Der Glacier Express wird oft als der „langsamste Schnellzug der Welt“ bezeichnet. Um Geschwindigkeit geht es auf der Strecke nämlich nicht, das wäre auch nicht möglich. Immerhin absolviert der Zug eine erstaunliche technische Leistung auf seinem Weg von St. Moritz nach Zermatt. Es geht rauf, runter, durch Berge und über Wasser – auf 291 Brücken und durch 91 Tunnel! Wie spektakulär die technische Leistung ist, zeigt sich, wenn der Zug den 2033 Meter hohen Oberalppass hinauftuckert, die Rheinschlucht durchquert oder über das Landwasser-Viadukt gleitet, eine Brücke mit sechs Bögen zwischen Tiefencastel und Filisur. Nervenkitzel? Aber hallo!

Passagierin fotografiert das Landwasserviadukt

Gletscher-Tour

Die gesamte Strecke des Glacier Express dauert etwa acht Stunden. Lang wird die Zeit aber nicht, denn die Ausblicke auf die Schweizer Alpen sind gigantisch. Hinter jeder Kurve fragt man sich, was als nächstes kommt. Der Weg von der Ostschweiz über die Zentralschweiz in die Westschweiz erzählt auch eine eigene Geschichte über das Land der Eidgenossen: Unterwegs durchquerst du zwei Sprachgebiete, unterschiedliche Vegetationen und jede Menge Schweizer Kulturerbe.

Keine Frage: Zugreisen in der Schweiz sind nicht nur ein einfaches Transportmittel. Anstatt von A nach B zu fahren ist der Weg das Ziel, oder besser gesagt: der Kick. Denn nirgendwo auf der Welt gibt es spektakulärere Bahnstrecken als in der Schweiz. Netflix gucken, Podcasts hören, am Handy spielen? Alles unnötig, denn das Abenteuer passiert direkt vor deiner Nase, wenn du das Land auf Schienen durchquerst.

Trailrunner unterwegs auf dem Piz Bernina Trail beim Lago Bianco.

Nimmst du den Bernina Express, der nach dem 2328 Meter hohen Pass benannt wurde, den er überquert, steigt der Nervenkitzel mit jedem Höhenmeter an. Die Strecke von Chur nach Tirano gilt in Sachen Streckenführung zu den kühnsten Gebirgsbahnen der Welt! In Schlangenlinien geht es über Viadukte, durch Berge und über Gletscher. 55 Tunnel, 196 Brücken und Steigungen von bis zu 70 Promille werden unterwegs passiert. Wer braucht da schon eine Achterbahn?

Sonniger Süden

Wer im Süden der Schweiz ankommt, erlebt die milde Seite des Landes mit mediterranem Flair. Der Kick unterwegs mit der Schweizer Bahn ist aber auch hier groß. Kein Wunder, muss die Vigezzina-Centovalli-Bahn auf dem Weg von Locarno nach Domodossola 83 Brücken und Viadukte überqueren!

Der Rebbergzug Le Train des Vignes von Vevey nach Puidoux durchquert aussichtsreich das Gebiet Lavaux am Genfersee, Kanton Waadt.

Genauso spektakulär gestaltet sich die Fahrt mit dem GoldenPass. In zwei Stunden bereist Du komplett verschiedene Landschaften. Als wären sie eigens für die Panoramafahrt gestaltet worden! Es reiht sich ein Bild ans nächste: Kühe auf saftig grünen Wiesen, traditionelle Holzchalets und im Hintergrund die hohen Gipfel der Alpen. Doch das Beste kommt zum Schluss. Kurz vor Montreux erhältst Du einen fantastischen Ausblick über den glitzernden Genfersee. Gemächlich den Hügel hinunter schlängelnd, wirst Du eingestimmt auf das mediterrane Flair der Genferseeregion.

Grand Train Tour

Am Ende des Tages bleibt die Frage: Welcher Zug soll’s als nächstes werden? Ideen für Bahnreisen liefert die Grand Train Tour of Switzerland. Angelehnt an die Grand Tour of Switzerland, bei der man mit dem Auto über spektakuläre Strecken fährt, dreht sich hier alles um die schönsten Bahnstrecken und Ausflugsziele der Schweiz. Die Tour ist ein Routenvorschlag, für rund 1200 Kilometern musst du mindestens acht Tage einplanen, aber natürlich kannst du auch nur Teilstrecken fahren.

Zug und Auto auf der Grand (Train) Tour of Switzerland. Hier auf dem Seedamm bei Rapperswil.Switzerland Tourism / Nicola Fuerer

Damit das ganz easy klappt, gibt es das Swiss Travel System, das Zugfahren einfach und unkompliziert gestaltet. Willst du also deine Portion Adrenalin auf Schweizer Schienen holen, ist der Swiss Travel Pass (erhältlich für 3, 4, 8 oder 15 Tage) genau richtig für dich. Das All-in-one-Ticket gilt für Bahnen, Busse und Schiffe in der ganzen Schweiz – und hat zahlreichen Bonusleistungen wie freie Museumseintritte.

Das ist insofern super praktisch, weil die Bahnreisen in der Schweiz auch so angedacht sind, dass man zwischendurch immer wieder mal aussteigt und sich die nächsten Highlights in Städten und Dörfern, auf Berge und an Seen anguckt. Einsteigen, mitfahren und abheben eben. In der Schweiz gibt es nämlich neben Zürich noch einige sehenswerte Städte mehr.

Schnell und bequem mit der Deutschen Bahn in die Schweiz

Die Schweiz ist mit Deutschland auf der Schiene so gut verbunden wie kein anderes Nachbarland. Schon seit Jahren besteht ein dichtes Fahrplanangebot zwischen beiden Ländern. Es gibt täglich über 40 Direktverbindungen von Hamburg, Frankfurt/M., Stuttgart oder München nach Zürich oder von Berlin direkt nach Bern. Mehr Infos unter bahn.de/schweiz.