Seit Anfang Juli können Getestete, Geimpfte und Genesene mit dem digitalen Corona-Impfpass in der EU frei reisen. Dafür müssen sie ihre Corona-Nachweise einfach nur in eine App hochladen – Getestete können dort ihr PCR-Test- oder Antigen-Test-Ergebnis hinterlegen. In Deutschland stehen dafür die CovPass-App sowie die Corona-Warn-App zur Verfügung. Aber nicht in allen Ländern haben Reisende Vorteile durch den digitalen Impfpass. 

Zwar haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf vereinfachte Einreisebestimmungen geeinigt, damit alle Reisenden die gleichen Rechte haben und die Quarantänepflichten entfallen. Aber je nach Infektionslage können die Staaten wieder Beschränkungen einführen – besonders ab einer Inzidenz über 200 und wenn besorgniserregende Virusvarianten auftauchen. Welche Reisebeschränkungen das sind, bleibt jedem Land selbst überlassen.

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Deutschland stuft Länder als Hochinzidenzgebiete bei 200 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ein. Wer aus einem solchen Gebiet kommt, benötigt bei der Einreise einen negativen Corona-Test und muss dann für zehn Tage in Quarantäne, kann sich aber nach dem fünften Tag freitesten.

Ausgenommen von der Quarantänepflicht sind Geimpfte und Genesene, wenn sie den Nachweis über Impfung oder Genesung vor der Einreise an das Einreiseportal einreiseanmeldung.deübermitteln.

Digitaler Impfpass Virusvariantengebiete nutzlos

Als Virusvariantengebiete weist das Robert Koch-Institut Regionen und Länder aus, in denen eine der Virusmutationen grassiert. Für diese Gebiete gilt ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen. Wer es dennoch schafft einzureisen, muss bei der Ankunft einen negativen Corona-Test vorweisen und für 14 Tage in Quarantäne, die nicht vorzeitig beendet werden kann.

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Delta-Variante breitet sich aus – mehrere Länder Hochinzidenzgebiete

Das heißt schlussfolgernd, der digitale Corona-Impfpass sowie der ganz normale gelbe Impfpass sind bei einer Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet nutzlos – es besteht weiterhin eine Quarantänepflicht.

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante galten Portugal, Großbritannien und Russland zuletzt als Virusvariantengebiete. Da sich die Variante aber auch in Deutschland ausbreitet, wurden die Länder am 7. Juli zu Hochinzidenzgebieten heruntergestuft. Folgende Länder gelten derzeit als Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete (Stand: 7. Juli 2021).

Diese Länder gelten als Hochinzidenzgebiete

  • Ägypten 
  • Argentinien
  • Bahrain
  • Bolivien
  • Chile
  • Costa Rica 
  • Ecuador 
  • Indien
  • Iran
  • Kolumbien
  • Kuwait 
  • Malaysia 
  • Malediven
  • Mongolei
  • Nepal 
  • Oman 
  • Paraguay 
  • Peru 
  • Portugal inkl. der autonomen Regionen Madeira und Azoren
  • Russische Föderation
  • Seychellen
  • Sri Lanka 
  • Sudan 
  • Suriname 
  • Syrische Arabische Republik
  • Tansania 
  • Trinidad und Tobago
  • Tunesien 
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inklusive der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete

Diese Länder sind Virusvariantengebiete

  • Botsuana 
  • Brasilien
  • Eswatini 
  • Lesotho 
  • Malawi 
  • Mosambik
  • Namibia
  • Sambia 
  • Simbabwe 
  • Südafrika
  • Uruguay 

Digitaler Impfpass nutzt in Ländern außerhalb Europas nichts 

Außerdem bieten nicht alle Länder die technischen Voraussetzungen, um den digitalen Impfpass zu prüfen. Mittlerweile sind alle EU-Staaten und Nicht-EU-Länder wie Island, Liechtenstein und Norwegen in der Lage, das Impfzertifikat zu überprüfen. Aber außerhalb Europas bringt der digitale Corona-Impfpass nichts. Für Reisen in die Karibik, Südamerika oder Afrika bringt er also keine Erleichterung.

Zudem empfiehlt der Deutsche Reiseverband, lieber mit dem Papierimpfpass und dem Digitalnachweis zu verreisen, denn auf das Smartphone sei nicht immer Verlass.