300.000 neue Eukalyptusbäume in zehn Jahren: Um zu verhindern, dass die Koalas aussterben, haben sich die Australier einiges vorgenommen. An dem Pflanzprojekt können sich Reisende tatkräftig beteiligen. „Dann können wir es schaffen, die Koalas zu retten“, ist sich Janine Duffy sicher.

Die Australierin muss es wissen. Als Mitbegründerin von Echidna Walkabout, einem Veranstalter aus Melbourne für nachhaltige Reisen und Ausflüge in Australien, arbeitet sie seit 28 Jahren mit den Tieren. 2015 gründete sie die gemeinnützige Koala-Clancy-Stiftung. Beide finanzieren das Koalarettungsprojekt.

Janine Duffy setzt sich in Australien für die Rettung der Koalas ein.

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Buschbrände und Klimawandel erschweren Koalas das Überleben

Die schweren Buschbrände Anfang 2020 und auch der Klimawandel haben den Tieren und vor allem den Eukalyptusbäumen, von deren Blättern sie sich ernähren, stark zugesetzt. „In der nächsten Dekade wollen wir deshalb die 300.000 neuen Bäume pflanzen“, sagt Duffy. Und dabei sollen auch Reisende aus der ganzen Welt helfen. So will der Veranstalter das Bewusstsein für verantwortungsvollen Tourismus stärken.

Um die Koalabären zu retten, sollen in den nächsten zehn Jahren 300.000 Eukalyptusbäume in Australien gepflanzt werden. Reisende haben die Chance, sich an der Koala Recovery Experience zu beteiligen.

Viele Reisende wollen sich engagieren

Die Koala Recovery Experience ist nur eines von zahlreichen Beispielen für nachhaltige Angebote in Australien. Das Land, in das viele vor allem wegen seiner Natur und seiner vielfältigen Tierwelt kommen, bietet zahlreiche Möglichkeiten, um nicht nur rücksichtsvoll und verantwortungsvoll zu reisen, sondern sich auch aktiv am Schutz der Flora und Fauna zu beteiligen.

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Für Australiens Ureinwohner war das Leben in und mit der Natur immer selbstverständlich. Wir müssen von ihnen lernen.

Penny Rafferty, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Tourism Australia


„Wir machen schon länger die Erfahrung, dass immer mehr Reisende nicht nur das Land kennenlernen wollen, sondern auch nachhaltige und zukunftsorientierte Projekte unterstützen wollen“, sagt Penny Rafferty, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Tourism Australia. „Für die Ureinwohner Australiens war das Leben in und mit der Natur schon immer selbstverständlich. Wir müssen von ihnen lernen, die Natur noch mehr zu respektieren.“

Angebote wie die Koala Recovery Experience helfen dabei. Das Programm ist für zwei bis drei Tage buchbar. In den Great Western Plains, dem Brisbane-Ranges-Nationalpark oder dem You-Yangs-Regionalpark bei Melbourne pflanzen Reisende nicht nur Hunderte von Bäumen, sondern helfen auch dabei, neue Lebensräume für Koalas entstehen zu lassen, indem sie etwa Unkraut entfernen. „Natürlich gehen wir auch auf Koala-Walks, um den Tieren zu begegnen“, sagt Duffy.

In Westaustralien mit Walhaien schwimmen

Im Westen von Australien stehen hingegen die Walhaie im Fokus, die auch zu den gefährdeten Spezies gehören. Weltweit geht die Population zurück – außer am Ningaloo Reef, das sich entlang der Coral Coast erstreckt. Der Tourveranstalter Exmouth Dive & Whalesharks bietet Reisenden hier die Möglichkeit, zum Beispiel mit Haien zu schwimmen. Bei jedem Ausflug werden Fotos von den Tieren gemacht, die Wissenschaftler dazu nutzen, Erkenntnisse über sie zu bekommen und sie so besser schützen zu können.

Am Ningaloo Reef in Westaustralien kannst du mit Walhaien tauchen und dabei ganz nebenbei wichtige wissenschaftliche Daten sammeln.

In New South Wales Wombats zählen

In den Greater Blue Mountains in New South Wales hat sich das Emirates One & Only Wolgan Valley Resort dem Schutz der lokalen Wombatpopulation verschrieben. Sie ist eine der größten in ganz Australien. Doch auch die Wombats sind gefährdet: von der Räude. Sie wurde vermutlich von Füchsen oder Hunden, die mit Siedlern ins Land kamen, eingeschleppt.

Wer sich für einen Aufenthalt im Emirates One & Only Wolgan Valley Resort in den Greater Blue Mountains entscheidet, kann beim Schutz von Wombats helfen.

Das Resort, das übrigens das erste klimaneutrale Hotel der Welt war, finanzierte die Womsat-App und eine dazugehörige Website der University of Western Sydney mit. Mithilfe des im Smartphone integrierten GPS-Systems können Nutzer damit Wombatsichtungen melden. Zusätzliche Schilderungen des Gesundheitszustands helfen den Wissenschaftlern dabei, betroffenen Tieren zu helfen. Gemeinsam mit der Universität untersucht das Resort außerdem per Drohne die Wombathöhlen in der Gegend.

Auch Wombats sind gefährdet. In Greater Blue Mountains in New South Wales helfen Gäste des Wolgan Valley Resort dabei Sichtungen zu dokumentieren.


Eine der Aktivitäten für die Gäste ist eine Tour mit den Guides des Naturschutzteams, bei der sie die Flora und Fauna genauer kennenlernen. Das Pflanzen neuer Bäume und das Überprüfen der Wasserqualität gehören genauso zum Programm wie Wildtierüberwachungen und -untersuchungen.

Auf Tasmanien den Teufel schützen

Im Norden des Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalparks in Tasmanien hat sich die Schutz- und Aufzuchtstation Devils@Cradle dem Erhalt des Tasmanischen Teufels und anderer heimischer Beuteltiere verschrieben. Bei Touren und Fütterungen erfahren Besucher alles über die bedrohten Tiere. Außerdem haben sie auf die einfachste Art die Möglichkeit, sich zu engagieren: indem sie eines der Tiere adoptieren. Wer es aktiver mag, bewirbt sich als ehrenamtlicher Helfer. Einsätze sind zwischen vier Tagen und bis zu mehreren Monaten möglich.

In der Aufzuchtstation Devils@Cradle am Cradle-Mountain-Nationalpark auf Tasmanien lernen Besucher nicht nur viel über den Schutz des bedrohten Tasmanischen Teufels, sie können sich auch daran beteiligen.


Wer sich dafür entscheidet, sich vor Ort zu engagieren, hilft nicht nur der Natur und den Tieren, er schafft auch jede Menge bleibende Erinnerungen – und kann eines Tages vielleicht sogar an den Ort, an dem er sich engagiert hat, zurückkehren, um sich selbst ein Bild davon zu machen, welchen Einfluss das eigene Engagement hatte. „Bis die Eukalyptusbäume so groß sind, dass sie den Koalas als Futterquelle und Lebensraum dienen können, dauert es nur vier Jahre“, sagt Janine Duffy, „es lohnt sich also, zeitnah noch einmal wiederzukommen.“