In immer mehr Ländern macht sich die Delta-Variante breit, die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt drastisch an. Beliebte Urlaubsländer wie Spanien und den Niederlanden haben bereits eine Inzidenz weit über 300. Normalerweise droht dadurch eine Einstufung als Hochinzidenzgebiet durch das Robert Koch-Institu (RKI). Dennoch gelten sie aktuell nur als Risikogebiete. 

Auch Griechenland wird zu Sonntag, 18. Juli, als Risikogebiete eingestuft – mit nur leichten Folgen für Urlaubende. Andere Länder reagieren auf den Anstieg der Corona-Zahlen mit verschärften Corona-Regeln. Wir erklären, worauf sich Reisende nun einstellen müssen.

Urlaubsland ist Risikogebiet: Was gilt im Juli, was womöglich im August?

Durch die derzeitige Einreiseverordnung Deutschlands ändert sich für Flugreisende bei der Einstufung ihres Urlaubsorts als Risikogebiet fast nichts. Reiserückkehrer und -rückkehrerinnen müssen sich lediglich vor der Heimreise digital unter www.einreiseanmeldung.de anmelden. Wie auch bei einer Rückkehr aus einem Nicht-Risikogebiet benötigen sie weiterhin einen negativen Corona-Test vor der Einreise nach Deutschland. Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht ausgenommen. 

Für Autofahrende verschärfen sich die Einreiseregeln leicht. Sie müssen spätestens 48 Stunden nach der Einreise entweder einen negativen Corona-Test, einen Genesenen-Nachweis oder eine vollständige Impftung nachweisen, um einer Quarantäne zu entgehen. 

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Für Gimpfte, die aus Virusvariantengebiete einreisen, sind ab Ende Juli neue Einreiseregeln geplant. Aus einem Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung geht hervor, dass Geimpfte künftig die 14-tägige Quarantäne vorzeitig beenden können, wenn nachweisbar ist, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im bereisten Gebiet wirksam ist.

Laut dem Bundesgesundheitsministeriums soll das Robert Koch-Institut (RKI) demnächst eine Liste mit der Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit Virusvarianten veröffentlichen. Wie genau die Regelungen aussehen, um die Quarantäne zu vermeiden, darüber will das Gesundheitsministerium demnächst informieren.

Außerdem wurde eine Neuerung beschlossen, die greifen soll, wenn ein Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird. Rückkehrende, die sich dann zu dem Zeitpunkt bereits in Quarantäne befinden, sollen ebenfalls die 14-tägige Quarantänepflicht verkürzen können, da dann die Regeln für Hochinzidenzgebiete greift.

Wie rasant sich grundsätzlich die Corona-Lage verändern kann, zeigen sich in den die Urlaubsländer Spanien, Niederlande und Griechenland. In Griechenland und auch in anderen Ländern werden wegen des starken Anstiegs der Neuinfektionszahlen die Regeln verschärft.

Spanien trotz hoher Inzidenz kein Hochinzidenzgebiet

Am 11. Juli wurde ganz Spanien samt den Balearen und den Kanaren wegen einer hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen als Risikogebiet eingestuft. Die Inzidenz von 50 war zu diesem Zeitpunkt schon weit überschritten, aber noch unter 200. Nun liegt dieser Wert bei 372,3 (Stand: 21. Juli).

Übersteigt ein Land mehrere Tage in Folge den Inzidenzwert von 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, reagiert die Bundesregierung darauf eigentlich mit einer Einstufung als Hochinzidenzgebiet. Nicht so am 16. Juli. Laut dem RKI ist Spanien weiterhin lediglich Risikogebiet. Damit gilt für Flug- und Autoreisende die Test- und Anmeldepflicht.

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Mit einer Einstufung als Hochinzidenzgebiet müssen Getestete für mindestens fünf Tage in Qurantäne, bevor sie sich freitesten könnten. Geimpfte und Genesene sind davon ausgenommen, wenn sie vor der Einreise einen entsprechenden Corona-Nachweis erbringen. Das droht Spanien nun allerdings erst in der kommenden Woche wieder.

Cala Varques ist ein weißer Sandstrand im Süden von Mallorca.

Niederlande: Verschärfte Regeln im Land wegen hoher Inzidenz

Bisher war keine Region auf dem niederländischen Festland als Risikogebiet eingestuft, nun hat das RKI das gesamte Land mit Ausnahme der überseeischen Teile des Königreichs der Niederlande – Bonaire, Sint Eustatius, Saba, Aruba und Curacao – zum einfachen Risikogebiet erklärt. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 408,8  pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner hätte das RKI Deutschlands Nachbarland eigentlich direkt als Hochinzidenzgebiet einstufen müssen, was allerdings nicht passierte. 

Das Infektionsgeschehen unterscheidet sich in den Niederlanden je nach Region stark. Im Großraum Amsterdam hat die Inzidenz den Wert von 700 überschritten. In der Grenzregion Limburg-Zuid beträgt die Inzidenz hingegen 126,4 und in der Nordsee-Provinz Zeeland 106,4 (Stand: 15. Juli). 

Durch die Einstufung als Risikogebiet müssen Autofahrende spätestens 48 nach der Rückkehr in Deutschland einen negativen Corona-Test nachweisen. Geimpfte und Genesene müssen bei der digitalen Einreiseanmeldung einen entsprechenden Corona-Nachweis hochladen.

