Abkühlung im Wasser kann (fast) jeder. Wie wäre es statt Freibad oder Badesee mit einem Tagesausflug? Dabei kannst du deine Heimat erkunden und ganz nebenbei richtig abkühlen. Der reisereporter hat sieben Tipps, wo du beim schwitzigen Wetter einen kühlen Kopf behältst. Und das ist auch dringend nötig: Fast alle Landesteile stehen vor einem Hitzewochenende. Die Meteorologen von „Wetterkontor“ erwarten Temperaturen bis zu 36 Grad. 

1. Schneeballschlacht auf dem Heidegletscher

Was tun an den heißen Sommertagen? Ganz einfach: ab auf die Piste! Passend zum Start des Hitzewochenendes meldet sich der „Snow Dome“ in Bispingen am 18. Juni als eine der ersten Skihallen aus der Corona-Pause zurück. Die Indoor-Kunstschneepiste mit Sessellift steht direkt an der A7 in Niedersachsen.

Vom Gipfel des „Heidegletschers“ führt eine 300 Meter lange Piste für Snowboarderinnen, Skifahrer und Rodel-Fans hinab. Anfänger können ihre ersten Schwünge auf einem „Idiotenhügel“ mit Teppichlift üben. Für Profis gibt es einen Funpark mit Rampen und Rails.

Rodelspaß an der A7 in Niedersachsen: Die Indoor-Skihalle ist 300 Meter lang und 100 Meter breit.

Im „Snow Dome“ musst du dich auch im Sommer warm anziehen. Temperatur: minus zwei bis minus vier Grad. Gut, dass du dich jederzeit mit einem Heißgetränk im Wirtshaus aufwärmen kannst. Nach der Pisten-Gaudi lohnt sich noch eine Tour durch die riesige Modellbauwelt (20 Kilometer Schienen, 500 Züge, 50 Themenwelten).

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  • Adresse: Horstfeldweg 9, 29646 Bispingen
  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 12 bis 20 Uhr, Samstag bis Sonntag von 9 bis 20 Uhr
  • Eintritt: Tagesticket (ohne Verleih) 37 Euro (Kinder bis zwölf Jahre: 23 Euro); Familienticket (zwei Erwachsene, ein Kind) 75 Euro.

2. Ab ins Bergwerk: Dort, wo niemals Sonne scheint

Einfach den Kopf in den Sand stecken? Bringt leider nichts gegen die Hitze. Aber die Richtung stimmt! In einem der vielen Besucherbergwerke in ganz Deutschland findest du garantiert Abkühlung – solange es nicht allzu tief in den Untergrund geht.

Im Besucherbergwerk Rammelsberg im Harz (Niedersachsen) herrscht zum Beispiel eine konstante Temperatur zwischen zehn und zwölf Grad, und aus dem Gestein tropft kühles Wasser. Ein Genuss für jeden Sommermuffel!

Coole Führung: Im Besucherbergwerk Rammelsberg (Harz) herrschen kühle zwölf Grad.

Auf einer der vielen Führungen erfährst du vieles über die 3000 Jahre alte Geschichte des Kupfer- und Silberabbaus. Jacke und festes Schuhwerk nicht vergessen!

  • Adresse: Bergtal 19, 38640 Goslar
  • Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr
  • Eintritt: 16 Euro (Tageskarte inklusive Führung), Kinder 9 Euro, Familienkarte 33 Euro

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3. Ein Blick in die Eiskapelle am Königssee

Nicht jeder kann sich „erst mal drei Tage in die Eistonne“ legen, wie es Weltmeister Per Mertesacker in einem legendären Interview bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien ankündigte.

Wer keine Eistonne hat, findet in Berchtesgaden (Bayern) eine Alternative: die Eiskapelle am Watzmann (2700 Meter). Unterhalb der mächtigen Ostwand liegt das tiefstgelegene permanente Eisfeld der deutschen Alpen, eine Aufschichtung von Schneemassen aus Lawinenabgängen.

Ganzjährig kalt: Die „Eiskapelle“ am Fuß der Watzmann-Ostwand.

Im Inneren findet sich ein Gletschertor zu einem Höhlensystem, das im Sommer bis zu 30 Meter Breite und 15 Meter Höhe hat. Um das Gebiet zu erreichen, musst du eine etwa sechs Kilometer lange Wanderung von St. Bartholomä bewältigen (Höhenunterschied: 250 Meter).

Betreten solltest du die Eiskapelle aber nicht, da sie ständig einsturzgefährdet ist. Der Anblick ist trotzdem ziemlich cool – und auch dabei weht dir ein kühler Luftzug entgegen.

  • Tourstart: Mit dem Schiff über den Königssee zur Haltestelle St. Bartholomä
  • Tourlänge: 6 Kilometer
  • Tourdauer: etwa 2 Stunden
  • Höhenunterschied: 250 Meter

4. Ein Tanz in der Teufelshöhle

Die Teufelshöhle im bayerischen Pottenstein (Gesamtlänge: 3000 Meter) zählt zu den spektakulärsten Höhlen Deutschlands. Hinter dem gigantischen Eingang verbirgt sich so manches Geheimnis, denn in den 2,5 Millionen Jahren Entstehungsgeschichte der Fränkischen Schweiz sind tiefe Spalten, große Überhänge und Tropfsteine entstanden.

