Deutschland kann sich ab sofort mit vier neuen Welterbestätten schmücken: Die Unesco zeichnete unter anderem Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen als Welterbe aus. Zusammen mit acht anderen europäischen Kurorten in Belgien, Frankreich, Österreich, Italien, Großbritannien und Tschechien tragen sie nun die Bezeichnung „Große Bäder Europas“. Das sind Kurorte, die vom späten 18. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert internationale Bedeutung erlangten.

Ebenso wurde die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt als Welterbe gewürdigt. Mit dem Titel zählen die Orte nun zu den Kultur- und Naturstätten von herausragendem universellen Wert. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Mittlerweile gelten mehr als 1100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern als Welterbe – 47 davon befinden sich nun in Deutschland. Der reisereporter stellt dir die neuen Welterbestätten in der Bundesrepublik vor.

Baden-Baden in Baden-Württemberg

In der Kurstadt Baden-Baden im Schwarzwald, unweit der Grenze zu Frankreich, sprudelt in den Thermalbädern heilsames Thermalwasser aus zwölf Quellen und etwa 2000 Metern Tiefe nach oben. Die Quellen sind etwa 12.000 bis 17.000 Jahre alt und schütten täglich etwa 800.000 Liter Thermalwasser aus, das bis zu 68 Grad heiß ist. Die Inhaltsstoffe und Mineralien, die auf dem Weg an die Erdoberfläche aufgenommen werden, machen rundherum fit, heißt es auf der Website der Stadt

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Diese Seheswürdigkeiten solltest du in Baden-Baden besuchen

Aber Baden-Baden hat noch mehr zu bieten. Im Festspielhaus Baden-Baden kannst du unvergessliche Konzertabende, Opern und Ballettaufführungen genießen. Mit 2500 Sitzplätzen gehört es zu den größten Spielstätten der klassischen Musik in Europa.

Wer lieber sein Glück herausfordern möchte, kann das im Casino Baden-Baden tun. Das dem Schloss Versailles nachempfundene Casino bietet neben klassischen Spielen wie Roulette, Poker, Black Jack und  zahlreichen Spielautomaten auch Lesungen und Kabarett-Abende an. 

Idylle und Natur findest du unter anderem im Rosenneuheitengarten. Auf einer Sitzbank unter den zahlreichen Rosenbögen kannst du den Duft der pink und rot blühenden Rosen genießen. Die ganze Stadt auf 668 Meter Höhe überblickst du hingegen auf dem Merkur. Von dem Berg aus hast du eine super Aussicht inmitten des Schwarzwalds.

So schön ist der Rosenneuheitengarten am Beutig in Baden-Württemberg.

Diese Welterbestätte findest du außerdem in Baden-Württemberg

  • Zisterzienserkloster Maulbronn (1993)
  • Klosterinsel Reichenau (2000)
  • Obergermanisch-Raetische Limes (2005)
  • Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011)
  • Le-Corbusier-Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung (2016)
  • Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb im Ach- und Lonetal (2017)

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Bad Ems in Rheinland-Pfalz

„Bad Ems ist aufgrund seiner Kompaktheit, seiner Lage, seiner Einrichtungen und seiner gesellschaftspolitischen Ereignisse geradezu modellhaft für die europäische Badetradition“, heißt es auf der Website des Kurorts. Der Kurort sei Schauplatz einiger wichtiger politischen Ereignisse und Entscheidungen, Vorreiter im Spielbetrieb gewesen und tief verbunden mit dem musikalischen Erbe. Zudem lägen die Thermalquellen eng beieinander und und seien von therapeutischen Wanderwegen und hohen felsigen Aussichtspunkten umgeben.

Diese Sehenswürdigkeiten solltest du in Bad Ems besuchen

Neben den Thermalquellen hat der Kurort in Rheinland-Pfalz so einige Dinge zu bieten, die du bei einem Besuch gesehen haben solltest.

