Malerische Küsten, turbulente Städte, idyllische Landschaften: Italien zählte 2019 mehr als 131 Millionen Touristen-Ankünfte, davon 12,2 Millionen aus Deutschland, dem häufigsten Herkunftsland von Italien-Urlaubenden. Die Folge: Es wimmelt von Reisegruppen, die sich unaufhörlich durch die bekannten Urlaubsziele schieben.

Wer das Dolce Vita in Italien in Ruhe genießen will, muss genauer hinschauen. Wir stellen Orte vor, die sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt haben. Ganz ruhig ist es dort zwar auch nicht – jedoch erlebst du dort das authentische Italien mit einheimischen Urlauberinnen und Urlaubern.

1. Chioggia: Venedigs kleine Schwester

Die Stadt Chioggia wird im Volksmund „Klein Venedig“ genannt, denn wie seine große Schwesterstadt fasziniert auch der kleinere Fischerort (rund 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner) mit Palästen und bunten Häusern, die an kleinen Kanälen stehen. Doch anders als im etwa 50 Kilometer entfernten Venedig hat es Chioggia geschafft, sich seinen ursprünglichen Charme zu bewahren.

Chioggia

Touristinnen und Touristen können in Chioggia tief in das Stadtleben eintauchen, die antike Architektur besichtigen, Fischermärkte besuchen und zu moderaten Preisen essen gehen. An den breiten Adria-Stränden vor den Toren der Stadt lässt es sich außerdem wunderbar entspannen.

2. Syrakus: Auf den Spuren der Antike

In Syrakus können Gästinnen und Gäste tief in die Geschichte Siziliens eintauchen. Die Urpsrünge der Stadt (122.000 Einwohnerinnen und Einwohner) gehen auf das achte Jahrhundert vor Christus zurück.

Und das spüren Besucherinnen und Besucher überall in der Stadt. Die vielen Relikte der griechischen Antike, wie etwa der 2700 Jahre alte Apollon-Tempel, haben der Stadt im Südosten der Insel an der Stiefelspitze Italiens sogar zur Einstufung als Unesco-Weltkulturerbe verholfen.

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Syrakus

Nach einem ausführlichen Stadtrundgang können es sich Urlauberinnen und Urlauber in einem der vielen Restaurants gut gehen lassen und Pläne für den nächsten Tag schmieden. Zum Beispiel für einen Spaziergang an der Küste des Ionischen Meeres oder für einen Besuch im nahe gelegenen Achäologie-Park mit dem berühmten Teatro Greco, dem größten Theater der Antike.

3. Pontinische Inseln: Weißer Fleck auf der Urlaubskarte

Entspannen an einem einsamen Strand in Italien? Dafür stehen die Chancen in der Urlaubssaison eher schlecht. Doch in den malerischen Buchten der Pontinischen Inseln, die abgelegen vor der Westküste zwischen Rom und Neapel liegen, werden Touristinnen und Touristen fündig.

Circeo-Nationalpark auf Ponza

Die Inseln Gavi, Zannone, Palmarola, Ventotene und Ponza eint ihre größtenteils unberührte Natur, die sich auf tollen Wanderwegen erkunden lässt.

Das vulkanische Archipel gilt als weißer Fleck auf der Urlaubskarte der Deutschen. Auf der Inselgruppe leben nur etwa 4100 Menschen. Die meisten Hotels und Gastronomien gibt es auf der Insel Ponza, die mit Fähren einfach erreichbar ist. Gavi, Palmarone und Palmarola sind dagegen unbewohnt.

4. Matera: Eine biblische Filmkulisse

Die Auszeichnung als Kulturhauptstadt hat Matera (60.000 Einwohnerinnen und Einwohner) 2019 zu weltweitem Ruhm verholfen. Das Touristen-Aufkommen hält sich aber (noch) in Grenzen.

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Matera

Der Aufbau des wunderschönen Ortes in der süditalienischen Region Basilikata ist wahrhaft einzigartig. Matera schmiegt sich mit verschlungenen Wegen spektakulär an karge Hügel, Schluchten und Felswände.

Bis in die 60er-Jahre lebten viele Einwohnerinnen und Einwohner noch in Höhlen, sogenannten Sassi, die einst in den Fels geschlagen wurden und heute zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Eine spektakuläre Kulisse für alle Besucherinnen und Besucher – und für Schauspieler Mel Gibson im Film „Die Passion Christi“.

5. Bergamo: Die Perle am Fuß der Alpen

Bergamo (120.000 Einwohnerinnen und Einwohner) liegt etwa 50 Kilometer vor den Stadttoren Mailands. Die Perle am Fuß der Alpen ist für ihre malerische Altstadt mit schönen Piazzas und der fein verzierten Cattedrale di San Alessandro bekannt.

Die Altstadt thront auf einem kleinen Berg und wird von einer sechs Kilometer langen Stadtmauer umringt, die 1588 fertiggestellt wurde. Kleine Gassen führen an historischen Fassaden, duftenden Gärten und schmucken Geschäften entlang.

