Die Bundesregierung hat die Reisebeschränkungen für Portugal, Großbritannien, Nordirland, Russland, Indien und Nepal gelockert. Diese Länder werden ab Mittwoch, 6. Juli, nicht mehr als Virusvariantengebiet eingestuft, sondern als Hochinzidenzgebiet. Das heißt: Für Urlauber ist die Ein- und Ausreise deutlich einfacher. Für Geimpfte und Genesene entfällt die 14-tägige Quarantänepflicht ganz, für negativ Getestete wird sie verkürzt.

Die Delta-Mutante ist in diesen Staaten aber weiterhin auf dem Vormarsch. Was heißt das für Reisende? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Kann ich wieder Urlaub in Portugal und Großbritannien machen?

Für Reisende bedeutet das Hin und Her der Bundesregierung vor allem eins: Verunsicherung. Besonders im Fall Portugal, denn das Land war erst am 29. Juni ohne Ankündigung auf die Virusvariantengebiete-Liste gesetzt worden. Viele Urlauberinnen und Urlauber hatten daraufhin ihre Reise abgebrochen und sich um frühere Rückflüge bemüht, um die 14-tägige Quarantäne zu umgehen. Dafür mussten sie viel Geld bezahlen: Rückflüge kosteten aus Lissabon bis zu 650 Euro, von Madeira aus waren es gar 1300 Euro.

Ein Reiseverbot gab es aber trotz der Einstufung als Virusvariantengebiet nicht – theoretisch war ein Urlaub in Portugal, Großbritannien und den anderen betroffenen Ländern immer möglich, wenn auch wegen der Reisebeschränkungen nur schwer umsetzbar. 

Durch die Herabstufung ist eine Reise nun wieder einfacher möglich.

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Einreise aus Portugal und GB: Welche Beschränkungen gelten?

Mit der Herunterstufung vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet ist die Einreise nach Deutschland für alle Menschen wieder möglich. Das Beförderungsverbot für Airlines, Bahnen und Busse wird aufgehoben. Außerdem entfällt die strikte 14-tägige Quarantänepflicht nach der Einreise.

Vollständig Geimpfte und Genesene müssen sich gar nicht mehr isolieren, für alle anderen wird die Zeit verkürzt. Diese Reisenden müssen für bis zu zehn Tage in Quarantäne, können den Zeitraum jedoch durch einen zweiten negativen Corona-Test ab Tag fünf verkürzen („Freitestung“).

Ab wann fällt die 14-tägige Quarantänepflicht?

Beim Auswärtigen Amt heißt es: „Als Voraufenthalt in einem Risikogebiet gilt ein Aufenthalt zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 10 Tagen vor Einreise. Maßgeblich ist, ob das Gebiet zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland als Risikogebiet ausgewiesen war (das heißt nicht zwangsläufig zum Zeitpunkt des Aufenthalts).“

Demnach entfällt bei einer Einreise ab dem 7. Juli um 0 Uhr die 14-tägige Quarantänepflicht, das bestätigte auch ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf reisereporter-Nachfrage. 

Zusätzlich gelten folgende Einreisebeschränkungen für Menschen, die aus Hochinzidenzgebieten zurückkehren:

  • Nachweispflicht: Noch vor der Einreise in Deutschland müssen Urlauber und Urlauberinnen eine vollständige Impfung, die Genesung von Covid-19 oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Der Antigen-Schnelltest darf maximal 48 Stunden alt sein, ein PCR-Test maximal 72 Stunden.
  • Anmeldepflicht: Alle Reisenden müssen sich vor der Einreise in Deutschland online unter www.einreiseanmeldung.de anmelden. Dort können sie auch die Nachweise über Corona-Impfung, Genesung oder negativen Test hochladen.

Warum werden die Länder heruntergestuft?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte den Schritt bereits vor einigen Tagen angekündigt. Er hatte gesagt, dass Länder wie Großbritannien und Portugal bald vom Status als Virusvarianten- zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft würden – und zwar dann, wenn der Anteil der Delta-Variante in Deutschland vergleichbar sei.

Die Mutante ist inwzwischen auch in Deutschland verbreitet. Allerdings sind die Infektionszahlen hierzulande deutlich niedriger.

Wie ist die Corona-Lage in Portugal und Großbritannien?

Während in Deutschland die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell trotz der Verbreitung der Delta-Variante nur bei 4,9 liegt (Stand: 5. Juli), sieht die Lage in Portugal und Großbritannien deutlich anders aus:

  • Aktuelle Lage in Portugal: Die Corona-Infektionszahlen in dem beliebten urlaubsland steigen weiter drastisch. In Lissabon liegt die Sieben-Tage-Inzidenz der Covid-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Einwohnerinnen am Montag bei 189,4, an der Algarve sogar bei 359,2. Landesweit steigt sie auf 147,0. Besonders brisant: Laut Angaben der portugiesischen Behörden macht die Delta-Variante mehr als 70 Prozent der Neuinfektionen aus.
  • Aktuelle Lage in Großbritannien: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien liegt aktuell bei 259,1 (Stand: 6. Juli). Von den untersuchten Infektionen macht die Delta-Variante einen Anteil von 90 Prozent aus. Zuletzt registrierten die Behörden mehr als 23.000 neue Fälle an einem Tag.

Diese Länder gelten weiterhin als Virusvariantengebiete

Mit der Herabstufung der fünf Länder sinkt die Zahl der Virusvariantengebiete weltweit wieder von 16 auf elf. Alle befinden sich in Afrika oder Südamerika, darunter Brasilien, Namibia und Südafrika. Das ist die aktuelle Liste der Virusvariantengebiete (Stand: 6. Juli 2021):

  • Botsuana (Virusvariantengebiet seit 7. Februar 2021)
  • Brasilien (Virusvariantengebiet seit 19. Januar 2021)
  • Eswatini (Virusvariantengebiet seit 31. Januar 2021)
  • Lesotho (Virusvariantengebiet seit 31. Januar 2021)
  • Malawi (Virusvariantengebiet seit 7. Februar 2021)
  • Mosambik (Virusvariantengebiet seit 7. Februar 2021)
  • Namibia (Virusvariantengebiet seit 20. Juni 2021)
  • Sambia (Virusvariantengebiet seit 7. Februar 2021)
  • Simbabwe (Virusvariantengebiet seit 7. Februar 2021)
  • Südafrika (Virusvariantengebiet seit 13. Januar 2021)
  • Uruguay (Virusvariantengebiet seit 6. Juni 2021)