Abends einen Film auf dem Laptop gucken, den Instagram-Feed checken oder Fotos via Whatsapp an die Lieben zu Hause schicken: Dabei nutzen die meisten im Hotel, am Flughafen oder im Restaurant das WLAN. In vielen Unterkünften ist es heutzutage kostenlos. Also einfach einwählen und drauflossurfen? Ganz so schnell sollten Urlauberinnen und Urlauber nicht sein.

Hacker nutzen Hotel-WLAN zum Datenklau

„Wie das FBI in den USA zum Beispiel feststellte, nutzen Hacker das Hotel-WLAN häufig, um Gäste während ihres Aufenthalts anzugreifen. Das gilt auch für Deutschland. Gerade mit dem wachsenden Interesse an inländischen Reisezielen wiegen sich viele Urlauber in falscher Sicherheit – denn die Hotels hierzulande haben häufig nur sehr schlecht gesicherte WLAN-Netzwerke“, erklärt der Experte für digitale Privatsphäre, Daniel Markuson von NordVPN.

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Das Mädchen nutzt ihr Tablet am Flughafen.

Die Verbindungen öffentlicher Netze seien in der Regel nicht verschlüsselt. Jeder, der sich im gleichen WLAN befinde, könne an Daten von den anderen Nutzerinnen und Nutzern gelangen, warnt auch die Verbraucherzentrale. Das wissen auch Hackerinnen und Hacker, die Online-Aktivitäten ausspähen, Passwörter und persönliche Daten stehlen könnten. Im schlimmsten Fall könnten sie Malware auf dem Computer eines Benutzers oder einer Benutzerin installieren oder sich in die Hoteldatenbank einklinken, um die Kreditkartendaten der Gäste zu stehlen.

Vorsicht vor Wi-Fi-Zwillingen

Eine weitere Bedrohung stellen laut NordVPN Hackerinnen und Hacker dar, die sich selbst mit einem Wi-Fi-Hotspot positionieren – einem sogenannten „bösen Wi-Fi-Zwilling“, so Markuson. Dafür würden Cyberkriminelle gefälschte ungeschützte Wi-Fi-Hotspots neben dem Hotel einrichten – und so Gästinnen sowie Gäste zu verleiten, sich damit zu verbinden.

Die Netzwerke hätten meist einen unverdächtigen oder ähnlichen Namen wie das Hotel-WLAN – zum Beispiel „Guest Wi-Fi“ oder „Free Hotel Wi-Fi“. Wenn sich jemand mit einem solchen Hotspot verbindet, würden all seine persönlichen Daten direkt an die Hackerin oder den Hacker gesendet, warnt der Experte.

Damit so etwas nicht passiert, gibt es einige Sicherheitstipps, an denen sich Urlauberinnen und Urlauber entlanghangeln können.

Diese Tipps solltest du beachten:

  • Nur mit einem gesicherten Wi-Fi verbinden: Die Rezeption kann den genauen Namen und das Passwort des Hotels nennen. Auf diese Weise vermeiden Urlaubende es, sich mit dem „bösen Zwilling“ des Netzwerks zu verbinden.
  • Das automatische Verbinden mit öffentlichen Wi-Fi-Netzwerken auf dem Handy ausschalten.
  • Keine Online-Einkäufe oder -Reservierungen über das Hotel-Wi-Fi tätigen. Viele Reisende buchen gern Sightseeing-Touren oder Restaurant-Besuche über das Hotel-Wi-Fi. Das ist sehr bequem, führt aber auch dazu, dass sensible Daten preisgegeben werden. Lieber über ein sicheres Netzwerk buchen.
  • Firewall aktivieren. Das bietet einen größeren Schutz vor Hackern.
  • Ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) verwenden. Mit einem VPN-Tunnel werden die Daten verschlüsselt durch das offene WLAN geschickt. Viele Anti-Viren-Programme bieten passende spezielle Apps oder Programme an.