Seilbahn in Bergamo

Bergamo lässt sich am besten bei einem Tagesauflug erkunden. Von unten führt eine Seilbahn zur Piazza Mercato delle Scarpe.

6. Riviera del Conero: 16 schmucke Städtchen

Wer das Dolce Vita sucht, wird an der Riviera del Conero in der Region Marken fündig. In den Hügeln, Wäldern und an der 20 Kilometer langen Kalksteinküste liegen 16 schmucke Städtchen mit Mittelalter-Charme. Genügend Platz also für einen entspannten Urlaub ohne große Touristenströme.

Strand von Numana

An der Küste gibt es viele Buchten mit wundervollen Stränden. Das Gebirge fällt steil in das Meer ab – ein spektakulärer Anblick. Im Inland liegt ein schöner Naturpark mit ursprünglicher Flora und Fauna.

Die Region eignet sich außerdem hervorragend für eine kulinarische Rundreise. Die vielen kleinen Restaurants sind bekannt für ihre gute Küche.

7. Montalcino: Die Weinhauptstadt der Toskana

Montalcino ist bekannt für seine mittelalterliche Altstadt. Noch mehr jedoch für einen der besten Rotweine Italiens – den Brunello di Montalcino.

Montalcino

Eine Reise nach Montalcino ist für Weinfreunde also ein absolutes Muss. Denn wo sonst könnte der rubinfarbene Rebensaft besser munden als in seiner Heimat – zum Beispiel auf der Terrasse eines guten Restaurants mit Blick auf das sanfte Weinberg-Panorama der idyllischen Toskana.

Montalcino

Die Weinstadt liegt auf einem rund 600 Meter hohen Hügel etwa 80 Kilometer von Florenz entfernt. Über der hübschen Bilderbuch-Altstadt mit einem Rathaus aus dem 13. Jahrhundert thront die Festung Rocca di Montalcino. Ein Besuch ist also nicht nur wegen des Weines äußerst eindrücklich.

8. Lucca: Die „Stadt der 99 Kirchen“

Ebenfalls in der Toskana liegt Lucca. Die gemütliche Stadt ist ein echter Geheimtipp für Gästinnen und Gäste, die dem Massentourismus aus dem Weg gehen und sich lieber unter die Einheimischen mischen wollen.

Lucca

Lucca (knapp 90.000 Einwohnerinnen und Einwohner) ist bekannt als „Stadt der 99 Kirchen“. Besonders spektakulär ist die Kathedrale San Martino aus dem zwölften Jahrhundert.

Das Wahrzeichen Luccas ist aber keine Kirche, sondern der Torre Guinigi, ein 40 Meter hoher Turm, auf dem sieben große Steineichen wachsen. Wer die 230 Stufen erklimmt, wird im Schatten der Bäume mit einem fabelhaften Ausblick auf Lucca und die Toskana belohnt.

9. Polignano a Mare: Aus den Klippen „wachsen“ Häuser

In den kleinen Altstadt-Gassen von Polignano a Mare können sich Besucherinnern und Besucher ebenso gut treiben lassen wie im türkisgrünen Wasser vor dem stadteigenen Strand. Die romantische Küstenstadt (18.000 Einwohnerinnen und Einwohner) ist bekannt für ihre schroffe und unterhöhlte Küste, aus der die alten Häuser herauszuwachsen scheinen.

Polignano a Mare

In einer zentralen Bucht liegt der Lama-Monachile-Strand. Der ist zwar schon lange kein Geheimtipp mehr, doch bei einen Ausflug zu früher Stunde stehen die Chancen gut, sich den neugierigen Blicken von der berühmten Brücke Ponte di Polignano a Mare zu entziehen.

Besonders viele Blicke ziehen übrigens die wagemutigen Klippenspringer auf sich, die sich vom 24 Meter hohen Polignano a Mare in die Fluten stürzen. Zu den vergangenen Wettbewerben kamen rund 20.000 Besucherinnen und Besucher.

10. Tropea: Entspannen an der Küste der Götter

Ein italienisches Strandparadies ohne viele deutsche Touristinnen und Touristen? Ja, das gibt es! In Tropea, einer kleinen Stadt (6300 Einwohnerinnen und Einwohner) in Kalabrien.

Der hübsche Ort liegt auf einer 60 Meter hohen Tuffsteinklippe am Thyrrenischen Meer, die auch als Costa Dei (Küste der Götter) bekannt ist. Am Fuß des beeindruckenden Felsens liegt ein weißer, vier Kilometer langer Traumstrand, der an die Karibik erinnert.

Tropea

Den besten Blick auf das türkisblaue Wasser haben Besucherinnen und Besucher von der Kirche Santa Maria dell’Isola aus, die ab dem vierten Jahrhundert auf einem Felsen über dem Strand errichtet wurde.

Durch die mittelalterliche Altstadt und das historische Stadtzentrum mit tollen Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert führen enge Kopfsteinpflaster-Gassen zu Restaurants, Bars, Cafés und Geschäften für Kunsthandwerk. Vor Kurzem wurde die „Perle Kalabriens“ als schönstes Dorf Italiens gekürt.