Frankreich ist bekannt für seine Lebensart und Lässigkeit – hier verstehen die Menschen es, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Zum Beispiel bei einer Bootstour auf einem der Gewässer. Unterwegs begegnen dir interessante Auflugsziele, die einen Abstecher wert sind.

Kunst und Kultur begeleiten die maritimen Touren am Wegesrand, während du dich einfach treiben lässt und die Schönheit um dich herum genießt. Verschiedene Bootsanbieter für jeden Geldbeutel machen es möglich.

Die Saison dauert von März bis November, für die meisten Wasserfahrzeuge, die unter 15 PS haben, brauchst du übrigens keinen Bootsführerschein. Laut dem Portal „france.fr“ musst du mit Kosten von 800 bis 4600 Euro pro Woche rechnen – abhängig von Saison und Bootstyp. Bekannte Bootsvermieter sind zum Beispiel Le Boat, Les Canalous oder Locaboat Holidays.

Also: Leinen los! Hier kommen fünf schöne Bootstouren durch Frankreich.

Wild und romantisch: Vilaine

Der Küstenfluss in der Bretagne mit bewegter Vergangenheit: Die Vilaine war bis ins Jahr 1543 bekannt für ihre wilden Hochwasser, die jeder Schleuse den Kampf ansagten. Erst als König Franz I. den Fluss für den Salzhandel zähmte, indem er auf den 131 Kilometern 14 Schleusen einbauen ließ, beruhigte sich die Vilaine.

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Rennes an der schönen Vilaine.

Heute eignet sich der Fluss hervorragend für unterschiedlichste Bootstouren; einige starten zum Beispiel in Guipry-Messac und führen durch atemberaubende Felder, Weinberge und kleine charmante Dörfer. Einige Brücken und Schleusen begleiten deinen Weg. Ein Highlight ist die Mühle von Le Boël, in der Schlucht zwischen Pont-Réan und den Ufern von Guichen.

Die bretonische Hauptstadt Rennes ist bekannt für ihre ausgefallene Architektur; dort begegnet altes Fachwerk modernen Gebäuden. Hier lohnt sich ein Abstecher, bevor es weitergeht ins charmante Dinan.

Etwa 80 Kilometer von der Flussmündung in den imposanten Atlantik entfernt schipperst du durch eine urbretonische Landschaft, die ihren ganz besonderen Reiz hat.

Das Eisenbahnviadukt von Corbinières begegnet dir kurz nachdem du die Klippen des Rocher de Corbinières aus dem Wasser ragen siehst – das Wahrzeichen der wilden Bretagne. In Redon befindet sich das Drehkreuz der Schifffahrtswege. Mystische Sumpflandschaften führen dich weiter nach Süden, bis du an den eindrucksvollen Wikingerhafen von La Roche-Bernard gelangst. Die 38 Meter hohen Aussichtsfelsen über dem Fluss bieten dir den perfekten Ort zum entspannten Picknicken.

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Eng mit der Natur verbunden: Charente

Dieser wunderschöne Fluss besticht durch seine Ursprünglichkeit – das Wasser ist hier außerordentlich klar, am Ufer grünt es besonders schön. Die Charente kannst du ab Angoulême mit dem Boot erkunden.

Maritimes Flair an der Charente.

Hier sind auch einige Comic-Helden zu Hause, die dir auf deinem Weg am Ufer begegnen. Bis nach Rochefort sind es von hier aus 142 Kilometer, die sich bestens für Hausboote eignen. Urig sind auch die vielen Schleusen, ganze 21 Stück insgesamt, die sich wunderbar ins Bild einfügen: kleine charmante Dörfer mit Steinhäusern, besonders eindrucksvolle Gärten, eine schöne Kirche, grasende Kühe oder entspannte Angler, die darauf warten, dass ein Fisch anbeißt.

In Degustation wird seit rund 300 Jahren Cognac gebrannt.

Abends lohnt sich ein Besuch im Städchen Degustation – hier wird seit etwa 300 Jahren Cognac gebrannt. Prost! Oder besser: Santé!

