Der erste Schreck, dass Portugal zum Virusvariantengebiet erklärt wurde, ist überwunden. Hoffentlich gab es auch bei der Stornierung der Unterkünfte und des Fluges keine Probleme; denn da heißt es grundsätzlich: ins Kleingedruckte schauen. Die meisten Airlines bieten zurzeit kostenlose Umbuchungstarife an, ebenso die großen Pauschalanbieter.

Wer aber individuell gebucht hat – und das gilt auch für die Plattformen der Ferienhausanbieter –, bleibt unter Umständen auf den Kosten sitzen, weil die Reise nach Portugal nicht grundsätzlich verboten ist. In Pandemie-Zeiten sind Reisende grundsätzlich gut beraten, auf Buchungen mit Stornogarantie zu setzen.

Statt Portugal: Tipps für Last-minute-Reiseziele

Außerdem stellt sich natürlich die Frage: Wohin stattdessen, wenn der Urlaub beim Arbeitgeber schon beantragt und das Fernweh groß ist? Wo gibt es einsame Buchten und wilde Strände? Welche Stadt lockt mit warmen Nächten und chilliger Atmosphäre? Und natürlich: Wo sind die Inzidenzen niedrig? Wo gibt es noch Unterkünfte? Und sind sie bezahlbar?

Wir haben die wichtigsten Fragen geklärt und sagen dir, wo du jetzt deinen wohlverdienten Urlaub verbringen kannst und auch außerhalb von Portugal Erholung und Entspannung findest.

Aktuelle Deals

Bilderbuch-Dörfer gibt es auch in Italien - wie hier an der italienischen Riviera

Reiseziele ohne Reisewarnung und erreichbar mit dem Auto

Ab dem 1. Juli gilt nur noch für Länder, die als Virusvariantengebiet eingestuft werden (wie Portugal) oder eine Inzidenz über 200 haben, eine Reisewarnung. In Ländern, die als „normales Risikogebiet“ eingestuft werden oder in denen sogar nur vereinzelte Regionen als einfache Risikogebiete gelten, ist Urlaub ohne Konsequenzen nach der Rückkehr möglich.

Das heißt: Für Italien oder ÖsterreichFrankreich und Kroatien, die alle deutlich unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 liegen, gelten keine Reisebeschränkungen, ein Urlaub dort ist ohne Quarantäne möglich. Auch die Niederlande und die Schweiz gehören dazu, ebenso natürlich Deutschland, das dieses Jahr wieder Urlaubsland Nummer eins ist.

Beliebt sind jetzt vor allem Reiseziele, die mit dem eigenen Auto erreichbar sind. Denn bei diesen muss bei der Rückkehr auch kein Corona-Test mehr nachgewiesen werden, während Flugreisende der Nachweispflicht (Impfung, Genesung, Corona-Test) bis nach den Sommerferien nachkommen müssen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Feinen Sand zwischen den Zehen spürst du auch an französischen Stränden.

Wo gibt es noch freie Ferienhäuser?

Die gute Nachricht: Keines der genannten Urlaubsländer ist in den Sommermonaten komplett ausgebucht. Am knappsten ist das Angebot an den deutschen Küsten und auf den Inseln in Nord- und Ostsee sowie in Bayern und am Bodensee. Das bestätigt auch die Ferienhaussuchmaschine „Holidu“ dem reisereporter. Ähnlich sieht es in Dänemark aus. Wer aber eigentlich nach Portugal reisen wollte, sehnt sich vermutlich ohnehin eher nach südlicheren Gefilden wie den folgenden.

Kroatien: Noch 50 Prozent der Ferienwohnungen frei

In Kroatien (hier überschreiten nur die Regionen Medimurje und Zadar die Inzidenz von 50) sind laut einer Abfrage des Buchungsportals „FeWo-direkt“ noch über die Hälfte aller Ferienwohnungen und -häuser frei. Wenn du Lust auf ein Reiseland mit 1000 Inseln und 6000 Kilometern Küstenlinie hast, wäre das vielleicht was für dich!

Mediterranes Klima und traumhafte Strände locken hier die Reisenden. Kroatien ist außerdem ein Paradies für Wassersportler. Wer aber nur am Wasser bleibt, versäumt viele wunderbare Städte wie Dubrovnik und Split. Außerdem begeistern verschlafene Dörfer und hübsche Städtchen wie Trogir, Korcula und Sibenik die Kunst- und Architektur-Fans. Menschen, die Ausflüge in die einsame Natur unternehmen wollen, werden die Nationalparks lieben.

