Wandern ist seit Jahren ein Trend – seit Pandemiebeginn ist es ein regelrechter Volkssport. Auch für Michael Holthuysen: Der gebürtige Südafrikaner ist seit mehr als 30 Jahren im Tourismus tätig und hat 148 Länder auf allen Kontinenten bereist; seit einigen Monaten entdeckt er als Eifel-Explorer zu Fuß seine heutige Heimat, die Eifel.

Bei mehr als 90 Wanderungen legte er bereits 1.000 Kilometer zurück. Auf seiner Facebook-Seite stellt er weniger überlaufene Routen vor. Mehr als 5.600 Abonnentinnen und Abonnenten folgen ihm bereits. „Die Hotspots bei uns sind die Hohe Acht und ein paar Premiumwanderwege. Die ganze andere Region ist fast komplett menschenleer“, berichtet er. Diese fünf Touren empfiehlt er besonders.

Michael Holthuysen, hier vor dem Radioteleskop Effelsberg, erkundet als Eifel-Explorer, also Eifel-Entdecker, seine Heimat – die Eifel.

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Stumpfarmweg im Landkreis Mayen-Koblenz

Ein Serienmörder ist Thema des 15 Kilometer langen Stumpfarmwegs. Der Booser Bürger Johann „Stumpfarm“ Mayer – er verlor als junger Mann eine Hand – tötete 1918/1919 rund um Boos, Kirsbach, Brücktal und Arbach mehrere Menschen und wurde dafür hingerichtet. Ausgangsort der Wanderung auf den Spuren des Verbrechers ist das Jugendheim (Hauptstraße) in Boos. Der Weg ist mit einem stilisierten Kopf mit Hut gekennzeichnet; die Hutkrempe zeigt die Richtung an.

Zunächst geht es zum Booser Eifelturm, einem Holzturm auf dem 557 Meter hohen Schneeberg. Hier bietet sich ein Panoramablick. Vom Turm geht es ins Naturschutzgebiet Booser Maar, ins Nitztal und nach Brücktal. Der Weg führt in den Staatsforst Etscheid, wo Mayer sein Unwesen trieb. Ein Forstort trägt den Namen Toter Mann – hier fand man die Leiche eines seiner Opfer und den Kopf eines zweiten.

Vom Booser Eifelturm auf dem Schneeberg können Wanderer des Stumpfarmwegs weit über das Naturschutzgebiet Booser Maar schauen.

Über das Mannebacher Wiesental und am Watzengraben vorbei geht es zurück nach Boos. In der Gartenstraße steht das Schubbesse Häuschen – hier wuchs Stumpfarm auf. Die Tour dauert gut vier Stunden. Unterwegs informieren Tafeln über Stumpfarms Taten.

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Sieben-Dörfer-Weg im Landkreis Mayen-Koblenz

Die Gemeinde Baar und ihre Ortsteile sind das Thema des Sieben-Dörfer-Wegs. Die 12,6 Kilometer lange Wanderroute verbindet Büchel, Engeln, Freilingen, Mittelbaar, Niederbaar, Oberbaar und Wanderath miteinander. Viele beginnen in Wanderath, Holzschilder mit dem Schriftzug 7D markieren die Strecke. Die etwa dreistündige Tour führt durch Waldgebiete und Bachtäler, es geht an Wiesen, Feldern und Wacholderheidegebieten vorbei.

Mehrere Aussichtspunkte mit Ruhebänken bieten Weitblicke. Sehenswert sind in Oberbaar – einst ein Wallfahrtsort – die barocke St.-Donatus-Kapelle sowie ein in den Siebzigerjahren errichtetes Heiligenhäuschen (Kirchenweg). Ein weiteres Heiligenhäuschen finden Wanderer zwischen Niederbaar und Wanderath – das auch Dreifaltigkeitskapellchen genannte Gebäude steht am alten Kirchenweg zwischen Wiesen und Bäumen. Eine Bank lädt zum Innehalten ein.

Im früheren Wallfahrtsort Oberbaar führt die Route des Sieben-Dörfer-Weges an der St.-Donatus-Kapelle vorbei.

Dörferblick-Schleife im Landkreis Ahrweiler

Der 14 Kilometer lange mittelschwere Panoramarundweg Dörferblick-Schleife führt durch das Naturschutzprojekt Obere Ahr-Hocheifel und die Gemeinden Pomster und Barweiler. Ausgangspunkt ist die Pfarrkirche St. Wendelinus, die auf einem Felsensporn in Kirmutscheid steht.

Durch einen Eichen- und Hainbuchenwald, begleitet vom Trierbach, geht es bergauf zu einer hölzernen Aussichtsplattform. Von hier bietet sich ein Ausblick über zwölf Dörfer, zum Aremberg und zur Nürburgruine. Über Pomster mit seinen Bruchstein- und Fachwerkhäusern geht es in die Wenigbach-Talaue. Der Bach wird mithilfe von Trittsteinen überquert – dabei kann man auch nasse Füße bekommen.

