Für manche Menschen beginnt der Urlaub mit Druck oder Schmerzen – Ohrenschmerzen, um genau zu sein. Sobald das Flugzeug startet oder zum Sinkflug ansetzt, sind die Ohren dicht. Geräusche klingen auf einmal ganz dumpf, manche Passagiere und Passagierinnen klagen auch über Taubheit. Noch dazu spüren Betroffene einen ziehenden oder stechenden Schmerz, der bisweilen noch stundenlang anhält und auch nach der Landung nicht verfliegt. Was aber steckt hinter dem unangenehmen Druck auf den Ohren? Und was hilft, damit er sich in Luft auflöst? Das verraten wir hier.

Erklärt: Darum spüren Flugreisende den Luftdruck im Ohr

Das Druckgefühl im Ohr während des Flugs hängt mit dem Luftdruck zusammen. Er verändert sich, insbesondere bei Start und Landung, durch die Veränderung der Höhenmeter. Der Druckunterschied ist nicht gesundheitsschädlich, allerdings spüren ihn viele Pasagiere im Ohr.

Aktuelle Deals

Die Eustachische Röhre, eine rund dreineinhalb Zentimeter lange schlauchartige Verbindung, die vom Mittelohr über Kopfmitte bis zum Nasenrachen verläuft, gleicht normalerweise Druckunterschiede zwischen dem Mittelohr und der Umgebung aus. Erreicht der Druckunterschied einen kritischen Wert, kann es jedoch passieren, dass sich das Trommelfell spannt und so wölbt, dass es die Eustachische Röhre verschließt. Dadurch wird ein Knacken verursacht und die Belüftung unterbrochen, der Druck im Ohr wird nicht mehr automatisch ausgeglichen.

Kinder sind im Flugzeug besonders häufig von Ohrenschmerzen betroffen.

Kann beim Fliegen das Trommelfell reißen?

Dieses Phänomen nennt sich Barotrauma (von Griechisch „baros“ – Schwere, Gewicht und „trauma“ – Wunde, Verletzung). Betroffene spüren Schmerzen, Verminderung der Hörvermögens und Übelkeit. In seltenen Fällen kann es zum Trommelfellriss kommen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Bei manchen Fluggästen dauert das Barotrauma nur kurz an, bei anderen hält der Zustand während des gesamten Flugs oder noch länger an. Am häufigsten betroffen sind Menschen, deren Gehörgang besonders eng ist. Wer mit einer Erkältung oder anderen Infektionen der oberen Atemwege reist, riskiert ebenfalls eher ein Barotrauma. Auch bei Kindern kommt es häufiger vor, sie leiden auch eher unter Schmerzen.

Druckausgleich beim Fliegen: Das hilft gegen Druck und Ohrenschmerzen

Während der Druckausgleich normalerweise passiv und damit automatisch abläuft, müssen Flugreisende aktiv nachhelfen – im Idealfall, bevor Beschwerden auftreten. Gähnen, Kauen und Schlucken können einen Druckausgleich herbeiführen, dafür können Passagiere zum Beispiel ein Kaugummi oder etwas zu trinken nutzen. Bei Kindern wird dazu geraten, sie zum Start und zur Landung zu wecken und zu füttern.

Wenn die genannten Maßnahmen nicht helfen, können Reisende das „Valsalva-Manöver“ durchführen: Nase zuhalten, Mund verschließen und einen Druck im Nasenrachen aufbauen. Nach ein paar Wiederholungen sollte der Druck ausgeglichen sein.

Diese Hilfsmittel beugen Ohrenschmerzen im Flugzeug vor

Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder gibt es speziell für Flugreisen entwickelte Ohrstöpsel. Diese sorgen mithilfe eines eingebauten Druckregulierers dafür, dass die Luftdruckveränderung weniger stark auf das Trommelfell einwirkt, und erleichtert der Eustachischen Röhre den natürlichen Druckausgleich. In einer Studie der Berliner Charité wurde bestätigt, dass die Ohrstöpsel den Druckverlauf verzögern und damit zu weniger Beschwerden führen.

Wer erkältet fliegt, kann vor Start und Landung ein abschwellendes Nasenspray benutzen. Geschwollene Schleimhäute sorgen dafür, dass der Druckausgleich erschwert ist. Mit dem Spray wird die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen leichter von Druck befreit.