Das Burgund – heute Teil der Region Bourgogne-Franche-Comté – im Zentrum Frankreichs ist von einem Netz an Kanälen durchzogen. Es ist außerdem berühmt für seine Weine sowie einige prächtige Schlösser, von denen manche in Luxushotels umgewandelt worden sind.

Die Region hat aber auch eine lange und bewegte Geschichte, sie war schon in der Altsteinzeit besiedelt. Wichtige historische Episoden, unter anderem rund um die Eroberung Galliens durch die Römer, spielten sich in dieser Region ab. Spuren finden Reisende überall im Land. In manchen Dörfern des Burgund scheint die Zeit regelrecht stehen geblieben zu sein. Wir stellen einige von ihnen vor.

Vézelay im Département Yonne

Vézelay etwa 60 Kilometer südlich von Auxerre am Rande des Morvan-Naturparks zählt zwar nur etwa 420 Einwohnerinnen und Einwohner, ist aber international als Wallfahrtsort berühmt. Es markiert einen der Ausgangspunkte des Jakobsweges – seit mehr als 1000 Jahren kommen Pilgernde aus ganz Europa zum sogenannten ewigen Hügel, auf dem das Dorf steht.

Reisende, die durch die Gassen spazieren, gehen auf eine architektonische Zeitreise: Hier stehen romanische Häuser neben Renaissance-Residenzen und Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sehenswert ist auch die Porte Neuve, das Stadttor aus dem 14. Jahrhundert.

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Vézelay ist einer der Ausgangspunkte des Jakobsweges. Jedes Jahr kommen zahlreiche Pilgerinnen und Pilger zum sogenannten ewigen Hügel, auf dem das sehenswerte Dorf steht.

Schon von fern unübersehbar und die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Basilika Sainte-Marie-Madeleine aus dem zwölften Jahrhundert. Seit 1979 zählt sie zum Unesco-Welterbe. Reisende, die das Gotteshaus auf 250 Metern Höhe erreichen, können auf die von Weinbergen geprägte Landschaft rund um das Dorf blicken.

Châteauneuf-en-Auxois im Département Côte-d’Or

Châteauneuf-en-Auxois etwa 44 Kilometer südwestlich von Dijon ist zwar besonders klein. Übersehen werden kann der Ort mit seinen 80 Einwohnerinnen und Einwohnern aber trotzdem nur schwer – denn er erhebt sich auf einem fast 500 Meter hohen Felsen oberhalb des mehr als 240 Kilometer langen Canal de Bourgogne.

Schon von Weitem fällt die von einigen Türmen bestimmte Dorfsilhouette auf: Diese gehören zu der Burgfestung. Der quadratische Bergfried stammt aus dem zwölften Jahrhundert, mehrere dazugehörige Wohngebäude errichtete Philippe Pot, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, im 15. Jahrhundert. Die strategisch günstige Lage sorgte dafür, dass Châteauneuf-en-Auxois im Mittelalter eine bei Händlern beliebte Marktstadt war.

Châteauneuf-en-Auxois erhebt sich auf einem fast 500 Meter hohen Felsen oberhalb des Canal de Bourgogne.

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Wohlhabende Kaufleute errichteten hier ihre Residenzen. Einige der zumeist aus Kalkstein errichteten Häuser zeugen mit ihren Treppentürmen und verzierten Frontgiebeln bis heute von dieser Blütezeit. Reisende können durch die schmalen Gassen schlendern und in kleinen Geschäften mit Kunsthandwerk, Antiquitäten und typisch burgundischen Spezialitäten stöbern. Auch das Château de Châteauneuf-en-Auxois ist normalerweise dienstags bis sonntags geöffnet und darf besichtigt werden.

Noyers-sur-Serein im Département Yonne

Historische Fachwerkgebäude, Weinbauernhäuser und Bürgerresidenzen: Das Dorf Noyers-sur-Serein mit seinen 580 Einwohnerinnen und Einwohnern gilt als Paradebeispiel einer mittelalterlichen Stadt. Drei Tore führen durch eine von Türmen flankierte Stadtmauer in das Dorf etwa 23 Kilometer südöstlich von Chablis in einer Flussschleife des Serein.

Steinquader, Pilaster, Säulen und Zinnen zieren etliche Fassaden, bucklige Gassen und Kopfsteinpflasterstraßen führen zu gepflasterten Plätzen und Höfen. Das vermutlich älteste Haus ist das Rathaus; die Fundamente stammen aus dem zwölften Jahrhundert. Zweimal wurde das Gebäude durch Feuer zerstört und neu errichtet – das letzte Mal im Jahr 1765.

Historische Fachwerkgebäude sind charakteristisch für Noyers-sur-Serein östlich von Chablis im Burgund.

Benannt wurde der Ort nach dem Adelsgeschlecht de Noyers. Überreste der Burg aus dem elften Jahrhundert erheben sich auf einem Felsen oberhalb des Dorfes. Jedes Jahr im Herbst kommen Genießerinnen und Genießer von weither: Dann lädt die Confrérie de la Truffe de Bourgogne de Noyers zum Trüffelmarkt ein.

Flavigny-sur-Ozerain im Département Côte-d’Or

Auch Flavigny-sur-Ozerain gilt als gut erhaltenes Beispiel mittelalterlicher Bauweise. Etwa 60 Kilometer nordwestlich von Dijon auf einem Hügel über dem Tal des Ozerain-Flusses liegt das Dorf, das 290 Einwohnerinnen und Einwohner zählt. Die Stadtmauer mit ihren drei befestigten Toren ist erhalten, an den teilweise mit Kopfsteinen gepflasterten Straßen stehen historische Handwerkshäuser, in denen einst Gerber, Ölmüller, Zinntöpfer, Weber und Winzer ihren Gewerben nachgingen.

Flavigny-sur-Ozerain diente einst als Kulisse für den Film „Chocolat“.

Im Herzen des Dorfes steht die Kirche Saint-Genest (Place de l’Eglise) mit ihrem typisch burgundischen Dach. An der Rue de l’Abbaye steht eine ehemalige Benediktinerabtei, in der die älteste Süßigkeit Frankreichs hergestellt wird: Les Anis de Flavigny. Das bis heute unveränderte Rezept für die kleinen Anisdragees datiert aus dem Jahr 1591.

Flavigny-sur-Ozerain nordwestlich von Dijon ist als Heimat der ältesten Süßigkeit Frankreichs bekannt: Les Anis de Flavigny.

Besucherinnen und Besucher können bei geführten Touren die Fabrik und das alte Abteigebäude kennenlernen. Der Ort diente im Jahr 2001 als Kulisse für den Film „Chocolat“ mit Juliette Binoche und Johnny Depp.

Semur-en-Brionnais im Département Saône-et-Loire

Das Dorf Semur-en-Brionnais im Süden der Bourgogne etwa 120 Kilometer nordwestlich von Lyon steht unter Denkmalschutz. Die 600-Einwohnerinnen-und-Einwohner-Gemeinde, deren steinerne Häuser im Sonnenlicht fast roséfarben schimmern, liegt am sogenannten Chemins du Roman – einer Route, die zu 100 romanischen Kirchen und Kapellen im Land führt.

In Semur-en-Brionnais finden Reisende die Stiftskirche Saint-Hilaire (5107B Prieuré Saint-Hugues), eines der bedeutendsten Gotteshäuser seiner Art im Burgund. Die dreischiffige Basilika wurde aus hellem Kalkstein errichtet.

In Semur-en-Brionnais nordwestlich von Lyon steht eines der bedeutendsten Gotteshäuser im Burgund: Die Stiftskirche Saint-Hilaire.

In dem kleinen Dorf steht außerdem das älteste Schloss des Burgund: Château Saint-Hugues (Place Bouthier de Rochefort). Der 22 Meter hohe, quadratische Bergfried wurde bereits im neunten Jahrhundert errichtet. Er steht zwischen Anfang März und Mitte Oktober (2021: 11. Oktober) Interessierten offen.