Verschärfte Regeln in den Niederlanden

Nachdem zum 26. Juni fast alle Corona-Maßnahmen aufgeboben wurden, verschärft die Regierung sie aufgrund der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante nun wieder. So müssen Clubs und Discos ab 17. Juli erneut schließen, Restaurants dürfen nur bis Mitternacht öffnen und bis 6 Uhr morgens gilt eine Sperrstunde. 

Live-Musik oder andere Live-Unterhaltung sind vorerst ebenso untersagt wie Festivals und Großveranstaltungen ohne feste Sitzplätze, wenn kein Sicherheitsabstand gewährleistet ist. Die neue Regelung gilt mindestens bis zum 13. August.

Die Kanäle, auch bekannt als Grachten, prägen das Stadtbild von Amsterdam.

Griechenland nun Risikogebiet: Verschärfte Regeln im Land

Auch Griechenland galt bisher nicht als Risikogebiet. Da allerdings die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 179,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Einwohnerinnen liegt, stuft das RKI das Land ab dem 18. Juli als Risikogebiet ein.

Das hat für Reisende aber wenige Auswirkungen: Flugreisende mussten bisher ohnehin einen negativen Corona-Test vorweisen; das weitet sich nun auch auf Autofahrende aus: Sie brauchen mindestens 48 Stunden nach der Einreise einen negativen Test, um einer Quarantäne zu entgehen. Zudem greift nun die digitale Anmeldung. 

Sollte allerdings die Inzidenz in den nächsten Tagen die 200er-Marke knacken, könnte die Bundesregierung das Land in der kommenden Woche sogar als Hochinzidenzgebiet einstufen. Dann würde für alle Rückkehrer in Deutschland eine zehntägige Quarantänepflicht bestehen, die mit einem Corona-Test nach dem fünften Tag beendet werden kann. Genesene und Geimpfte sind von diesen Pflichten ausgenommen, wenn sie einen entsprechenden Corona-Nachweis erbringen.

Gelb-blaue Sonnenschirme zieren den Starnd von Lambi aus Kos.

Griechenland verschärft Corona-Regeln für Restaurants und Co.

Um einen Anstieg der Corona-Zahlen zu verhindern, verschärft die griechische Regierung nun die Corona-Maßnahmen im Land. Ungeimpfte können zwar weiterhin mit einem negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test aus Deutschland einreisen, müssen aber mit Einschränkungen vor Ort rechnen.

Freizeitangebote wie Restaurants, Theater, Freizeitparks und Kinos müssen sich entscheiden: Entweder erlauben sie Getesteten den Eintritt, müssen aber ihre mögliche Auslastung im Innen- und Außenbereich reduzieren. Oder sie öffnen ohne Einschränkungen – dann aber in Innenbereichen nur für Geimpfte. Diese Einrichtungen sind am grünen „Covid free“-Siegel zu erkennen.

Malta lässt nur noch Geimpfte frei einreisen

Malta hat innerhalb kurzer Zeit die Sieben-Tage-Inzidenz von 200 geknackt. Lag der Wert am 14. Juli noch bei 162,8, stieg er nur einen Tag später bereits auf 206,6. Zum Vergleich: Nur eine Woche zuvor lag die Inzidenz bei 17,4. Mittlerweile beträgt die Inzinden den Wert 325,9 (Stand: 21. Juli). Sollte der Wert nun weiterhin konstant über 200 bleiben, stuft das RKI Malta spätestens kommende Woche als Hochinzidenzgebiet ein, liegt die Inzidenz darunter, dann erfolgt die Einstufung als Risikogebiet. Beides ist bislang nicht passiert. 

Ohnehin können seit dem 14. Juli nur noch Geimpfte mit einem entsprechenden Nachweis und einer digitalen Anmeldung frei nach Malta einreisen. Alle anderen benötigen einen PCR-Test, müssen nach der Einreise aber dennoch für 14 Tage in Quarantäne. Ein digitaler Nachweis für Genesene wird von Malta inzwischen auf dem Smartphone sowie auf Papier anerkannt, heißt es vom Auswärtigen Amt.

Slowakei verschärft Einreiseregel wegen Delta-Variante

Abgesehen von wenigen Ausnahmen gilt in der Slowakei seit dem 9. Juli für Nicht-Geimpfte eine zehntägige Quarantänepflicht, von der man sich frühestens nach fünf Tagen freitesten kann. Die Regierung begründet diese mit der Gefahr der Einschleppung der Delta-Variante. Derzeit liegt die Inzidenz im Land nur bei 3,4 (Stand 21. Juli).

Nicht-Geimpfte müssen daher selbst dann in Quarantäne, wenn sie nur zum Einkaufen in einem Nachbarland waren. Geimpfte müssen sich unabhängig von ihrem Herkunftsland vor der Einreise online registrieren. Von deutscher Seite aus gilt die Slowakei nicht als Risikogebiet, deshalb ist für Rückkehrende nur bei Flugreisen eine Testpflicht zu beachten. 

Hinweis der Redaktion: Da sich die Lage sehr schnell ändern kann, besteht bei diesem Text kein Anspruch auf Vollständigkeit. Urlaubende müssen den schnellen Wandel der Corona-Lage im Blick behalten. Informationen zu den Inzidenzen gibt es unter anderem auf corona-in-zahlen.de.