Die Dörferblick-Schleife führt durch die Gemeinde Pomster mit ihren sehenswerten Fachwerkhäusern.

Durch Wiesen, an Feldern und Hecken vorbei geht es bergauf nach Barweiler. Die Gemeinde ist Marienwallfahrtsort, etliche Prozessionen besuchen zwischen September und Mitte Oktober die Kirche St. Gertrud. Über einen Eschenalleeweg geht es zurück zum Ausgangspunkt – unterwegs bietet sich ein toller Blick auf die Kirmutscheider Kirche. Die mit den Worten Dörferblick-Schleife ausgeschilderte Tour dauert etwa vier Stunden.

Auf den Spuren der Grünen Hölle im Landkreis Ahrweiler

Die fast 21 Kilometer lange Nürburgring-Nordschleife – von Rennfahrer Jackie Stewart einst ehrfürchtig als Grüne Hölle bezeichnet – ist Namensgeber des Wanderwegs. Die 10,8 Kilometer lange Tour verläuft innerhalb dieses ältesten Rennabschnitts. Viele beginnen die Tour an der Nürburg, Holthuysen macht sich im Ort Quiddelbach auf den Weg.

Auf den Spuren der grünen Hölle: Eine Skizze des Routenverlaufs kennzeichnet die Rundstrecke an der Nürburgring-Nordschleife.

Die gut ausgeschilderte Rundstrecke – Kennzeichen ist eine Skizze des Routenverlaufs selbst – führt über die Quiddelbacher Höhe hinauf zur berühmten Burgruine und zur Nordschleifenzufahrt, zum alten vulkanischen Nürburg-Tuffschlot und über Feucht- und Blühwiesen zurück nach Quiddelbach. Ein Höhepunkt zu Beginn ist der Selberg, eine vulkanische Quellkuppe, deren erstarrtes Gestein säulenähnliche Strukturen bildet.

Wer den Rundwanderweg Auf den Spuren der Grünen Hölle läuft, blickt immer wieder auf die Nürburg.

Unterwegs bieten sich Panoramablicke zu den Bergkuppen vom Selberg, der Hohen Acht und dem Nürburg-Tuffschlot. Vom Nürburg-Bergfried und auf Höhe der Nordschleifenzufahrt bieten sich außerdem gute Blicke auf die Rennstrecke. Die Wanderung führt an einem Steinbruch vorbei, in dem 1926 große Mengen Gestein für den Nürburgringbau geschottert wurden. Sehenswert sind aber auch die Feuchtwiesen In der Stroth – hier wachsen Tausende teilweise seltene Orchideen. Unterwegs gibt es Hinweistafeln mit Informationen zur vulkanischen Hocheifel und zur Rennstrecke.

Wirftbach-Schleife im Landkreis Ahrweiler

Zu Holthuysens Toptouren zählt eine zweite Wanderung rund um die Gemeinde Wirft: die Wirftbach-Schleife. Der 14,2-Kilometer-Rundweg führt über Wald- und Wiesenwege sowie teilweise steile Pfade durch das Wirftbachtal. Ausgangspunkt ist erneut die Pfarrkirche St. Wendelinus in Kirmutscheid. Wandernde folgen dem Wirftbach bis zum Wirfter Ortsrand, vorbei am Dreimüllerhof – einem Ensemble aus Fachwerk und Bruchstein, das ab 1908 entstand – und verlassen das Tal über einen serpentinenartigen Weg. Von einem Höhenzug aus bieten sich schöne Ausblicke auf Wirft.

Zurück in der Talaue können Wandernde auf einem gegenüberliegenden Hang die Kapelle Müllenwirft sehen. Sie erinnert an die Wallfahrtskapelle zur Noth Gottes aus dem 16. Jahrhundert, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Dem Wirftbach erneut folgend geht es über die Barweiler Mühle an Kreuzwegstationen vorbei zur Kapelle auf dem Hömmerich.

Was ist in der Eifel-Landschaft eigentlich zu sehen? Wenn du auf der Wirftbach-Schleife unterwegs bist, kannst du dich dank der Panotafeln gut informieren.

In der Nähe bietet sich vom Aussichtspunkt auf 496 Metern Höhe ein Weitblick über Vulkaneifel, Schneeeifel und Ahreifel. Über den Wallfahrtsort Barweiler mit seiner Kirche St. Gertrud geht es über Wald- und Feldwege zurück nach Kirmutscheid. Ausgeschildert ist der Weg mit dem Schriftzug Wirftbach-Schleife, die Tour dauert etwa vier Stunden.