Fast 2000 Kilometer vom europäischen und vom amerikanischen Festland entfernt, mitten im Atlantischen Ozean, liegt die paradiesische Inselgruppe Azoren. Sie gilt als die Karibik Europas und gehört zu den beliebtesten Reisezielen, wenn es um einen abwechslungsreichen Natururlaub geht. 

Aber Portugals beliebte Inselgruppe ist wegen ihrer einmaligen Lage auch für Wassersportler und Taucherinnen der perfekte Ausgangspunkt für ihren Traumurlaub. Der reisereporter zeigt dir im Überblick, welche Tauchspots im Atlantik du bei deiner Azoren-Reise unbedingt sehen solltest.

1. Baixa do Sao Lourenco, Santa Maria

Die malerische Bucht Sao Lourenco auf der Sonneninsel Santa Maria ist ein beliebtes Ziel für Badeurlauberinnen und ‑urlauber. Rund zwei Kilometer von der Küste entfernt finden aber auch Taucherinnen und Taucher ihr ganz eigenes Paradies.

Unter ihnen gilt das Gebiet als eines der artenreichsten der gesamten Azoren. Zwischen zwei Gipfeln im Meer können Tauchende zunächst bis zu 20 Meter in die Tiefe gehen. Dort treffen sie unter anderem auf Meeresschildkröten, Makaronesen-Zackenbarsche und Barrakudas. 

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Taucherinnen und Taucher können sich vor den Azoren mit Meeresschildkröten anfreunden.

Erfahrene Taucherinnen und Taucher können an diesem Tauchplatz bis zu 40 Meter in die Tiefen des Meeres eintauchen. In der dunklen Stille leben Stachelrochen, Nacktschnecken und Bärenkrebse. Den Spot erreichst du vom Strand aus in rund 40 Minuten mit dem Boot. 

2. Baixa Ambrosio, Santa Maria

Rund zehn Kilometer vor der Nordwestküste von Santa Maria liegt ein kleines Riff, an dem sich Mobula-Rochen tummeln. Im Sommer können Tauchende dabei schon mal auf bis zu 20 Exemplare dieser besonderen Meereslebewesen treffen und gemeinsam mit ihnen durch die Unterwasserwelt schweben. Die Umgebung ist durch rosafarbene Felsen und eine artenreiche Tierwelt geprägt. 

Vor Santa Maria auf den Azoren liegt ein Riff, in dem du viele spannende Meeresbewohner persönlich kennenlernen kannst. Schon der Ausblick auf der Meer Richtung Leuchtturm ist spektakulär.

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In bis zu 50 Metern Tiefe schwimmen einem dabei schon mal Gelbfisch-Thunfische, Bernsteinmakrelen oder Mittelmeer-Muränen über den Weg und machen den Tauchgang zu einem ganz besonderen Erlebnis. Das Boot braucht von Santa Maria aus rund 45 Minuten. 

3. Pe de Sousa, Pico

Wer gern mit Haien tauchen möchte, der kann das in den Tiefen zwischen den beiden Azoren-Inseln Sao Jorge und Pico tun. Der Tauchspot im offenen Meer beherbergt kein richtiges Riff und ist als beliebter Anlaufpunkt für verschiedene Haie bekannt. Vor allem Blau- und Makohaie durchqueren diese Meerestiefe häufig und machen den Tauchplatz zu einem echten Abenteuer für alle Fans der Meeresraubtiere. 

Angst vor Haien? Bei einem Tauchgang auf den Azoren könntest du dich mit deiner Angst konfrontieren.

Eine Hai-Garantie gibt es allerdings beim Tauchgang dort nicht. Vor allem durch den Beifischfang gibt es nämlich immer weniger Haie im Atlantik. Wer beim ersten Mal kein Glück hat, der sollte es deshalb vielleicht ein zweites Mal versuchen. Von Pico aus fährst du mit dem Boot 30 Minuten zum Tauchspot, von Faial aus brauchst du etwa eine Stunde. 

4. Princess Alice Bank, Faial

Der in der Tauchszene wohl berühmteste Tauchplatz in der Umgebung der Azoren ist die Princess Alice Bank. Der Seeberg liegt rund 70 Kilometer südwestlich der Insel Faial im offenen Meer. Das absolute Highlight des Riffs sind die riesigen Mobula-Rochen, die elegant durch das Tauchgebiet schweben. Aber die Rochen sind natürlich nicht allein an dem bekannten Riff unterwegs. 

Rochen gehören zu den beeindruckendsten Bewohnern rund um die Azoren. Taucherinnen und Taucher können sie vor Ort bestaunen.

Meistens finden Taucherinnen und Taucher dort gleich mehrere Schwärme von seltenen Fischen wie Bernsteinmakrele, Mondfisch oder Drückerfisch. Wer nicht die 20 Meter in die Tiefe tauchen möchte, sondern lieber nahe der Meeresoberfläche taucht, kann die vielfältige Unterwasserwelt dank des klaren Wassers auch mit der Schnorchelmaske schon bewundern.

Von Faial oder Pico aus brauchst du mit dem Schiff etwa drei Stunden bis dorthin.

5. Baixas do Canal, Faial

Zwischen den Inseln Pico und Faial verläuft ein insgesamt sechs Kilometer langer Kanal. Darin befinden sich gleich drei spannende Tauchspots. Das Spannende an diesen Tauchplätzen ist, dass sie sich biologisch betrachtet in einer Grauzone zwischen Küste und Hochsee befinden und deshalb eine einmalige Unterwasserwelt bieten. Taucherinnen und Taucher finden dort also typische Küstenbewohner und einzelne Hochseefische an einem Ort. 

Taucherinnen und Taucher können bei ihren Abenteuern unter Wasser auch auf einen Zackenbarsch treffen.

Das Baixa do Sul etwa eignet sich perfekt für erste Erfahrungen im Hochsee-Tauchen, während es im Baixa do Notre und im Baixa da Barca schon deutlich weiter in die Tiefen des Atlantiks geht. Dort können sich erfahrene Taucherinnen und Taucher über Begegnungen mit Schwarmfischen, Zackenbarschen und Schwarzen Korallen freuen. Von beiden Inseln aus brauchst du mit dem Boot etwa eine halbe Stunde zu einem der Tauchspots. 

6. Banco Dom Joao de Castro, Terceira

Zugegeben, dieser Tauchplatz ist eher ein Geheimtipp in der Szene. Das liegt vor allem daran, dass er mit einer Entfernung von rund drei Stunden vom Festland eher schwer erreichbar ist. Die Anfahrt lohnt sich aber, denn der Tauchspot beherbergt einen aktiven Unterwasservulkan. Dadurch finden Taucherinnen und Taucher dort auch seltene heiße Quellen in der Tiefsee, glasklares Wasser und natürlich zahlreiche Hochseefische. 

Mit Glück kannst du bei einer Bootstour an der Küste der Azoren auch Wale sehen. Hier schwimmt eine Mutter mit ihrem Jungen.

Neben den für den Atlantik typischen Fischen trifft man dort auch häufig auf die Meeresschildkröten. Durch die Lage sind Tauchgänge allerdings nur bei Gezeitenstillstand möglich. Die Zeit zwischen den einzelnen Abgängen kannst du aber entspannt auf dem Boot verbringen. Halte dabei aber unbedingt auch die Augen offen – denn Wale, Delfine und seltene Meeresvögel halten sich dort auch gern auf.