Ende Juli hat die deutsche Bundesregierung Mallorca zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft – zusammen mit ganz Spanien. Ab sofort gilt die bei den Deutschen beliebteste Insel aber als Hochrisiokgebiet. Denn seit dem 1. August greift eine neue Einreiseverordnung, bei der es nur noch zwei Risikogebiets-Kategorien gibt: Hochrisiokgebiete und Virusvariantengebiete. Was bedeutet das für Mallorca-Urlaubende?

Quarantäne für Reisende ohne Impfung und Genesung

Für die Rückkehr nach Deutschland gelten seit dem 27. Juli verschärfte Regeln, die vor allem Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene betreffen. Das hat sich auch mit der Umbennenung von Hochinzidenzgebiete zu Hochrisikogebiete nicht verändert. Viele Familien müssen weiterhin eine Quarantäne nach dem Urlaub einplanen – bereits im Vorfeld der Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet waren daher rund ein Drittel der Hotelbuchungen storniert worden.

Zudem hatte sich die Corona-Situation auf Mallorca zuletzt enorm verschlechtert: Die Zahl der Neuinfektionen stiegen seit Wochen deutlich, die Inzidenz betrug am 30. Juli 416,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Wir liefern Antworten auf häufige Fragen in der aktuellen Situation:

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Diese Regeln gelten für ungeimpfte Mallorca-Rückkehrer

Die unschöne Nachricht für ungeimpfte Reisende: Wer seit dem 27. Juli nach Deutschland zurückkehrt, für den oder die endet der Urlaub in einer Quarantäne. Generell greifen drei Pflichten für Touristinnen und Touristen nach der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebieten beziehungsweise nun Hochrisikogebiet, die weder vollständig gegen Corona geimpft sind noch in den vergangenen sechs Monaten eine Corona-Infektion überstanden haben:

  1. Anmeldepflicht: Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland reist, muss sich vorab online über das Portal www.einreiseanmeldung.de registrieren. Dort kann auch das negative Testergebnis hochgeladen werden.
  2. Testpflicht: Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer ab zwölf Jahren, die aus Hochrisikogebieten einreisen, müssen vor der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen. Das darf ein maximal 48 Stunden alter negativer Antigen-Schnelltest sein oder ein maximal 72 Stunden alter negativer PCR-Test. Seit dem 1. August sind alle Beförderer angewiesen, den Test von Passagierinnen und Passagieren vor dem Einstieg zu kontrollieren – das gilt sowohl für Airlines als auch für Bus- und teilweise Bahn-Unternehmen 
  3. Quarantänepflicht: Trotz negativem Corona-Test müssen Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer aus Hochrisikogebieten in Quarantäne. Die Absonderungspflicht, wie es offiziell in der deutschen Einreiseverordnung heißt, gilt für zehn Tage. Am fünften Tag nach der Rückkehr können sich Reisende durch einen Corona-Test (beispielsweise den kostenlosen Bürger-Schnelltest) mit einem negativen Ergebnis freitesten. Mindestens fünf Tage Quarantäne müssen ungeimpfte und nicht genesene Urlauberinnen und Urlauber also einplanen. Für Kinder unter 12 Jahren endet diese automatisch – ein Freitesten ist nicht nötig.

Unterschied zwischen Hochinzidenzgebiet und Hochrisikogebiet

Statt wie bisher ab einer Inzindenz von 200, reicht nun eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, um ein Land oder eine Region als Hochrisikogebiet einzustufen. Zudem wird in die Bewertung unter anderem mit einbezogen, ob die gemeldeten Zahlen vertrauenswürdig sind und wie die Belegung von Krankenhäusern ist. 