Der Eingang der Teufelshöhle ist so groß wie ein Haus.

Apropos Tropfsteine: Was war noch mal der Unterschied zwischen Stalagmiten, Stalaktiten und Stalagnaten? Bei einer
Führung zwischen den kühlen Steinen kannst du dich und dein Wissen auffrischen. Und du triffst dabei vielleicht auf die ein oder andere Fledermaus – auf jeden Fall aber auf einen Höhlenbären. Diese Bärenart lebte schon vor etwa 30.000 Jahren in der Teufelshöhle. Das Skelett wurde aus den Knochen von etwa 80 gefundenen Tieren zusammengesetzt.

Höhlentemperatur im Sommer: neun Grad! Empfehlenswert ist ein Besuch übrigens auch im Winter. Dann ist es in der Höhle meistens wärmer als außerhalb.

  • Adresse: Pegnitzer Straße 100, 91278 Pottenstein
  • Öffnungszeiten: 9 bis 16.30 Uhr
  • Eintritt: 5 Euro, Kinder (bis 15 Jahre) 3 Euro, Familienkarte (bis zu drei Kinder) 13,40 Euro

5. Antarktis-Expedition im Klimahaus Bremerhaven

Eine Weltreise mitten in der Pandemie? Kein Problem! Im „Klimahaus“, ein spannendes Erlebnis-Museum (5000 Quadratmeter) in Bremerhaven, brichst du zu einer Expedition durch die verschiedenen Klimazonen der Welt auf. Auf der familienfreundlichen Route entlang des Längengrades 8°34′ Ost erlebst du das Klima unserer Welt hautnah, unter anderem in der Schweiz, auf Sardinien, im tropischen Regenwald Kameruns und auf Samoa in der Südsee.

Tolle Architektur: Das Klimahaus liegt am historischen Hafen von Bremerhaven.

Maximales Bibber-Feeling findest du in der Antarktis. Im Eis-Raum zeigt das Thermometer minus 70 Grad! Allerdings musst du auf dem Weg dorthin noch die Sahel-Zone in Niger durchqueren. Aber die afrikanische Hitze (trockene 35 Grad) kannst du angesichts der Temperaturen in Deutschland lässig belächeln.

  • Adresse: Am Längengrad 8, 27568 Bremerhaven
  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 18 Uhr
  • Preise: Tagesticket 14 Euro, Kinder (ab fünf Jahren) 9 Euro

6. Die Eishöhle von Schellenberg

Zurück nach Bayern. Wem die Wanderung zur Eiskapelle am Königssee (Ausflugstipp zwei) zu aufwendig erscheint, der kann ganz einfach die spektakuläre Eishöhle in Marktschellenberg nahe der Grenze zu Österreich besichtigen. Mit einer Seilbahn fährst du zunächst auf 1570 Meter Höhe – alternativ kannst du auch hinaufwandern (Gehzeit: circa zweieinhalb Stunden).

Eiszeit im Hochsommer: Höhlenführer Ludwig Mayer erklärt die Eishöhle.

Auf dem Gipfel führt dich ein Weg zum Eingang der sagenumwobenen Höhle – ein Portal in eine kalte Wunderwelt. Beim Rundgang gehst du mit den prächtigen Eisformationen im Inneren des Untersberges auf Tuchfühlung. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt. Die Tourenführer empfehlen festes Schuhwerk und eine warme Jacke.

  • Tourstart: Parkplatz Eishöhle, 83487 Marktschellenberg
  • Seilbahn: Talstation Untersbergbahn, Dr. Oedlweg 2, 5083 Gartenau (Österreich)
  • Öffnungszeiten: 10 bis 16 Uhr
  • Eintritt: 9,50 Euro, Kinder (neun bis 16 Jahre) 5 Euro

7. An diesen Orten ist es bis zu minus 196 Grad kalt

Eigentlich dienen die Kältekammern bei Outdoor-Ausrüstern wie Globetrotter dazu, die Ausrüstung auf widrige Wetterbedingungen zu testen. Aber vielleicht lässt sich ja ein Abstecher machen? Viele Filialen, etwa in München, Hamburg oder Dresden, haben eigene Kältekammern. 

Wer das Extreme sucht, besucht eine Kühlkammer. Meistens geht das nur ärztlich verordnet, denn bei der Kältetherapie, auch Kryo genannt, werden Temperaturen von bis zu minus 196 Grad Celsius gemessen. Und einen Polaranzug gibt es dafür nicht, betreten wird die Kühlkammer in Badebekleidung und ausharren musst du drei Minuten. Damit sollen Krankheiten wie Rheuma oder Arthritis gelindert werden.  

Ist dir das zu extrem, schau doch einfach mal, ob das Spa oder die Sauna nebenan eine Eistonne, ein Eisbecken oder eine Kältekammer haben. Sofern die aufgrund der Corona-Einschränkungen bereits geöffnet haben.