Der Naturmythenpfad geht dieser Frage nach: Er erlaubt einen Blick auf das Verhältnis von Mensch und Natur. Dabei spielen Sagen und Märchen ebenso eine Rolle wie die symbolische Kraft von Wasser und Pflanzen oder die historische Bedeutung der Holzverarbeitung.

Wir starten vom Wandererparkplatz Von-Langen-Straße unmittelbar am Denkmal Johann von Langen. Nach wenigen Metern verweist bereits ein Hinweisschild darauf, welchen Weg wir einschlagen müssen. Hier wie auch auf der gesamten Rundtour ist ein Verlaufen nahezu unmöglich - und damit die Grundvoraussetzung für ein Wandererlebnis bereits gegeben. Die nächste Hinweistafel erklärt, warum es sich beim Naturmythenpfad aber derzeit nicht nur um einen Spaziergang durch die Welt der Sagen und Märchen handelt, sondern um eine Entdeckungstour im Hier und Jetzt: Sie thematisiert den Klimawandel und die Auswirkungen auf den Wald - nicht als abstrakte Größe, sondern unmittelbar vor Augen. Platziert ist sie dort, wo bis vor kurzem noch ein dichter Fichtenwald stand.

Der Kloß im Hals, den die Infotafel hinterlässt, wird nicht der letzte des Wandertages sein. Doch zunächst gelangen wir an Stationen, die - mal spielerisch, mal verspielt - mit dem Thema “Natur und Mensch” umgehen: Wir puzzeln ein Waldmärchen zusammen, thronen auf Waldsesseln und lesen in Baumbüchern. Wir erfahren, was es mit der Weltesche Yggdrasil in der nordischen Mythologie auf sich hatte, beschäftigen uns mit dem “Mythos Bach” und bestaunen die ästhetische Umsetzung der Frage nach dem “Mythos Wasser”. Wir erfreuen uns an Wegen über Stock und Stein und blicken in den Wald und den Silberteich.

Und dann kehrt er zurück, der Kloß. Durch eine geöffnete Holztür schauen wir auf eine Station des Naturmythenpfades, die sich schon dadurch von den übrigen unterscheidet, dass hier nicht alles hübsch und geordnet aussieht. Dort liegen Baumstämme kreuz und quer. Auf ihnen sind Holzschilder angebracht, die die menschliche - und gern einmal verharmlosende Sicht auf Natur- oder besser gesagt Waldkatastrophen den “Todesursachen” der Bäume gegenüberstellen. Kurz darauf werden wir auf einen Waldfriedhof treffen. Kaum vorstellbar, dass diese Bilder einen Menschen kalt lassen, der sich mit der Natur verbunden fühlt.

Dass es sich bei der Beziehung zwischen dem Menschen und dem Wald um eine jahrtausendealte Freundschaft und eine gegenseitig nützliche Beziehung handelt, zeigt eine weitere Station.

Rückblick in die Geschichte der Beziehung zwischen dem Menschen und dem Wald.

Auf Stelen sind Schlaglichter auf die Geschichte geworfen. Und es geht sogar ein Stück weit in die Zukunft auf dem Naturmythenpfad: An einer weiteren Station können Besucher Wünsche in Schiefertafeln kratzen und diese dem “Wunschbaum” übergeben. Mit Gedanken daran, was dem Wald zu wünschen sei, machen wir uns auf den Rückweg.

Der Rundweg selbst ist nur etwa vier Kilometer lang und leicht begehbar. Bis auf einige wenige Steigungen gibt es keine nennenswerten Anstrengungen. Dadurch und durch die lehrreichen und unterhaltsamen Stationen - die bei Waldarbeiten unter Umständen nicht alle erlebt werden können - ist er besonders für Familien mit nicht mehr ganz kleinen Kindern geeignet. Der Naturmythenpfad ist ein Kooperationsprojekt des Nationalparks Harz mit dem Bildungswerk Niedersächsischer Volkshochschulen GmbH. Das Künstlerteam LandArt aus Hannover entwarf die Stationen. Am Silberteich befindet sich eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel.

Das sind die Eckdaten:

  • Länge: 5,8 Kilometer
  • Dauer: 2,5 Stunden

Tipps:

Seelenpfad in Herzberg

Der Nationalpark Harz bietet außer dem Naturmythenpfad weitere Themenwanderungen an, darunter den Seelenpfad bei Herzberg. Im Buchenwald, zu erreichen vom Wandertreff an der Klinik, sind Sinnsprüche aufgestellt, die zum Innehalten einladen. Weitere Infos zu den Naturerlebnispfaden gibt es online.

Neben dem Naturmythenpfad gibt es noch weitere tolle Themenwanderungen.

Seilbahnfahren zum Wurmberg

Höhenmeter machen ganz ohne Anstrengung! Dafür sorgt die Wurmbergseilbahn, die in 6er-Gondeln Menschen, Hunde, Fahrräder, Monsterroller, Kinderwagen und die Wintersportausrüstung zum Gipfel transportiert. Unterwegs lässt sich die Aussicht genießen. Oben angekommen erwarten große und kleine Besucherinnen und Besucher die Berg-Erlebniswelt und ein Aussichtsturm.

Mit der Seilbahn am Wurmberg kannst du die Aussicht ganz ohne Anstrengung genießen!

Grube Samson

Die ehemalige Silbererzgrube Samson gehört zu Deutschlands bedeutendsten Montandenkmälern und war mit 810 Metern das ehemals tiefste Bergwerk der Welt. Denn der Schacht der Grube Samson wird heute noch zur Energiegewinnung genutzt. So kann St. Andreasberg heute fast komplett mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden und ist mit der Grube Samson Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes.