken sind von Athen aus zu sehen, ausgelöst durch die verheerenden Feuer auf der benachbarten Insel Euböa.

Karte zeigt Waldbrände in Griechenland

Eine Karte von Google auf der Basis von Nasa-Daten zeigt, wo es in Griechenland und weiteren europäischen Ländern aktuell eine Katastrophenwarnung aufgrund eines Waldbrandes gibt. Reisende, die verunsichert sind, ob möglicherweise ihr Urlaub durch die Waldbrände in Gefahr ist, erhalten über das Feature einen Überblick, ob ihr Urlaubsziel betroffen ist (Stand 9. August):

Kann mein Urlaub in Griechenland stattfinden?

Generell sollten sich Reisende vor Abflug oder Abfahrt darüber informieren, ob sich ihr Urlaubsort in der Nähe von Waldbränden befindet – und dann Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen.

Die Ferienorte mit Hotels deutscher Veranstalter sind von den Waldbränden in Griechenland offenbar bislang nicht betroffen. Tui, FTI, Alltours und Schauinsland haben derzeit keine Reisen abgesagt, wie die Veranstalter mitteilten. „Derzeit gibt es keine Leistungseinschränkungen vor Ort. Sollte es Einschränkungen geben, informieren wir aktiv unsere Gäste. Es gelten weiterhin die allgemeinen Tui-ABB und Reisebedingungen“, heißt es etwa bei Tui.

Schauinsland habe vereinzelt zukünftige Anreisen auf individuellen Kundenwunsch hin umgebucht. Die Absage von Reisen sei bisher nicht notwendig gewesen. Die touristischen Regionen, in die man Reisen anbiete, seien von den Bränden nicht konkret betroffen.

Reiseveranstalter DER Touristik teilt gegenüber dem reisereporter mit: „Reisen können – mit Ausnahme der auf der Halbinsel Peloponnes betroffenen Regionen – wie geplant stattfinden. Die DER Touristik Deutschland kontaktiert ihre Gäste, die in den nächsten Tagen einen Aufenthalt in den betroffenen Regionen auf dem Peloponnes gebucht haben – dies sind primär Selbstfahrer-Gäste – und bespricht mit ihnen individuelle Umroutings und Umbuchungen in Hotels außerhalb der Gefahrenzonen.“ Der Veranstalter beobachte die Lage in Südeuropa und werde bei Bedarf kurzfristig reagieren.

Kann ich den geplanten Urlaub stornieren?

Wer den Urlaub in einer von Waldbränden betroffenen Region nicht antreten möchte und eine Pauschalreise gebucht hat, kann aufgrund außergewöhnlicher Umstände kostenlos stornieren. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem reisereporter. Aber: Der Veranstalter müsse nur dann sämtliche Kosten erstatten, wenn das Feuer in unmittelbarer Nähe zum Urlaubsort aufgetreten ist und es konkrete Beeinträchtigungen gibt.

Darunter fällt beispielsweise Ascheregen oder die Evakuierung des Urlaubsortes, informiert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Pauschalreisende sollten immer schriftlich von der Reise zurücktreten, bei der Verbraucherzentrale gibt es dafür beispielsweise Musterbriefe.

Wenn der Urlaubsort zwar in einem betroffenen Land, aber weit weg von den Bränden liegt, dann kann von dem Recht auf kostenlose Stornierung nicht Gebrauch gemacht werden – es sei denn, Veranstalter oder Unterkünfte bieten kulante Regelungen. Denn: „Die reine Angst vor Waldbränden rechtfertigt noch keinen kostenlosen Rücktritt“, so Degott. 

Individualreisende müssen in die Vertragsbedingungen ihres Fluges und ihrer gebuchten Unterkunft schauen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, ergibt sich kein Recht auf eine gebührenfreie Stornierung.

Urlaub in ein paar Wochen nicht kostenlos stornierbar

Wer nicht in den nächsten Tagen losfahren wollte, der sollte noch abwarten, rät der Rechtsanwalt Roosbeh Karimi aus Berlin. Denn ein Recht auf kostenlose Stornierung besteht nicht für Reisen, die erst in einigen Wochen beginnen sollen. Er rate dazu, „allenfalls ganz kurzfristig zu stornieren. Wann die Feuer gelöscht sind, lässt sich nicht vorhersagen.“

Für die Stornierungsfrage komme es aber darauf an, ob die konkrete Reise erheblich beeinträchtigt sein wird. Wochen im Voraus lasse sich das noch nicht sagen.