Kroatien ist ebenfalls bekannt für seine wilden Traumstrände.

Italien hat noch viele freie Ferienunterkünfte

Nur wenig schlechter sieht es in Italien aus: Auch hier liegt die Verfügbarkeit freier Selbstversorger-Unterkünfte immer noch bei rund 50 Prozent. Auf nach Bella Italia also, ins Land, in dem die Zitronen blühen, smaragdgrünes Wasser und karibisch anmutende Buchten warten. Schwierig wird hier nur die Qual der Wahl, weil jede Region einzigartig ist und ihren ganz eigenen Charakter und Charme hat.

Die kulturelle und geografische Vielfalt Italiens lässt keine Wünsche offen: Der nicht ganz so heiße Norden lockt mit verträumten Bergdörfern und großen Seen. Regionen wie die Toskana oder Umbrien verführen mit Weinbergen, Olivenhainen und Zypressenhügeln, ihre Metropolen eignen sich aber auch wunderbar für einen Städetrip. Weit im Süden an der Stiefelspitze sorgt die Sonne für echtes Dolce Vita. Hier genießst du am besten ein Glas Rotwein oder Limoncello, nachdem du malerische Orte und jahrhundertealte Kulturschätze bewundert hast.

Auch in Frankreich wirst du noch freie Feriendomizile finden, je nach Region gibt es hier noch genug Kapazitäten. Ob quirlige Promenaden an der Cote d’Azur oder die lila blühenden Lavendelfelder der Provence, die raue Küste von Normandie oder Bretagne, preisgekrönte Weine aus dem Elsass oder Languedoc-Roussillon, in Frankreich lässt es sich überall herrlich leben. Strand oder Kultur, kulinarischer Genuss oder Aktivurlaub, in Frankreich bleiben keine Wünsche offen. Savoir vivre erwartet dich natürlich auch in der Hauptstadt Paris mit weltberühmten Museen, malerischen Stadtvierteln und Perlen der Architektur. 

Österreich: Urlaub in der Natur

Österreich ist für all jene Reisenden eine Option, die ihren Urlaub vor allem in der Natur verbringen wollen. Bergwanderer, Mountainbikerinnen und Kletterfans finden hier ihr Eldorado. Hohe Berge mit einsamen Gipfeln in Tirol und Kärnten, tiefblaue Seen im Salzkammergut oder dem Burgenland, blühende Almwiesen, reißende Gebirgsflüsse, stattliche Burgen und verwunschene Dörfer im Salzburger Land. Die Alpenrepublik kann aber auch Stadt: Wien, Salzburg und Innsbruck, Bregenz, Linz und Graz, um nur einige zu nennen, erfreuen das Herz von Kulturreisenden und sind prächtig, vielfältig und abwechslungsreich.

Ruhe und Erholung findest du auch in den österreichischen Alpen.

Hier steigen die Preise von Hotels und Ferienwohnungen

Die sinkenden Corona-Zahlen in vielen Ländern und die allgemein eher gelockerten Reiseregeln sorgen aktuell jedoch für eine größere Nachfrage bei Hotels und Ferienwohnungen – und das sorgt vielerorts für steigende Preise. Zahlten Gäste und Gästinnen in einem deutschen Hotel im August 2019 noch durchschnittlich 91 Euro pro Nacht, müssen aktuell 118 Euro auf den Tisch gelegt werden, wie eine Auswertung des Vergleichsportals „Check 24“  ergab. Das sind immerhin 30 Prozent mehr.

Auch in den anderen Urlaubsdestinationen sind die Hotelpreise gestiegen: In Österreich, Italien und Kroatien um rund 35 Prozent, in Frankreich um 23 Prozent. Am wenigsten haben die Ferienunterkünfte in den Niederlanden ihre Preise erhöht; dort ist es lediglich 6 Prozent teurer als vor Corona.

Bei den Ferienhäusern und -wohnungen zeigt sich der gleiche Trend: Es ist überall teurer geworden. In manchen Regionen Kroatiens sogar um fast 70 Prozent, damit ist das Land Spitzenreiter in Sachen Verteuerung. In Österreich sind es knapp 30 Prozent, in Italien und den Niederlanden 18 und 16 Prozent. Das Schlusslicht in Sachen Preiserhöhung bildet hier Frankreich, dessen Domizile nur 6 Prozent teurer sind als 2019.