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Welche Regeln für Geimpfte und Genesene gelten

Für Reisende, die bereits vollständig geimpft (Zweitimpfung muss 14 Tage zurückliegen) oder in den vergangenen sechs Monaten genesen sind, gelten andere Regeln bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet. Dennoch müssen sie sich an einige Pflichten halten:

  1. Anmeldepflicht: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland reist, muss sich vorab online über das Portal www.einreiseanmeldung.de registrieren. Dort können auch Impf- oder Genesenennachweis hochgeladen werden.
  2. Nachweispflicht: Geimpfte und genesene Reisende sind von der Testpflicht ausgenommen. Für sie greift aber die Nachweispflicht: Sie müssen Impf- oder Genesenennachweis mit sich führen, etwa den digitalen Impfpass in der CovApp.
  3. Quarantänepflicht: Es gilt keine Quarantänepflicht für geimpfte und genesene Reisende.

Wichtig: Mit der neuen Einreiseverordnung vom 12. Mai 2021 gelten die Regeln für ganz Deutschland einheitlich. Zuvor hatten einzelne Bundesländer die Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten besonders geregelt.

Müssen auch Kinder nach dem Urlaub in Quarantäne?

Ja. Zwar gilt für Kinder unter zwölf Jahren keine Nachweispflicht eines Tests – sie müssen sich also vor der Rückkehr nach Deutschland nicht testen lassen. Jedoch gilt auch für Kinder unter zwölf Jahren die Quarantänepflicht: Bei einer Einreise aus Hochinzidenzgebieten müssen sie bis zu zehn Tage in Quarantäne. Eine Testung der Kinder ab Tag fünf ist aber nicht nötig – die Quarantäne entet automatisch. Kinder ab zwölf Jahren müssen sich aber freitesten, um die Qurantänezeit zu verkürzen.

Muss ich meinen Urlaub auf Mallorca abbrechen?

Nein. Es ist grundsätzlich möglich, den Mallorca-Urlaub fortzuführen oder auf die Insel zu reisen. Die Reisewarnung, die das Auswärtige Amt nun nach der Einstufung als Hochrisikogebiet ausspricht, ist kein Urlaubsverbot. Allerdings sind einige Punkte zu beachten. Es könnte sein, dass einzelne Reiseveranstalter einige Reisen auf die Insel stornieren. 

Kann ich den Mallorca-Urlaub kostenlos stornieren?

Eine Pauschalreise kann immer dann kostenlos storniert werden, wenn am Urlaubsort außergewöhnliche Umstände herrschen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt als starkes Indiz dafür – allerdings sei die Pandemie nach mehr als eineinhalb Jahren inzwischen ein „Grundrisiko“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott aus Hannover gegenüber dem reisereporter. 

Nun hat sich die Situation auf Mallorca und in ganz Spanien zwar in wenigen Wochen deutlich verschlechtert. Dass dies aber als außergewöhnlicher Umstand gewertet werde, halte er nicht unbedingt für wahrscheinlich. Das gelte nur, falls der Aufenthalt im Land unvorhersehbar schwer beeinträchtigt wäre.

Anders sieht es aus, wenn Reisende einen Flex-Tarif beim Reiseveranstalter gebucht haben. Der erlaubt es, den Mallorca-Urlaub kurzfristig umzubuchen oder zu stornieren. Auch einige Reiserücktrittsversicherungen greifen im Fall von Reisewarnungen; hier gilt es aber, genau hinzusehen.

Was bedeutet die Quarantäne für die Arbeit?

Aktuell gilt: Wer wissentlich in ein Risikogebiet reist, erhält keine Lohnfortzahlung, wenn er oder sie nach Rückkehr in Quarantäne muss. Das gilt immer dann, wenn ein Gebiet schon als Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet ausgewiesen war, als der Urlaub angetreten wurde.

Sprich: Wer nach dem 23. Juli noch nach Mallorca fliegt, hat keinen Anspruch auf Gehalt während der Quarantänezeit. Anders ist das bei Urlaubenden, die bereits vor dem 23. Juli auf Mallorca waren. Sie haben die Quarantäne nicht bewusst in Kauf genommen. Laut IHK erhalten Arbeitnehmer deshalb eine Lohnfortzahlung.

Übrigens: Wenn Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen, kann und muss auch während der Quarantänezeit gearbeitet werden. Unter welchen Bedingungen das Homeoffice stattfindet, ist nämlich nicht geregelt.