Da wären das Künstlerhaus Schloss Balmoral, die Sommerresidenz „Vier Türme“ von Zar Alexander II. oder das Staatsbad Bad Ems mit dem Marmorsaal, den früher rauschende Bälle und Theateraufführungen mit Weltstars mit Leben erfüllten. Die Pläne für die Wandmalereien und die Säulen aus Lahntal-Marmor lieferte für den Festsaal von Bad Ems der Königlich Bayerische Bauinspektor Johann Gottfried Gutensohn. Heute können auch Normalsterbliche darin ihre Feste feiern.

Architektur in dem Heilkurort Bad Ems.

Dem Glücksspiel ging man in Deutschlands ältester Spielbank bereits 1720 nach – noch bis heute kannst du den Roulettetisch von damals im Stadtmuseum bewundern. Wenn du also nach einem Bad im Thermalwasser so richtig zocken willst, bis du in dem Casino richtig.

Wenn du es lieber ruhig angehen willst, steht der Historische Kurpark für einen Spaziergang bereit. Der Ort wurde im späten 17. Jahrhundert angelegt und besteht aus einem französischen und einem englischen Gartenteil mit jeweils eigenen Stilen. 

Bad Kissingen in Bayern

Bad Kissingen an der Fränkischen Saale ist bereits seit dem 16. Jahrhundert als Kurstadt bekannt. Schon damals wurden den Kurgästinnen und -gästen, die aus ganz Deutschland anreisten, Trink- und Badekuren angeboten. Und noch heute kannst du den Ort wie bereits Otto Fürst von Bismarck oder Kaiserin Elisabeth von Österreich erleben. 

Auf Sisis Spuren kannst du auf ihrer Lieblingsroute wandeln. Sie führt durch den Kurgarten, den Luitpoldpark sowie den Altenberg, wo zu Ehren der Kaiserin ein Denkmal erreichtet wurde. In der Wandelhalle kannst du Orchesterkonzerten lauschen und Bad Kissingens Heilwasser trinken. Seit 1911 bieten hier die Brunnenfrauen zweimal täglich die Trinkkur an. Eine Meeresbrise kannst du im Gradierwerk einatmen, das heute zur Soleinhalation eingesetzt wird. Und auf der Neumann-Promenade hast du die Möglichkeit zu shoppen. Die Boutiquen an der Balthasar-Neumann-Promenade stammen aus dem Jahr 1889. 

kurpark in bad kissingen Copyright: xtraveldiax Panthermedia11824251imago images/Panthermedia

Sehenswert sind außerdem der Ludwigsturm, der Wittelsbacher Turm, der Bismarckturm sowie der Feuerturm in Bad Kissingen.

Mathildenhöhe in Hessen

Neben den drei Kurorten zählt nun auch die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt zu den Welterbestätten. Mit der Aufnahme wird die Künstlerkolonie als Zentrum des Jugendstils gewürdigt. 

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen hatte die Darmstädter Künstlerkolonie 1899 ins Leben gerufen, um die damals als rückständig geltende Industrie mit kreativen Ideen zu inspirieren. Auf der Mathildenhöhe entstanden beispielsweise das Atelierhaus als Mittelpunkt der Künstlerkolonie sowie als sichtbares Wahrzeichen der Hochzeitsturm.

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe ist nun eine Welterbestätte.

Außerdem hatten die sieben Künstler – Peter Behrens, Rudolf Bosselt, Paul Bürck, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich – die Möglichkeit, eigene Häuser zu bauen. Ihre Arbeiten präsentierten die Künstler bis zum Ende der Kolonie 1914 in insgesamt vier Ausstellungen. Heute beherbergt die Kolonie das Institut Mathildenhöhe Darmstadt, ein international ausgerichtetes Mehrspartenhaus der bildenden und angewandten Kunst. Die Geschichte sowie die Kunst von damals kannst du in Ausstellungen erfahren.