Wer im Spanien-Urlaub zwischendurch abseits des Mainstreams reisen möchte, sollte den Blick von der Küste in Richtung Festland richten. Denn abseits der typischen Ferienorte zeigt Spanien sein authentischstes und ehrlichstes Gesicht dort, wo die Touristenmassen fehlen: in urigen Bergdörfern und historischen Orten mit langer Geschichte. Individuell und mega-interessant: die schönsten Orte auf dem spanischen Festland.

1. Ronda in Andalusien

Andalusien ist bekannt für seine weißen Dörfer, als eines der schönsten gilt schon immer Ronda unweit von Málaga. Ernest Hemingway schrieb einst über Ronda, dass „die ganze Stadt und ihre Umgebung eine romantische Kulisse ist“. Das stimmt: Die Stadt thront exponiert auf einem Felsplateau oberhalb der Schlucht El Tajo. Diese teilt die Neustadt, die aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft. 

Ronda City in Andalusien ist besonders schön.

Die Altstadt, die „Ciudad Vieja“ bezaubert mit einer Mischung aus nordafrikanischen und spanischen Traditionen und jenen berühmten weißen Häusern, die eng an eng errichtet wurden. Mittendrin reihen sich Rondas Sehenswürdigkeiten aneinander: die Casa del Gigante, das Archäologische Museum, die Kirche Santo Espíritu und die Stierkampfarena, eine der ältesten Spaniens.

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Tipp: Die Ruta de los Pueblos Blancos, die „Straße der Weißen Dörfer“, führt durch eine Landschaft nördlich von Cádiz zu rund 20 bis 30 weiße Dörfern.

2. Cuenca in Kastilien-La Mancha

Nur eine Stunde von Madrid entfernt sind Las Casas Colgadas, die „hängenden Häuser“, von Cuenca eine Augenweide. Die historische Festungsstadt Cuenca liegt auf einem 956 Meter hohen Felsplateau zwischen den Schluchten der Flüsse Huécar und Júcar. Wegen ihrer einzigartigen Lage und des mittelalterlichen Stadtbilds wurde Cuenca im Jahr 1996 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Nur eine Stunde von Madrid entfernt sind Las Casas Colgadas, die „hängenden Häuser“, von Cuenca eine Augenweide.

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Mit knapp 50.000 Einwohnern ist Cuenca nicht groß, aber dennoch Hauptstadt der gleichnamigen Provinz der spanischen Autonomen Gemeinschaft Castilla-La Mancha. Das Herz der Stadt liegt am Plaza Mayor, der von der Kathedrale, dem Rathaus, dem Kloster Convento de las Petras und anderen Gebäuden umschlossen ist. In einem der „hängenden Häuser“ befindet sich das Museum für Spanische Abstrakte Kunst, in dem Werke von Antoni Tàpies, Eduardo Chillida oder Antonio Saura ausgestellt sind.

3. Alquézar in Aragonien

Im Norden von Spanien, in den südlichen Ausläufern der Pyrenäen, thront auf einer Anhöhe das Dorf Alquézar, das zu Recht zum spanischen Kulturgut (Conjunto Histórico) erklärt wurde und auf der Liste der schönsten Dörfer Spaniens steht. Der denkmalgeschützte Mittelalterort erhebt sich zwischen den tiefen Schluchten über dem Rio Vero, ganz oben auf dem Felsen dominiert die Wehrkirche Santa María la Mayor.

Im Norden von Spanien, in den südlichen Ausläufern der Pyrenäen, thront auf einer Anhöhe das Dorf Alquézar.

Es ist auch der Rio Vero, der die Umgebung prägt. Der Fluss lädt an verschiedenen Stellen zum Baden ein und es gibt Kalksteinhöhlen und Wasserfälle. Wer Alquézar besucht, sollte sich unbedingt Zeit zum Wandern nehmen und zum Beispiel die Ruta de las Pasarelas del Vero gehen: Das ist ein Wanderweg, der streckenweise am Fluss entlang in luftiger Höhe verläuft. 

4. Segovia in Kastilien und León

Ein weiteres Bergdorf in exponierter Lage befindet sich in der Region Kastilien und León an den Ausläufern der Sierra de Guadarrama. Segovia liegt auf einem 1000 Meter hohen Felsplateau und wurde der Sage nach im Jahre 1076 vor Christus von Herkules dem Ägypter gegründet. Im Mittelalter war der Ort eine der Residenzen der spanischen Könige.

Eine der unbekannteren Regionen und zugleich die ärmste Region Spaniens ist Exdremadura im Südwesten der iberischen Halbinsel.

Heute ist Segovia Universitätsstadt und Provinzhauptstadt und die gesamte Altstadt gehört mit den alten Stadtmauern, der Kathedrale und dem Alcázar von Segovia zum Unesco-Welterbe. Das eigentliche Highlight ist das Aquädukt von Segovia, das in der Blütezeit des römischen Imperiums errichtet wurde und jahrhundertelang frisches Quellwasser aus den Bergen der Sierra de Fuenfría in die Stadt führte.

5. Consuegra in Kastilien-La Mancha

Schon mal gegen Windmühlen gekämpft? Im Spanien-Urlaub wird diese Redewendung in der Provinz Toledo real. Denn der Ort Consuegra in der Region Kastilien-La Mancha soll der Schauplatz des fiktiven Kampfes von Ritter Don Quijote gegen Windmühlen gewesen sein, der vom spanischen Nationaldichter Miguel de Cervantes geschrieben wurde.

Schon mal gegen Windmühlen gekämpft? Im Spanien-Urlaub wird diese Redewendung in der Provinz Toledo real.

Consuegra wurde einst am Fuß des Cerro Calderico von den Römern gegründet. Berühmt ist das Dorf für seine beeindruckende Burg mit einem alles überragenden Bergfried – und für jene elf Windmühlen, über die Miguel de Cervantes schrieb. Don Quijote gab es zwar nicht wirklich, die Windmühlen sind aber eine der wichtigsten Attraktionen in Spanien. Fünf der Mühlen bewahren bis heute den vollständigen Mechanismus.

6. Santiago de Compostela (Galicien)

Es gibt einen Ort im Norden Spaniens, über den scheiden sich die Geister. Zu voll und überlaufen sagen die einen, ein Must-see sagen die anderen. Klar ist: Der Jakobsweg ist untrennbar mit Spanien verbunden – und so auch die Stadt Santiago de Compostela. Jeder Pilger, der den Jakobsweg geht, hat ein Ziel vor Augen: den Endpunkt der 800 Kilometer langen Wanderung bei der Kathedrale von Santiago aus dem elften Jahrhundert.

Der Jakobsweg ist untrennbar mit Spanien verbunden – und so auch die Stadt Santiago de Compostela.

Unter dem Hochaltar der Kirche befindet sich die Krypta mit dem silbernen Schrein, der die Gebeine von Jakobus beinhalten soll. Das Bauwerk gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Spanien, mit mehreren Millionen Besuchern pro Jahr. Die Altstadt von Santiago de Compostela gehört zusammen mit der Kathedrale und dem Jakobsweg zum Unesco-Weltkulturerbe. Tipp: Die Rúa do Franco ist die bekannteste Straße, in der du viele galizische Spezialitäten kosten kannst.