Lohnt sich, denn man entdeckt plötzlich Dinge, die zuvor im Gesamtbild des Gewohnten untergegangen waren – die meisten dabei hübsch oder interessant. Denn im Urlaub sieht man schließlich über die kleinen Unzulänglichkeiten gern hinweg. Unseren Leserinnen und Lesern aus Duderstadt sei für unsere Entdeckungstour durch den Duderstädter Stadtpark die „Touri-Brille” ans Herz gelegt – und allen anderen wünschen wir viel Spaß beim Erkunden einer neuen Route.

Wanderung wäre ein großes Wort für den Rundkurs, den wir uns vorgenommen haben. Da einzelne Stationen einige Zeit in Anspruch nehmen, beschränken wir uns heute auf einen Spaziergang. Los geht es „Auf dem Brast” in Duderstadt. Seltsamer Straßenname, finden Sie? Mit Wut oder Ärger hat er aber nichts zu tun, sondern geht auf einen Begriff aus dem 17. Jahrhundert zurück. „Brast” oder „Braß” wurden nämlich Bauholz, Steine und andere Materialien genannt, die am Ende dieser Straße abgelagert wurden. Und irgendwann bekam der Lagerplatz eben einen Namen.
Nach wenigen Metern erreichen wir den Stadtpark, der im Zuge der Landesausstellung Natur im Städtebau 1994 entstanden ist und seither immer wieder verändert und modernisiert wurde. Zwar ist das Hinweisschild, das uns den Rundgang erläutern soll, nicht mehr im besten Zustand, aber immerhin: Es ist da.

Zunächst spazieren wir entlang der Stadtmauer und erkunden die Bedeutung der historischen Türme. Vom Museumsgarten, auf den eine Infotafel hinweist, ist zwar wegen der Schließung des Museums nicht viel zu sehen, dennoch werfen wir einen Blick über den Zaun.

Wenige Meter weiter stoßen wir auf ein Gebilde, dessen Sinn sich nicht im ersten Moment erschließt. Ein Rundholz steckt in einem metallenen Fuß. „Eichsfeldzeichen” ist auf einer auf dem Holz angebrachten Plakette zu lesen. Noch mehrfach werden uns diese kleinen Gedenkkunstwerke begegnen. Sieben sind im Zuge der Landesausstellung installiert worden. Erdacht hat die nicht unumstrittene Idee Professor Alexander Boeminghaus. Symbolisieren sollen die Kunstwerke: „Alles von Menschenhand Geschaffene ist vergänglich, aber die Natur bleibt bestehen.“ So werde das Kunstwerk, der Pfahl in der Mitte einer Baumgruppe, eines Tages verrottet sein, während die Bäume wachsen und gedeihen.

Mahnmal der deutsch-deutschen Geschichte: Gedenkstein "Eichsfeld unteilbar"

Entlang der Feuchtwiesen setzen wir unseren Weg in Richtung Stadtwall fort, durchqueren eine Unterführung und befinden uns am Obertorteich mit den Wasserspielen, die allerdings bei unserem Besuch nicht laufen.
Eine Runde um den Teich ist dennoch eine hübsche Sache. Unterwegs betrachten wir ein weiteres Mahnmal deutsch-deutscher Geschichte, den Gedenkstein „Eichsfeld unteilbar”, bevor wir über den Spazierweg schließlich wieder im LNS-Park landen.

Dort nutzen wir die Gelegenheit für ein kleines Trimm-dich-Programm an den Outdoor-Sport-Stationen - und hoffen, dass uns niemand beobachtet hat. Denn manches fällt im ersten Versuch gar nicht so leicht. Zurück geht es am Tabaluga-Spielplatz entlang zum Ausgangspunkt.

Das sind die Eckdaten: 

  • Länge: 2,5 Kilomter
  • Dauer: 1,5 Stunden

Tipps:

Ein Stadtbummel durch die Innenstadt

Die Apothekenstraße bietet ein geschlossenes Fachwerkbild.

Duderstadt ist berühmt für seine Fachwerkkulisse – wer sie noch nicht kennt, sollte sich einen Abstecher in die Duderstädter Innenstadt gönnen. Die Fußgängerzone befindet sich nur einen Katzensprung vom Stadtpark entfernt. Zu sehen gibt es dort auch die Basilika St. Cyriakus und zwei weitere Kirchen, mehrere gestaltete Brunnen, das historische Rathaus und den gedrehten Westerturm.

Das Schützenmuseum

„Stadtluft macht frei” lautet der Titel der Dauerausstellung im Schützenmuseum.

Direkt am Westerturm befindet sich das Schützenmuseum. Schon die Architektur des Westerturm-Ensembles ist einen Abstecher wert. Im Inneren erwartet die Gäste eine ebenso informative wie unterhaltsame Dauerausstellung - mit Schießübungen! Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr.

Eine Stadtführung durch Duderstadt

„Scharfrichter” Claus Ludwikowski alias Hans Zinke bietet eine der Stadtführungen an.

Mit Nachtwächter Jakob Kannengießer einen abendlichen Rundgang unternehmen, ein „Stündchen mit dem Scharfrichter” verbringen, die Duderstädter Kirchenkunst erfahren oder die „Sprache” der Häuser erlernen – die Touristen-Information bietet unterhaltsame und abwechslungsreiche Themenführungen an. Eine weitere führt dabei aus der Stadt hinaus, die „Duderstädter Warten-Wanderung”. Infos und Hinweise zur Anmeldung finden Interessierte auf tourismus.duderstadt.de.