Fliegen schadet der Umwelt. Fliegen ist schlecht für das Klima. Eigentlich wissen das die allermeisten – und steigen in ihrem Urlaub trotzdem in ein Flugzeug. Im Vor-Corona-Jahr 2019 erreichte der Fluggastverkehr in Deutschland laut Angaben des Statistischen Bundesamts einen Rekordwert mit 226,7 Millionen Flugreisenden, die auf den 24 größten Flughäfen starteten oder landeten.

Dass reisen auch nachhaltig geht, dafür setzen sich die Mitglieder des Vereins „terran“ ein. Und sie beweisen es! Lies die Geschichten und Erfahrungen einer Familie, eines Geschäftsreisenden und eines Paares, die ohne Flugzeug unterwegs sind – und für die sich das keinesfalls nach Verzicht anfühlt.

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Weltumrundung ohne Flugzeug: Die Reise von Patrick und Gwen

Um einmal um die ganze Welt zu reisen, brauchten Patrick und Gwen weder ein Flugzeug noch viel Geld – aber Zeit. Im Frühjahr 2013 brach das Paar aus Freiburg zu seiner Weltreise auf. Dreieinhalb Jahre und 97.000 Kilometer später kehrten sie zurück: reich an Erfahrungen und Eindrücken, die sie wohl nur deshalb gewinnen konnten, weil sie am Boden geblieben sind.

2013 brechen Patrick und Gwen zu ihrer Weltreise ohne Flugzeug auf. Mehr als drei Jahre später kehren sie zurück nach Hause – zu dritt.

Per Anhalter, mit dem Frachtschiff, im VW-Bus und zu Fuß bewegten sich die beiden Weltreisenden fort. Unterwegs beobachteten sie, wie sich Landschaften nach und nach veränderten, sie begegneten Menschen verschiedener Kulturen. Sie aßen Datteln im Iran, Mangos in Pakistan, Bananen in Indien. Sie schwitzten in der tropischen Hitze Mexikos und kuschelten sich in Japan in dicke Winterjacken ein. „Die konsequente Überland-Weltumrundung ist für uns keine Challenge, wir wollen damit keinen Rekord aufstellen. Es ist vielmehr unser Bedürfnis, die Welt Stück für Stück zu erfahren“, schreibt das Paar in seinem Reisebericht

Darin berichten Patrick und Gwen auch von Schwierigkeiten wie auslaufenden Visa, komplizierten Einreisebestimmungen oder geschlossenen Grenzen. Auch Planung und Vorbereitung seien bei einer Weltumrundung auf dem Landweg aufwendig. Trotzdem sei das Paar am Ende der Reise froh gewesen, die Welt nicht einfach nur „überflogen“, sondern ganz nah und mit all ihren Facetten kennengelernt zu haben. Und unterwegs haben die beiden sogar noch Nachwuchs bekommen.

Auf der Homepage von Gwen und Patrick erfährst du mehr über ihre außergewöhnliche Reise – und über den Film „Weit“, der daraus entstanden ist.

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Mit der Bahn nach Bilbao: Eine Geschäftsreise nach Spanien

Maastricht, Porto, Budapest, Bilbao … Martin lebt ein Jetset-Leben – nur ohne Flugzeug. Er reist regelmäßig dienstlich in die Großstädte Europas, um dort als Sprecher auf Konferenzen aufzutreten. Klimaschutz spiele bei vielen Geschäftsreisenden weniger eine Rolle, so seine Erfahrung. „Ob jemand bei uns tatsächlich die Bahn nimmt, hat immer noch mit der Einstellung des Einzelnen zu tun“, schreibt Martin in seinem Reisebericht, in dem er seine Geschäftsreise ins Baskenland exemplarisch vorstellt.

Der Bahnhof Abando ist der Hauptbahnhof der baskischen Stadt Bilbao.

Statt des Klimaschutzes zähle bei Dienstreisen vor allem der Faktor Zeit – und das fange schon bei der Buchung an. Ein Flugticket nach Spanien online zu buchen, dauert vielleicht fünf Minuten. Aber wie kommt man am schnellsten und günstigsten mit der Bahn nach Bilbao? Mittlerweile weiß Martin es, weil ein darauf spezialisiertes Reisebüro sich für ihn durch den Tarifdschungel geschlagen hat. Und er findet: Es müsste mehr dieser Anbieter geben, um den Verzicht auf das Flugzeug zugunsten der Bahn attraktiver zu machen.

Martins innereuropäische Geschäftsreise mit der Bahn startete um 7.48 Uhr in Maastricht, führte über Lüttich, Brüssel, Paris und Irun nach Bilbao, wo er schließlich um 20.30 Uhr in einer Tapas-Bar stand. Sein Fazit: Alle Anschlüsse erwischt, ausgeruht angekommen – und die Zeit verging fast wie im Flug.

Zu Fuß unterwegs: Familienurlaub ohne Flugzeug

Zwei Erwachsene, zwei Kinder und ein 200 Kilometer entferntes Ziel – das läuft! Familie Gölz aus Freiburg trat 2017 ihre Reise zu den Großeltern in Bissingen zu Fuß an. „Der Urlaub sollte ein bisschen Abenteuer sein. Außerdem wollten wir auch einfach mal auf diese langen Autofahrten verzichten“, sagt Sebastian Gölz im Reisebericht.

Familie Gölz aus Freiburg wandert im Urlaub 200 Kilometer von Freiburg nach Bissingen.

Mit einem Fahrradwagen und zwei Rucksäcken begab sich die Familie mit dem damals neunjährigen Johannes und der vierjährigen Malin auf den Weg. Sie wanderten durch den Schwarzwald und die Schwäbische Alb, entdeckten Orte, Baum- und Vogelarten, die ihnen unterwegs begegneten. Die Nächte verbrachten sie in Hotels und Jugendherbergen – und wurden oft auf ihre ungewöhnliche Reise angesprochen. 

Mit zwei Rucksäcken und einem Fahrradwagen reist Familie Gölz von Freiburg nach Bissingen.

Die letzte Etappe wanderte die Familie gemeinsam mit den Großeltern. „Eigentlich denkt man ja, dass die Kinder völlig fertig dort ankommen und kaum mehr Energie haben. Aber als wir sie am Sattelbogen empfangen haben, kamen die zwei uns entgegengerannt, als wären sie gerade frisch aus dem Haus gekommen“, erinnert sich die Großmutter.