Kulinarisches und Kunst am Canal de Garonne

Den Canal de Garonne gibt es bereits seit dem Jahr 1856. Damit sollte die kürzeste Verbindung von Mittelmeer und Atlantik erstellt werden. Allerdings wurde der gesamte Warenverkehr kurz darauf von einer Eisenbahngesellschaft auf die Schienen verlagert.

Der wunderschöne idyllische Canal de Garonne.

Heute beginnen die schönen Bootstouren meistens von Montech aus. Beeindruckende Passagen gibt es bei Moissac, wo der Canal auf den Fluss Tarn trifft und ganze 356 Meter auf dem Pont-Canal Cacor über den Fluss geführt wird, und in Agen – dort leitet eine 549 Meter lange Kanalbrücke die Boote über die Garonne. Unterwegs begegnen dir bildschöne Städte im Südwesten Frankreichs.

Die schöne Abteikirche Saint-Pierre.

Zum Beispiel im Pilgerort Moissac am Jakobsweg, wo du in der Abtei Saint-Pierre romantische Steinmetzkunst bestaunen kannst. Als im Jahr 1930 ein Hochwasser den Ort überflutete, wurden viele Häuser im Art-déco-Stil neu aufgebaut. Mittlerweile gibt es hier die meisten Art-déco-Bauten Südwestfrankreichs, zum Beispiel die Hall de Paris.

Das Weinbaugebiet Buzet.

In der Markthalle von Moissac gibt es außerdem Spezialitäten wie Leberpastete oder Gänsebrust. Am Ufer des Canal de Garonne ragen Rebstöcke und Apfelbäume fast bis ans Wasser. Weinliebhaber aufgepasst: Hinter Agen mündet der Canal in einem Weinbaugebiet mit dem Namen Buzet.

Klein, aber oho: Canal du Rhône à Sète

Der Canal du Rhône à Sète ist 98 Kilometer lang, unterwegs begegnen dir zwei Brücken und eine Schleuse. Dennoch ist eine Bootstour hier absolut lohnenswert. In Beaucaire zum Beispiel thront die Burg an der Rhône, außerdem findest du auf deiner Tour das Kloster von Saint-Gilles-du-Gard vor – es gehört zum Weltkultuerbe. Bekannt für die Region sind auch die weißen Camargue-Pferde.

Maritimes Flair am Canal du Rhône à Sète.

Wenn du etwa zwei Stunden übers Wasser geschippert bist, gelangst du zum Hafen von Gallician, einem kleinen urigen Winzerdorf. Weiter führt der Kanal durch die Lagunenküste des Languedoc. Kurz darauf erkennst du am Horizont La Grande Motte – der Ort wurde in den 1960er-Jahren als Ferienstadt entworfen.

Anschließend führt dich der Kanal in den Badeort Palavas-les-Flots. Hier gibt es eine Fischereiflotte. Auch nicht selten sind hier rosa Flamingos, die in die Fluten schreiten. Weingärten und eine Klosterinsel erwarten dich am Ufer.

Flamingos schreiten in die Fluten.

In Frontignan gibt es eine Hebebrücke, die Boote nur zweimal täglich passieren lässt. Die Wartezeit kannst du dir zum Beispiel mit einem Marktbesuch versüßen. Im Ort Sète mündet der Kanal in den Étang de Thau.

Für Mutige: Canal de Bourgogne

Der charmante Canal de Bourgogne verbindet das Mittelmeer und den Atlantik miteinander. Er hat eine Unmenge an Schleusen, die du auf deinem Boot im Auge behalten solltest – es sind ganze 200 Stück auf der 243 Kilometer langen Verbindungsstrecke zwischen der Yonne und der Einmündung in die Saône bei Saint-Jean-de-Losne.

Schippern auf dem Canal de Bourgogne.

So müssen ungefähr alle zwei Kilometer die großen Schwungräder oder Hebelstangen die zahlreichen Schleusen öffnen – und das per Hand!

Eine echte Mutprobe wartet am 376 Meter hohen Kanalscheitelpunkt von Pouilly-en-Auxois auf dich: Wenn du von hier aus weiter in den Norden schippern möchtest, musst du zuerst den 3333 Meter langen Tunnel passieren!