Hast du schon einmal von Sachrang, Schleching, Mallnitz oder St. Antönien gehört? Nein? Das solltest du schleunigst ändern, wenn du auf eine Auszeit in den Bergen Lust hast. Sie alle zählen zu den Bergsteigerdörfern – einer Initiative, die dem Massentourismus abschwört.

Denn die Begeisterung für erholsamen Urlaub in den Bergen ist groß, beschauliche Dörfer, klare Bergseen und einsame Gipfel ziehen seit Jahrzehnten die Menschen an. Die Folgen sind oft leider weniger idyllisch: große Hotelanlagen, Lifte und Riesenskigebiete. Nicht nur die Alpenvereine sehen das mit Sorge, immer mehr umwelt- und naturbewusste Gästinnen und Gäste sehnen sich nach Ursprünglichkeit und Ruhe.

Das sind die neuen Bergsteigerdörfer 2021

Im Jahr 2008 wurde daher vom österreichischen Alpenverein die länder- und kulturübergreifende Initiative Bergsteigerdörfer ins Leben gerufen. Die Bergsteigerdörfer setzen auf eine unverfälschte alpine Landschaft und Natur, auf gelebte Traditionen und regionale Produkte, auf Authentizität und Affinität zum Bergsport. Außerdem setzen sich alle aktiv für Naturschutz ein.

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Teil des Clubs sind inzwischen 30 Alpendörfer für Genusswanderer und und ambitionierte Bergsteigerinnen in Deutschland, Italien, Slowenien, Österreich und inzwischen auch der Schweiz. St. Antönien im Kanton Graubünden ist seit dem 12. Juni dabei. Das typische Walserdorf  mit einer VIelzahl an Gipfeln in der Gegend ist im Winter ein bekanntes Skitourenparadies. Im Sommer locken riffige Kalkklettereien in allen Schwierigkeitsgraden und ein gut ausgebautes Wanderwegenetz in ursprünglicher Landschaft die sportaffinen Urlauberinnen und Urlauber.

In den Bergsteigerdörfern darf kein Lift, keine Bausünde, keine große Straße den Blick trüben – wie hier in Sachrang.

Neu hinzu kommen 2021 außerdem noch weitere Dörfer. Wir stellen sie dir schon einmal vor. 

Lavin, Guarda und Ardez in der Schweiz

Diese drei Dörfer liegen im Unterengadin und zum Teil im Schweizer Nationalpark – einem der ältesten Nationalparks Europas. Außerdem beeindrucken sie durch solch schöne Ortsbilder, dass sie alle die Auszeichnung „von nationaler Bedeutung“ tragen. Der Beitritt erfolgt am 22. August 2021.

Häuser in Ardez sind in Schnee gehüllt. Idyll pur.

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Steinberg am Rofan in Österreich

Auf 1015 Metern Höhe liegt in einem weiten Talkessel am Fuße des Rofans das Dorf Steinberg – eingebettet zwischen den Gipfeln Guffert im Norden, Hochunnütz im Westen und den Nordwänden des Rofans im Süden. Der Tiroler Adlerweg führt durch den Ort, der sich bis heute eine einzigartige und unberührte Natur- und Kulturlandschaft erhalten hat. Der Beitritt erfolgt am 12. September 2021.

Steinberg am Rofan vor Guffert in Österreich.

Göriach in Österreich

Göriach ist ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbiketouren, ist der Ort doch umgeben von den Radstädter Tauern. Das Göriacher Hüttendorf ist ein in dieser Art einzigartiges historisches Almdorf. Die Gemeinde gehört außerdem zum Unesco-Biosphärenpark Salzburger Lungau. Der Beitritt erfolgt im Herbst 2021.

Das Hüttendorf im Göriachtal.

Balme in Italien

Balme befindet sich auf 1500 Metern Höhe – vor der Kulisse jener Gipfel, die Italien und Frankreich verbinden. Etwa 100 Menschen leben in dem Dorf, das eine jahrhundertealte alpine Kultur pflegt. Entdecken lässt sich die Gegend beim Trekking, beim Fels- oder Eisklettern, bei Langlauf, Skitouren und alpinen Aufstiegen. Der Beitritt erfolgt im Oktober 2021.

Triora in Italien

Olivenhaine und Weinberge, Nadelwälder und hoch gelegene Weiden, eine Krone aus schneebedeckten Gipfeln und der unendliche Horizont des Meeres: Triora lebt durch seine Kontraste. Beim Trekking, Mountainbiking, Canyoning und Klettern geht es nicht nur um Sport, sondern auch um ein Eintauchen in die Vergangenheit, in die mediterranen Düfte und ins sonnige Wesen der lokalen Gemeinschaft. Der Beitritt erfolgt im Herbst 2021.

Das Bergdorf Triora im Argentina-Tal in Italien kommt neu in den Club der Bergdörfer.

Die Zahl der Bergsteigerdörfer steigt damit im Jahr 2021 auf 35 (davon 22 in Österreich, vier in Deutschland, fünf in Italien sowie je zwei in Slowenien und in der Schweiz).

Harte Kriterien fürs Qualitätssiegel Bergsteigerdorf

Wer das exklusive Gütesiegel bekommen möchte und dazugehören will, muss strenge Kriterien erfüllen, die ein internationales Gremium überprüft: Ein Bergsteigerdorf darf zum Beispiel nicht mehr als 2500 Einwohnerinnen und Einwohner haben und keine Großindustrie aufweisen. Es darf nicht per Autobahn oder Schnellstraße erreichbar sein oder Seilbahnen und Lifte in großem Stil besitzen.

Wichtig ist den Initiatoren auch, dass der niedrigste und der höchste Punkt im Gemeindegebiet eine Höhendifferenz von mindestens 1000 Metern aufweisen und alpine Hütten und ein gut betreutes, regelmäßig kontrolliertes Alpinwegenetz vorhanden sind. Natürlich muss es im Ort auch eine kompetente Beratung für Wander-Fans und Bergsteigerinnen und Bergsteiger geben.

Ein Bergsteigerdorf wie aus dem Bilderbuch: Steinbach am Attersee mit der Pfarrkirche zum Heiligen Andreas.

Kleine Hotels, eine Kirche und ein Friedhof, ein echter Dorfkern, vielleicht mit Brunnen, und ein Laden für den täglichen Bedarf sind typisch. An den Balkonen blühen Geranien – so wie es früher eben auch war. Man hört die Vögel zwitschern und den Bach plätschern. Es geht um die Bewahrung der örtlichen Kultur und Traditionen in Gemeinden, die sich für einen sanften, nachhaltigen Tourismus entschieden haben. Klingt gut, oder? Dann such dir doch hier dein nächstes Reiseziel aus:

Liste aller 30 Bergsteigerdörfer

  • Sachrang
  • Vent im Ötztal
  • Hüttschlag im Großarltal
  • Region Sellraintal
  • Matsch
  • Steinbach am Attersee
  • Schleching
  • Ramsau bei Berchtesgaden
  • Johnsbach im Gesäuse
  • Gschnitztal
  • Jezersko
  • Zell – Sele 
  • Großes Walsertal
  • Tiroler Gailtal
  • Lesachtal
  • Luce
  • Mallnitz
  • Villegratental
  • Weißbach bei Lofer
  • Malta im Maltatal
  • Kreuth
  • Mauthen
  • Val di Zoldo
  • Steirische Krakau
  • St. Antönien
  • Lungiarü
  • St. Jodok, Schmirn- und Valstertal
  • Lunz am See
  • Ginzling im Zillertal
  • Günau im Almtal